Deutsche Unternehmen in den USA für offene Märkte

Daniel Andrich © RGIT

Die deutschen Unternehmen in den USA wünschen sich mehr Freihandel, Investitionen in Infrastruktur und Erleichterungen bei der Visavergabe. Die Representative of German Industry and Trade (RGIT) wird sich weiterhin für offene Märkte einsetzen, erklärt Daniel Andrich im Interview.

Wie stark sind deutsche Unternehmen auf dem US-Markt vertreten? Welche Branchen sind besonders aktiv in den USA?

In den USA profitieren rund 4.700 Unternehmen von deutschen Kapitalbeteiligungen. Ende 2015 erreichten die deutschen Direktinvestitionen in den USA einen Gesamtwert von rund 319 Milliarden US-Dollar. Die USA importierten Waren aus Deutschland im Gesamtwert von 125 Milliarden US-Dollar. Etwa ein Drittel der US-Importe aus Deutschland kommt aus dem KfZ-Bereich, gefolgt von Chemikalien und dem Maschinenbau. In diesen Sparten finden sich auch die meisten Beschäftigten aller deutschen US-Zweigniederlassungen. Insgesamt sind deutsche Tochterunternehmen für über 670.000 Arbeitsplätze in den USA verantwortlich.

Welche Herausforderungen stellen sich für die Unternehmen im US-Markt, und welche Veränderungen ergeben sich durch den neuen US-Präsidenten?

Laut der jüngsten Umfrage „German American Business Outlook 2017“ rechnen 72 Prozent der befragten deutschen US-Tochterunternehmen mit positiven beziehungsweise keinen Veränderungen durch die neue Administration. Herausforderungen, die die neue Administration angehen sollte, sehen Unternehmen bei den Themen Steuerreform und Freihandelsabkommen. Gewünscht haben sich diese Unternehmen außerdem verbesserte Investitionsbedingungen, den Ausbau von Ausbildungsprogrammen, mehr Investitionen in die Infrastruktur und vereinfachte Visa-Bedingungen. Zum jetzigen Zeitpunkt bleibt noch abzuwarten, ob und wie diese Herausforderungen von der neuen Administration in Angriff genommen werden.

Ändert sich die Arbeit des RGIT durch die neue US-Administration? Welche Schwerpunkte setzt der RGIT für seine Arbeit?

RGIT wird sich auch in Zukunft in Washington für offene Märkte einsetzen. Es geht darum, den transatlantischen Markt als Einheit in der globalen Weltwirtschaft zu positionieren. Dies gelingt nur, wenn wir die transatlantischen Wirtschaftsbeziehungen weiter vertiefen. Sie basieren auf einem vertrauensvollen Geschäftsumfeld, verlässlichen Rahmenbedingungen und offenen Märkten. Dafür setzt sich RGIT ein: für Partnerschaft, Integration, Kooperation, Verlässlichkeit und Offenheit – auf beiden Seiten des Atlantiks.

Daniel Andrich ist Leiter der gemeinsamen Vertretung des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) und des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) in den USA, der Representative of German Industry and Trade (RGIT).