Wirtschaftstage für engere Beziehungen nutzen

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Kurz vor den Wahlen in Brasilien steht der wirtschaftspolitische Kurs des Landes im Vordergrund der diesjährigen Deutsch-Brasilianischen Wirtschaftstage – besonders mit Blick auf ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und Mercosur. Der BDI und sein brasilianischer Partnerverband CNI richten die Konferenz mit Unterstützung der Stadt Köln und der AHK São Paulo aus.

Als achtgrößte Volkswirtschaft der Welt ist Brasilien der wichtigste Wirtschaftspartner der deutschen Industrie in Südamerika. Rund 1.600 deutsche Unternehmen sind im Land tätig – sie machen rund zehn Prozent zur industriellen Wertschöpfung Brasiliens aus. Das Land erholt sich langsam von den zurückliegenden Krisenjahren. Das Wirtschaftswachstum in Brasilien zieht mit rund 2,5 Prozent in diesem Jahr wieder an. Das eröffnet neue Chancen für die bilaterale Kooperation. Wichtige Bereiche sind Infrastruktur, Energie, Digitalisierung, nachhaltige Städtekonzepte und die Gesundheitswirtschaft. Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem Mittelstand. Zentrales Thema sind Kooperationen von kleinen und mittleren Unternehmen, ihr Geschäftsumfeld und die Modernisierung der Arbeitsgesetzgebung.

In Köln diskutieren in diesem Kontext mehrere hundert Vertreter aus Wirtschaft und Politik über die Möglichkeiten einer engeren Zusammenarbeit. BDI-Präsident Dieter Kempf eröffnet die Deutsch-Brasilianischen Wirtschaftstage gemeinsam mit CNI-Vizepräsident Paulo Tigre. Im Mittelpunkt steht der Appell an die Politik, die historische Chance für den Abschluss eines Freihandelsabkommen zwischen der EU und dem Mercosur jetzt zu nutzen. Das Abkommen würde den bilateralen Beziehungen deutliche Impulse verleihen. Kempf betont: „Ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und dem südamerikanischen Staatenbund Mercosur erleichtert den Technologietransfer und trägt damit zur Modernisierung der brasilianischen Wirtschaft und einer verbesserten Wettbewerbsfähigkeit bei.“

Das Land benötigt jedoch weitere Strukturreformen, muss seine Wirtschaft stärker diversifizieren und seine industrielle Wettbewerbsfähigkeit verbessern. Hierbei setzt die brasilianische Regierung zunehmend auf die Privatwirtschaft. Mit nachhaltigen Konzepten und neuesten Technologien kann die deutsche Industrie zur Stärkung der brasilianischen Wirtschaft beitragen – digitale Herausforderungen zur Produktivitätssteigerung und Modernisierung der Industrie spielen dabei eine wichtige Rolle.