
Europas Wirtschaft auf Zehnjahreshoch
Damit wurden im ersten Halbjahr 2017 alle Erwartungen übertroffen und die Prognosen der Europäischen Kommission nach oben angepasst. Auch Privater Konsum, Außenhandel und Investitionen legten zu, während die Arbeitslosigkeit in der EU weiter gesunken ist. Die generell positive Stimmung wird lediglich durch niedriges Produktivitätswachstum getrübt. Dennoch ist auch im kommenden Jahr von einem soliden Wachstum von 2,1 Prozent auszugehen.
Laut [Herbstprognose 2017](https://ec.europa.eu/info/sites/info/files/economy-finance/upd_ip063_en.pdf "Öffnet Link in neuem Fenster") stimmen die Daten des ersten Halbjahrs 2017 optimistisch: Während Deutschland mit 2,2 Prozent genau im Mittel der Eurozone liegt, werden für Rumänien und Malta die höchsten Wachstumsraten von 5,7 beziehungsweise 5,6 Prozent erwartet. Das Vereinigte Königreich weist mit 1,5 Prozent den niedrigsten Wert auf. Zudem können alle EU-Mitgliedstaaten 2017 erstmals seit zehn Jahren wieder ein positives Wachstum verzeichnen. Die USA wachsen mit 2,2 Prozent nur minimal langsamer als die EU, während die Weltproduktion derzeit mit einer Rate von 3,5 Prozent zulegt.
Generell zeichnet sich eine breite konjunkturelle Erholung ab, die sich in positiven Entwicklungen am Arbeitsmarkt, im Außenhandel, den öffentlichen Haushalten und der Inflation widerspiegelt. Als wichtigster Antrieb ist vor allem der starke Private Konsum zu nennen, der in der EU schätzungsweise um 2,1 Prozent zulegt. Investitionen in der EU steigen momentan um 3,7 Prozent, was ebenfalls den Höchstwert der letzten zehn Jahre markiert. Die positiven Entwicklungen kommen außerdem auch weiterhin direkt bei den Unternehmen an. Im [BusinessEurope Economic Outlook](https://www.businesseurope.eu/sites/buseur/files/media/reports_and_studies/businesseurope_economic_outlook_autumn_2017.pdf "Öffnet Link in neuem Fenster") gaben 74 Prozent der befragten Mitgliedsverbände an, eine Verbesserung des Geschäftsklimas in den nächsten sechs Monaten zu erwarten.
Dieser positive Trend dürfte sich in den kommenden Jahren 2018 und 2019 fortsetzen, für die innerhalb der EU ein Wachstum von 2,1 beziehungsweise 1,9 Prozent prognostiziert wird. Die für 2019 erwartete Wende in der Zinspolitik der Europäischen Zentralbank könnte allerdings Herausforderungen innerhalb der EU (z.B. Griechenland, Italien) wieder verstärkt auf den Plan rufen.
Der aktuelle Aufschwung ist ein günstiger Moment, um sich auf die Herausforderungen der nahen Zukunft vorzubereiten. Kernelemente sind die Reduzierung der öffentlichen Verschuldung, die in erheblichem Maße mit dem Bankensektor verknüpft ist und sich insbesondere im Euroraum als zunehmend problematisch erweisen kann. Auch Deregulierungen im Dienstleistungsbereich, die Vollendung der Europäischen Währungsunion sowie Herausforderungen der Digitalisierung stehen auf der Reformagenda.