Startschuss für schrittweisen Einbau intelligenter Messsysteme

Digitalisierung der Energiewende - Intelligente Messsysteme - Strommarkt 2.0

© Günther Menzel

Der Bundesrat hat Anfang Juli das „Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende“ passieren lassen. Der Bundestag hatte zuvor im Juni das Gesetz in zweiter und dritter Lesung verabschiedet. Durch die schrittweise Einführung intelligenter Messsysteme wird die Ära der Ferraris-Zähler (siehe Abbildung) beendet. Insbesondere aufgrund des sich wandelnden Energiemarktes sind die im Gesetz vorgesehenen Regelungen zwingend erforderlich. Ohne die notwendige Infrastruktur kann ein flexibler Energiemarkt nicht entstehen. Im Strommarkt 2.0 flexibilisieren sich die Marktteilnehmer über Preissignale. Diese Flexibilisierung erfordert eine zuverlässige Mess- und Steuerungsinfrastruktur.

Das Gesetz sieht Folgendes vor:

  • Definition technischer Mindestanforderungen für intelligente Messsysteme
  • Einführung des „grundzuständigen Messstellenbetreibers“
  • Ermöglichung des Direktzugriffs des Übertragungsnetzbetreibers
  • Festlegung von Preisobergrenzen
  • Regeln zu Vertragsgestaltung und Kostentragung
  • Datenschutzvorschriften

Ab 1. Januar 2017 kann der vorgesehene Rollout beim Jahresverbrauch von mehr als 10.000 kWh und Erzeugern von einer installierten Leistung über sieben kWh starten. 2020 beginnt der flächendeckende Rollout beim Jahresverbrauch von über 6.000 kWh sowie der optionale Rollout für kleinere Verbraucher. Neue Kleinerzeugungsanlagen mit einer installierten Leistung zwischen einem und sieben kWh fallen bereits ab 2018 unter den optionalen Rollout.

Der BDI begrüßt, dass das „Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende“ verabschiedet worden ist. Das Gesetzespaket ist im BMWi in der Plattform „Intelligente Netze und Zähler“ als „Verordnungspaket Intelligente Netze und Zähler“ jahrelang diskutiert worden.

Das Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende ist am 2. September in Kraft getreten. Das Gesetz und unsere BDI-Stellungnahme zum Referentenentwurf erhalten Sie im Anhang.

Zudem möchten wir Sie auf unsere Publikation „Impulse für eine smarte Energiewende – Handlungsempfehlungen für ein IKT-gestütztes Stromnetz der Zukunft“ aufmerksam machen.