Wachstum durch technischen Fortschritt

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Neues Wissen in produktives Wachstum zu überführen, ist die entscheidende Stellschraube, um den Wohlstand zu mehren. Die soziale Marktwirtschaft ist dafür das bestmögliche Gesellschaftssystem.

Technischer Fortschritt ist bekanntlich die wichtigste Quelle von Wachstum und Wohlstand. Dieser Fortschritt entsteht immer dann, wenn es gelingt, neues Wissen produktiv zu verwerten. Voraussetzung dafür ist die „Wissensgesellschaft“.

Während dieser bereits in den 60er-Jahren eingeführte Begriff ursprünglich darauf abzielte, eine „postindustrielle Gesellschaft“ zu kennzeichnen, kennzeichnet er heute das gelungene Zusammenspiel von individuellem und kollektivem Wissen zusammen mit industriellem Know-how. Gelingt der Dreiklang, gedeihen eine moderne Wirtschaft und gesellschaftlicher Wohlstand.

Wir haben in den vergangenen Jahrzehnten einen nicht unerheblichen Strukturwandel erlebt, keine Frage. Eine Abkehr von der industrialisierten Gesellschaft ist damit, anders als von vielen prophezeit, nicht einhergegangen. Wissen ist vielmehr der entscheidende Katalysator für zukunftsorientierte technische Entwicklung. Bemühte sich die Soziologie in ihrer Forschung, auf den Wert theoretischen Wissens zu verweisen, so ist die tatsächliche Moderne doch vielmehr eine Kombination aus praktischer Erfahrung samt wissens- und visionsgesteuerter Innovation.

Nutzt man folglich den bestehenden Erfahrungsschatz, ist die reale Wissensgesellschaft viel mehr als die Summe ihrer Einzelteile. Hier kommen Ökonomie, Ökologie und soziale Marktwirtschaft, Theorie und Praxis, Industrie und Forschung zusammen. Wir bündeln, was wir wissen und was wir können – ohne Historien-Bewusstsein kein Fortschritt, ohne Tradition keine Moderne. Ganz einfach.

Gelingt es uns nun, in unserem Land die Strukturen zu entwickeln, dass vor allem Bildung und Industrie einen nachhaltig fruchtbaren Schulterschluss pflegen, wird es – wie automatisch – gelingen, unseren Wohlstand trotz abnehmender Bevölkerung zu mehren. Immerhin geht es in Zeiten der Globalisierung um nicht weniger als um die Vorreiterrolle im internationalen Wettbewerb. Wer schafft Standards, wessen Führung folgen andere Länder? Steuerliche Rahmenbedingungen, der Schutz materiellen und intellektuellen Eigentums und die staatliche Förderung von Public-Private-Partnerships sind wichtige Schlüssel zum Erfolg.

Wenn damit ein neues, ein tatsächlich modernes Verständnis einer solchen „Wissensgesellschaft“ Einzug hält, erzielen Industrie und Gesellschaft die größtmögliche Synergie und Prosperität. Genau dazu leistet der BDI als Mittler zwischen Wirtschaft und Politik seinen Beitrag. Uns geht es dabei um eine nachhaltige internationale Wettbewerbsfähigkeit(schon jetzt bestreitet Deutschland mit nur gut einemProzent der Weltbevölkerung fast zehn Prozent desWelthandels), um eine Stärkung des möglichst attraktiven Standorts Deutschland durch günstigewirtschaftspolitische Rahmenbedingungen und um ein höheres und anhaltendes Wachstumauf einem klaren ordnungspolitischen Fundament.

Diesoziale Marktwirtschaft ist das ordnungspolitische Leitbild des BDI –mit offenen Märkten, funktionierendem Wettbewerb sowie Chancen- undLeistungsgerechtigkeit. Dafür stehen wir ein und dafür bringt sich der BDI stets in den politischenDiskurs ein. Er bündelt differenzierte Meinungen, schafft in der Allianzmit seinen Mitgliedsverbänden Interessenausgleich undbietet so derPolitik abgestimmte, repräsentative Positionen. Das ist unverzichtbarfür die demokratische Entscheidungsfindung und gleichzeitig können wir auf diese Weise und dank unseres umfassenden Netzwerks in Deutschland und im Ausland die uns angeschlossenen Unternehmen imglobalen Wettbewerb unterstützen.

Nutzen wir alle gemeinsam dieses international anerkannte Kompetenzzentrum, so können wir eben nicht nur Bestehendes verwalten, sondern Neues, Fortschritt, Zukunft im Dienste ökonomischen und gesamtgesellschaftlichen Wohlstands gestalten.