Wachstumslokomotive Ostafrika

Durch den Preisverfall auf den internationalen Rohstoffmärkten hat das vorher sehr starke Wirtschaftswachstum in vielen afrikanischen Ländern in den letzten Jahren nachgelassen. Die Länder der Ostafrikanischen Gemeinschaft (East African Community, EAC) können allerdings weiterhin starke Wachstumsraten vorweisen. Die Region ist damit Vorreiter des Kontinents. Immer mehr deutsche Unternehmen nutzen diese Chance und investieren vor Ort.

Die Länder der East African Community (EAC), vor allem Kenia, Tansania, Uganda und Ruanda, waren vom Einbruch des afrikanischen Wachstums in den letzten Jahren nicht betroffen. Stattdessen lag die Region im Jahr 2016 laut Africa Economic Outlook mit 5,3 Prozent Wirtschaftswachstum im afrikanischen Vergleich deutlich vorn.

Kenia ist Vorreiter in Afrika, wenn es um Wirtschaftswachstum, Industrieentwicklung und Unternehmertum geht. Als größtes Land der EAC kann er seit Jahren stabile Wachstumsraten von etwa fünf Prozent vorweisen. Für 2017 sieht die Weltbank ein Wachstum von 5,5 Prozent voraus – und das, obwohl die Entwicklung durch die angespannte Situation vor den Wahlen gebremst wurde.

Auch Ruanda und Tansania gehörten im Jahr 2016 mit etwa sieben Prozent Wirtschaftswachstum in den letzten Jahren sogar zu den am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften weltweit. Auch Uganda entwickelte sich mit immerhin 4,6 Prozent Wachstum stabil. Die wichtigsten Wachstumstreiber der Region sind der Bau-, Transport-, Kommunikations- und Finanzsektor.

Das Wachstum führte zudem zu einem starken Anstieg der Mittelschicht, deren Konsum sich ihrem steigenden Einkommen entsprechend entwickelte. Davon profitieren auch die Produzenten von Konsumgütern, Mode sowie der Gesundheitssektor.

Regionale Integration von Ostafrika – langsam aber stetig

Die regionale Integration der EAC schreitet langsam aber stetig voran. Seit vergangenem Jahr gibt es beispielsweise ein Visum für die drei Länder Kenia, Ruanda und Uganda. Zurzeit wird über die Liberalisierung des Handels mit Dienstleistungen verhandelt. Die völlige Liberalisierung des Güterhandels ist bisher leider noch nicht absehbar. Sie wird allerdings von den zahlreichen Unternehmerverbänden wie dem East African Business Council (EABC) immer wieder eingefordert. Es ist als gutes Zeichen zu werten, dass der Einfluss der Verbände auf die Politik im Hinblick auf eine Verbesserung des Geschäftsumfeldes stetig wächst.

Chancen für Investitionen

Auch deutschen Unternehmen bieten sich zahlreiche Investitionschancen, die sie zunehmend nutzen. Die meisten von ihnen lassen sich dabei in Nairobi nieder und bedienen den Markt der Region von dort aus. Bisher beschäftigen 80 deutsche Firmen in Kenia etwa 5.000 Mitarbeiter. Die Aktivitäten der Unternehmen sind über viele Sektoren verteilt, darunter Energieversorgung, Hoch- und Tiefbau, Lebensmittelweiterverarbeitung oder Automobilindustrie.