Von Passagierverkehr bis Cargo – die Luftfahrt spielt für die Vernetzung der Welt eine große Rolle. © Fotolia/industrieblick

Ohne das Flugzeug ist das moderne Leben nicht denkbar.

Wie die deutsche Luftfahrt Wirtschaft und Alltag befördert

Im Steigflug

Für immer mehr Menschen ist es eine Selbstverständlichkeit, mit dem Flugzeug zu reisen. Die deutsche Luftfahrt transportiert zudem Frachten in die ganze Welt, ist technologischer Vorreiter für andere Schlüsselindustrien und engagierter Treiber für das Ziel eines klimaneutralen Fliegens.

Die Luft- und Raumfahrt verbindet Welten, Kulturen und Unternehmen. Vor allem verbindet sie Menschen miteinander. Besuche bei weit entfernten Verwandten und Freunden, Geschäfts- und Urlaubsreisen – all das ist undenkbar ohne Flugzeuge. Aber auch Raumfahrttechnologien reichen längst hinein in unseren Alltag: Der regelmäßige Austausch über Telefon und Internet wird erst durch Weltraumsatelliten ermöglicht.

Das Flugzeug hat sich als zentrales Verkehrsmittel etabliert. Wurden auf deutschen Flughäfen 1991 noch gut 79 Millionen Passagiere verzeichnet, so waren es 2016 mehr als 223 Millionen. Der Wachstumstrend wird auch in Zukunft anhalten. Weltweit wird ein Anstieg von derzeit circa 3.300 Milliarden Passagierkilometer auf etwa 6.300 Milliarden Passagierkilometer im Jahre 2030 erwartet. Als größte Wachstumsmärkte gelten mittelfristig China und Indien.

Keine andere Verkehrsart als die Luftfahrt befördert Menschen und Güter in so kurzer Zeit über große Distanzen. Deshalb wird der Luftverkehr zur Erschließung infrastrukturschwacher Regionen an Bedeutung gewinnen. Bis 2030 erwarten Fachleute weiteres Wachstum auf hohem Niveau durch die enge Verknüpfung von allgemeinem Wirtschaftswachstum und Luftverkehrsaufkommen. Mit Wachstumsperspektiven von jährlich fünf Prozent steht der weltweite Markt für Luft- und Raumfahrt glänzend da. In den kommenden zwei Jahrzehnten werden Aufträge für mehr als 30.000 Großraumflugzeuge erwartet. Dies entspricht einem Auftragsvolumen von fünf Billionen Dollar.

Trends der Branche

Die vermehrte Nachfrage nach Flexibilität, Sicherheit und Privatsphäre werden zu einer steigenden Individualisierung des Luftverkehrs führen. Dazu werden On-demand Air Taxi Services gehören, deren Flugpläne flexibler sind. Flugzeugtypen wie Very Light Jets machen vor allem den Geschäftsflugverkehr erheblich erschwinglicher. Insbesondere im Businessbereich wird die Nachfrage nach Luftfahrzeugen mit senkrechter Start- und Landefähigkeiten wie z.B. Hubschrauber zunehmen, um die stetige Zunahme von Staus am Boden zu umgehen. Das intensive Forschungs- und Entwicklungsengagement zur Verringerung der Lärmbelastung von Vertical Take-off and Landing Fluggeräten wird diese Art des Reisens immer beliebter machen.

Bereits heute stößt das Lufttransportsystem vielfach an seine Grenzen. Prognosen gehen davon aus, dass 2025 rund 60 Prozent der europäischen Flughäfen jenseits ihrer Kapazitätsgrenzen operieren müssen. Für die USA und asiatische Wachstumsregionen gelten ähnliche Voraussagen. Auswege weisen effizientere Nutzungen der Lufträume und Runways durch neustrukturierte Flugverkehrsmanagementsysteme. In Europa wie in den USA wird intensiv daran geforscht, etwa durch hochpräzise Navigationsverfahren die Verkehrskapazität im Luftraum zu verdreifachen, die Sicherheit weiter zu erhöhen und dabei Emissionen sowie Flugsicherungsgebühren zu senken. Kurzum: Immer mehr Fluggäste werden immer günstiger, komfortabler und nachhaltiger reisen. Die Luftfahrt wird die Welt weiter vernetzen – und dabei sowohl Warenaustausch als auch den gesellschaftlichen Wohlstand anwachsen lassen.

Grundlage des Fortschritts

Die Zukunft der deutschen Luftfahrt ist aber nicht allein eine technologische Aufgabe. Die Politik ist ebenso aufgefordert, der Luftverkehrswirtschaft optimale Rahmenbedingungen im weltweiten Wettbewerb zu schaffen. So benötigt der Wirtschaftsstandort Deutschland international wettbewerbsfähige Betriebszeiten, die auch wirtschaftlich notwendige Nachtflüge zulassen. Nur so können die Unternehmen an einem Zeitzonen übergreifenden Welthandel teilnehmen. Die finanziellen Belastungen, etwa durch die Luftverkehrsteuer, müssen zurückgeführt werden. Rund eine Milliarde Euro pro Jahr entziehen diese Abgaben und Gebühren der Luftverkehrswirtschaft an dringend benötigten Investitionsmitteln. In diesem Sinne hat in Österreich der Ministerrat eine Halbierung der dortigen Luftverkehrsabgabe ab 2018 beschlossen.

Die Luftsicherheitsgebühren stellen eine weitere finanzielle Belastung dar. In Deutschland ist die Bundespolizei mit der Wahrnehmung der hoheitlichen Luftsicherheitskontrollen betraut und stellt die Kosten für Passagier- und Gepäckkontrollen den Luftfahrtunternehmen in Rechnung. Da es innerhalb der EU keine harmonisierte Gesetzgebung zur Finanzierung der Luftsicherheit gibt und die entsprechenden Gebühren in vielen EU-Ländern erheblich niedriger sind als in Deutschland, führt dies zu Verzerrungen im internationalen Wettbewerb.

Nicht zuletzt muss die technologische Forschung mit nachhaltiger öffentlicher Förderung national wie europäisch vorangetrieben werden, um die Klimaschutzziele erreichen zu können: Ab 2020 soll das Wachstum des Luftverkehrs CO2-neutral erfolgen. Für die Luftfahrtbranche ist die Kombination von Luftverkehr und Klimaschutz ein Kernanliegen. Seit 2009 halten die Flugzeuggesellschaften, Flugzeughersteller, Flugsicherungen wie Flughäfen die bis 2020 geltende globale Selbstverpflichtung ein, die Treibstoffeffizienz jedes Jahr um 1,5 Prozent zu verbessern. Dies erreichen sie durch die Verknüpfung von technologischen Innovationen, effektiveren Flugoperationen und einer Verbesserung der Infrastruktur.

Die Zukunft könnte der Sonne als Treibstofflieferanten gehören. Derzeit werden Verfahren erforscht, die Solarenergie unter Entnahme von CO2 als Rohstoff aus der Luft nutzen oder sich auf Pflanzenbasis durch Photosynthese bedienen. Die Ideenschmiede Bauhaus Luftfahrt in Ottobrunn hat gemeinsam mit der ETH Zürich eine Methode zur Erzeugung von nahezu emissionsfreiem Solar-Kerosin mitentwickelt. Im Algentechnikum bei München erkunden Wissenschaftler die Möglichkeiten, aus ölhaltigen Algen Biokerosin zu produzieren.

Damit ist die deutsche Luftfahrtindustrie gemeinsam mit der Forschungslandschaft der technologische Treiber für eine klimaneutrale Luftfahrt. Voraussetzung für das Erreichen dieses Ziels ist eine solide Investitionskraft der Luftverkehrsunternehmen, flankierende gesetzliche Rahmenbedingungen sowie erhebliche öffentliche Mittel für Forschung und Entwicklung.

Luftfahrtstandort Deutschland

Deutschland spielt in der stark vernetzten internationalen Luftfahrtindustrie eine zentrale Rolle. Hamburg zählt weltweit zu den drei größten Standorten für Flugzeugentwicklung und Flugzeugbau: Von hier wird das erfolgreichste Flugzeugprogramm aller Zeiten gesteuert – die Airbus A320-Familie. Zudem sind führenden Triebwerks- und Hubschrauberhersteller sowie innovative Ausrüster und Zulieferer in ganz Deutschland ansässig. Damit ist die Luftfahrt auch ein Jobmotor der deutschen Industrie: 330.000 Menschen in Deutschland sind direkt in der zivilen Luftfahrtindustrie, an den Flughäfen, bei den Fluggesellschaften und bei der Flugsicherung beschäftigt. Darüber hinaus haben tausende Forscher, Entwicklungsingenieure und Facharbeiter in Forschungseinrichtungen, Universitäten sowie in großen und kleinen Unternehmen einen entscheidenden Anteil an der Entwicklung von Weltklasse-Produkten für die Luftfahrt.

Kurz vor der Auslieferung bekommen die Flugzeuge der Airbus A320-Familie ihre schützende Lackierung. © Airbus S.A.S
Kontrollarbeiten an der sogenannten „Heckflosse“. Sie stabilisiert später die Lenkbarkeit des Flugzeugs. © Deutsche Lufthansa AG

Produkte „Made in Germany“ sind weltweit gefragt. Grenzüberschreitende offene Märkte sind für die Export-Industrie unerlässlich. Der ungehinderte Welthandel ermöglicht eine kontinuierliche Innovationsfähigkeit und stellt den Erhalt von Wertschöpfung und Wohlstand sicher – in Deutschland, aber auch weltweit. Dabei gilt es, Handelshemmnisse abzubauen statt mit Protektionismus neue zu errichten. Der deutsche Außenhandel wird von der Luftfahrt maßgeblich beflügelt. Beim Export nach Amerika, Asien, Afrika, Australien und Ozeanien wurden 2015 Waren im Wert von 197 Milliarden Euro transportiert. Denn der Transport per Luftfracht ist über weite Strecken schneller und sicherer, und bietet somit einen klaren Vorteil.

Dabei werden die Waren nicht nur in reinen Frachtmaschinen bewegt, sondern auch in den Laderäumen von Passagiermaschinen. Rund 50 Prozent ist sogenannte „Belly-Fracht“. Insofern sind Fracht- und Passagierverkehr eng miteinander verzahnt und erleben ein stetiges Wachstum. Auf deutschen Flughäfen konnte der Warentransport 2016 mit 4,58 Millionen Tonnen um 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden. Die Passagierzahlen sind im selben Zeitraum ebenfalls um 3,4 Prozent auf 223,2 Millionen angestiegen.

Die deutsche Luftfahrt steht damit innovativ und leistungsstark im globalen Wettbewerb. Sie vernetzt Millionen von Reisenden und bindet die Exportnation Deutschland an den Welthandel an. Um dies zu erhalten, ist eine Weiterentwicklung von gesetzlichen und regulativen Rahmenbedingungen erforderlich. So wird es auch in Zukunft möglich sein, z.B. direkt von Frankfurt nach Kapstadt zu fliegen.

© Steffen Weigelt

Die Zukunft der Luftfahrt gemeinsam gestalten

Die deutsche Luftfahrt verbindet Menschen und Märkte auf allen Kontinenten. Sie ist wichtige Säule der deutschen Wirtschaft, muss sich jedoch im internationalen Wettbewerb zunehmend beweisen. Auf dem Luftfahrtkongress 2017 vereinbarten daher Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften eine engere Zusammenarbeit. Denn es braucht verlässliche und faire Rahmenbedingungen, um den Luftfahrtstandort Deutschland zu stärken.

Wohin führt die Zukunft der Luftfahrt? Alexander Reinhardt spricht im Interview von den innovativen Ansätzen des größten europäischen Flugzeugbauers Airbus.

„Wir sind dabei, Mobilität in der Luft völlig neu zu denken“

Airbus ist Weltmarktführer in der zivilen Luftfahrt. Diese Position will der europäische Vorzeigekonzern weiter ausbauen. Ein Gespräch mit Alexander Reinhardt, dem Vorstandsbeauftragten für Politik- und Regierungsangelegenheiten in Deutschland, über ambitionierte Klimaziele, technologische Spitzenleistungen und die Zukunftsvisionen in der Luftfahrt.

Die Nachfrage nach Gütertransporten steigt, das Mobilitätsbedürfnis der Menschen wächst – wie kann die deutsche Luftfahrt diesen Ansprüchen begegnen?

Wir erleben derzeit den Trend, dass die Luftfahrt weltweit jedes Jahr um gut fünf Prozent wächst. Alle 15 Jahre verdoppelt sich also der Flugverkehr. Diese Entwicklung wird anhalten. Bis heute sind rund 80 Prozent der Weltbevölkerung noch nie geflogen. Fliegen war lange auf die westliche Hemisphäre konzentriert. Deshalb sind die Wachstumsmärkte heute vor allem außerhalb Europas zu finden. Wir entwickeln und produzieren in Europa, aber der Schwerpunkt unserer Auftragseingänge und Umsätze im zivilen kommerziellen Bereich kommt aus China, Indien und den Wachstumsregionen des Nahen Ostens. Eine unserer wesentlichen Aufgaben wird sein, auch für diese Menschen die Mobilität zum täglichen Erleben zu machen – das Flugzeug als normales Transportmittel zu etablieren.

Welche technologischen Entwicklungen erwarten Sie in den kommenden Jahren? Wie werden wir künftig fliegen?

Schon heute haben wir neue Flugzeugtypen, die Passagiere wesentlich leiser, emissionsärmer und auch komfortabler von A nach B bringen. Unsere neuen Maschinen verbrauchen zwischen 20 und 25 Prozent weniger Treibstoff als ihre Vorgängermodelle. Fliegen galt ja lange als Emissionstreiber. Das hat sich mittlerweile geändert. Und wir werden mit neuartigen Antrieben noch weitere Schritte gehen.

Eine A321-Maschine macht sich bereit für den ersten Flug. © Airbus S.A.S.
Alles neu – vom Rollen bis zum Fliegen. Zukünftige Antriebe müssen als Hybride gedacht werden.

Nennen Sie uns Beispiele?

Wir forschen intensiv an neuen Antriebstechnologien. E-Mobilität und hybride Lösungen spielen dabei eine wichtige Rolle. Schon heute kommen derlei Techniken zum Einsatz, etwa wenn das Flugzeug am Boden bewegt wird. Das spart Kerosin und macht keinen Lärm. Zudem kann bei automatischen Landemanövern im kontinuierlichen Gleitflug erheblich Treibstoff eingespart werden. Und wir arbeiten an neuen Ansätzen im Air Traffic Management mit einer Luftraumkontrolle, damit man nicht mehr im Zickzack fliegen muss, sondern direkt. Das spart Zeit und Ressourcen und schont obendrein die Nerven der Passagiere, weil sie nicht mehr kreisen.

Was macht die Luftfahrt zum technologischen Vorreiter für andere Schlüsselbranchen?

Wir werden uns rasch digitale Lösungen zunutze machen. Vernetzte Flotten werden im Flug Daten austauschen – untereinander und mit dem Boden. Das birgt neue Möglichkeiten. Ein Flugzeug könnte dem Landeflughafen melden: Wir haben ein Teil, das ersetzt werden muss. Am Flughafen wird dieses Teil mit dem 3D-Drucker produziert und während die Reinigungskräfte das Flugzeug säubern, wird es bereits eingebaut. Gerade in der 3D-Drucktechnik sind wir weiter als andere Industrien.
Für urbane Räume denken wir über individualisiertes Fliegen nach. Dabei werden wir auch mit Automobilherstellern zusammenarbeiten. In Genf haben wir eine Konzeptstudie für autonomes Fliegen vorgestellt – mit dem Namen „Pop.Up“. Mit einer Kabine fliegen Sie elektrisch über kurze Distanz. Kurz vor dem Ziel klinken Sie wieder auf eine mobile Plattform am Boden auf und fahren die letzte Meile. Fliegend kommen Sie nicht überall hin, weil man noch eine kleine freie Fläche zum Starten und Landen braucht. Es gibt viele verschiedene Konzepte, um die Mobilität in der Luft völlig neu zu denken. Und das kann sehr bald Realität werden.

Was sind die zentralen Treiber hinter der Entwicklung von Innovationen in der Luftfahrt?

Zum einen ist das der globale Wettbewerb. Der weltweite Transport von Gütern und Menschen ist ein zentraler Eckpfeiler der Globalisierung. Und die Konkurrenz in diesem Segment wird größer. Zum anderen sind es die technologischen Neuerungen. Dazu gehören immer sparsamere Triebwerke, aber auch die Digitalisierung und die Industrie 4.0, mit der wir unsere Produktionsabläufe völlig neu gestalten werden. Wie im Automobilbau spielen auch in unserer Branche künstliche Intelligenz und Robotik dabei eine zentrale Rolle.

Der Berliner Showroom macht die Produktvielfalt von Airbus erlebbar.
Von Luft- bis Raumfahrt – interaktive Flächen lassen entdecken, worauf es beim Fliegen ankommt.

Auf welche Weise prägen die Themen Klimaschutz und Energieeffizienz den Wirtschaftsstandort Deutschland?

Für den Standort Deutschland kann ich nicht sprechen. Aber unsere Branche ist entscheidend geprägt von diesen Themen. Wir sind einer der forschungsintensivsten Industriezweige, die es überhaupt gibt. In den vergangenen Jahren haben wir jährlich mehr als drei Milliarden Euro in die Forschung gesteckt. Der mit Abstand größte Teil davon fließt in die Optimierung der Energieeffizienz unserer Produkte. Hierbei geht es vor allem um reduzierten Treibstoffverbrauch und die Verringerung von Emissionen – und zwar nicht nur von CO2, sondern auch von Lärm.

Vor welchen Herausforderungen steht Airbus in nächster Zukunft?

Die Digitalisierung und die Industrie 4.0 sind ein ähnlich umwälzender Vorgang wie die erste Industrialisierung. Dieser Entwicklung müssen wir uns nicht nur stellen, sondern wir müssen sie aktiv vorantreiben. Das betrifft die Art und Weise, wie wir produzieren und arbeiten, und es eröffnet auch gänzlich neue Geschäftsmodelle, etwa wenn es darum geht, unseren enormen Fundus an Daten bestmöglich zu nutzen.
Der Weltmarkt der Luftfahrt ist hart umkämpft. Unsere Konkurrenten sind traditionell die USA. Es kommen aber auch neue Partner hinzu: China, Japan, Kanada, Brasilien. Wir müssen unsere Produktionsabläufe so optimieren, dass wir als Partner auch für kleinere Hersteller interessant sind. Es wird einen Wettbewerb um diese Partnerschaften geben. Wer die besten kleineren Hersteller für sich gewinnt, wird im Vorteil sein.

Wie kann die Politik Sie dabei unterstützen?

Wir sind ja ein Unternehmen, das Wert darauf legt, unabhängig zu handeln. Aber natürlich hat unsere Branche einen engen Austausch mit der Politik. Schon aufgrund der Tatsache, dass drei der vier Heimatländer Aktionäre bei uns sind und die Staaten zugleich große Kunden von uns. Hinzu kommt, dass die Luft- und Raumfahrtbranche für Europa von strategischer Bedeutung ist. In der Forschung und Entwicklung verfügen wir mit dem Luftfahrt-Forschungsprogramm (LuFo) über ein bewährtes Förderinstrument, für das wir dankbar sind. Wenn ich einen Wunsch frei hätte, dann dass wir endlich auch in Deutschland eine steuerliche Begünstigung für Forschungsaktivitäten hinbekämen. Das würde mir etliche schwierige Diskussionen mit meinen französischen Kollegen ersparen. Denn da gibt es das Instrument seit Jahren und hat sich wie in vielen anderen Staaten auch sehr bewährt.