Klimaschutzplan: Studie als solide Diskussionsgrundlage

Klimaschutzplan - Studie Klimapfade für Deutschland

Studie Klimapfade für Deutschland © BDI

Ein ergebnisoffenes Design und eine breite Expertise aus der gesamten deutschen Industrie prägen die Studie „Klimapfade für Deutschland“ zur Unterstützung des Klimaschutzplans. Das induktive „Bottom-up“-Prinzip bündelt Wissen aus den einzelnen Unternehmen. Erarbeitet und validiert wurde sie von den Beratungsgesellschaften Boston Consulting Group und Prognos im Auftrag des BDI.

Die BDI-Studie enthält eine profunde volkswirtschaftliche Analyse verschiedener technisch und wirtschaftlich möglicher Ansätze zur Emissionsreduktion und bietet damit eine solide Grundlage für künftige Debatten über die Klimaschutzziele der Bundesregierung sowie die Methoden und Wege, sie zu erreichen.

Federführung

Die Organisation der Studie setzt sich aus einem Stakeholder-Kreis (Auftraggeber) zusammen, einem aus den Instituten und dem BDI rekrutierten Steuerungskreis und der Projektleitung sowie einem Beirat, der die Methodik kommentiert. Der Beirat besteht aus renommierten Wissenschaftlern und Vertretern von Gewerkschaften. So konnte Professor Reinhard Hüttl (Deutsches GeoForschungsZentrum) gewonnen werden, Professor Andreas Löschel (WWU Münster), Professor Uwe Clausen (TU Dortmund) und Professor Karen Pittel (CES Ifo). Für die Gewerkschaften waren Angelika Thomas (IG Metall) und Dr. Ralf Bartels (IG Bergbau, Chemie, Energie) im Beirat vertreten.

Projektablauf

Der Kick Off fand im April 2017 statt. Im Laufe des Projekts wurden mehr als 40 Arbeitsworkshops durchgeführt, an denen rund 70 Verbände und Unternehmen und fast 200 Experten aus der gesamten deutschen Industrie beteiligt waren. Sie diskutierten gemeinsam über die weitere Entwicklung von Technologien, deren Effizienz und absehbaren Kosten.

Sie schätzten ein, wie sich die einzelnen Branchen und Sektoren in Zukunft entwickeln werden und welche Marktanteile Zukunftstechnologien in welchen Zeiträumen erreichen können. Mehr als 300 Abstimmungen wurden vorgenommen, um die Annahmen zu validieren. Im Laufe des Projekts erarbeiteten die Arbeitsgruppen Szenarien und Empfehlungen für die unterschiedlichen Branchen und Sektoren. Die Projektleitung bündelte die Arbeitsergebnisse und fungierte als Bindeglied zum Kernteam.

Rahmenbedingungen

Die Diskussionsgrundlage bildete eine Analyse der deutschen Energiewende bis dato und der daraus gewonnenen Erkenntnisse. Auf dieser Grundlage erarbeiteten die Arbeitsgruppen Szenarien für mögliche Entwicklungen in der Zukunft, die sowohl technische Reduktionsmaßnahmen als auch ökonomische Rahmenbedingungen berücksichtigten. In diesem Rahmen wurden auch die verschiedenen „Klimapfade“ entwickelt sowie Handlungsempfehlungen für die deutsche Industrie, für die deutsche, europäische und internationale Politik und für die Bevölkerung abgeleitet. Als singuläre Fragestellungen wurden unter anderem berücksichtigt: Wer sind mögliche „Game Changer“? Welche politischen Instrumente sind geeignet, den Klimaschutz voranzutreiben? Wie hoch sind die Kosten, um die Lücke zwischen der nach derzeitigen Maßnahmen erreichten Treibhausgasreduktion im Jahr 2050 und den im Klimaschutzplan 2050 angepeilten Klimazielen zu schließen?

Nutzen

Die in diesen Prozessen gebündelten Erkenntnisse bilden die Grundlage für den Vorschlag, wie sich die deutsche Industrie im Hinblick auf eine langfristig wirkende Klimaschutzstrategie positioniert. In der BDI-Studie „Klimapfade für Deutschland“ ist dieser Vorschlag verankert. Die Studie kann somit in der neuen Legislaturperiode ab 2018 im Rahmen der Diskussion und Neubewertung des Klimaschutzplans 2050 als solide Diskussionsgrundlage dienen.

Infografik - Klimaschutzplan 2050 - Studie