Deutsche Wirtschaft begrüßt Einigung mit dem Iran

Iran

Ansicht von Teheran mit dem Tohid Tunnel, dem Milad-Turm und dem Alborz-Gebirge im Hintergrund © Fotolia/Borna Mir

BDI-Präsident Ulrich Grillo äußert sich zum Ergebnis der Verhandlungen mit dem Iran. Er fordert nun Regelungen für den Abbau der Sanktionen.

„Die mit dem Iran erzielte Einigung ist ein wichtiger Beitrag für Stabilität und Sicherheit in der gesamten Region. Das Land mit seiner jungen, gut ausgebildeten Mittelschicht sucht den Anschluss an die Weltgemeinschaft – politisch wie wirtschaftlich.“ Das sagte BDI-Präsident Ulrich Grillo am Dienstag in Berlin zum Ergebnis der Verhandlungen der sogenannten 5+1-Gruppe mit dem Iran. „Mit der schrittweisen Aufhebung der Wirtschaftssanktionen wird die deutsche Industrie ihren Beitrag dazu leisten, den Iran wieder in die internationale Gemeinschaft zu integrieren“, unterstrich Grillo.

Während 2014 Güter im Wert von 2,4 Milliarden Euro zwischen Deutschland und dem Iran gehandelt wurden, hält der BDI mittelfristig ein Exportvolumen von über zehn Milliarden Euro für realistisch. Mit seinen etwa 80 Millionen Einwohnern ist der Iran ein Absatzmarkt von gewichtiger Größe.

Der Nachholbedarf bei der Modernisierung der Industrie-Infrastruktur des Landes ist groß. „Insbesondere die Modernisierung der Ölindustrie eröffnet dem deutschen Maschinen- und Anlagenbau große Marktchancen“, schätzt der BDI-Präsident ein. „Auch der Automobilbau, die chemische Industrie, die Gesundheitswirtschaft sowie der Ausbau erneuerbarer Energien bieten der deutschen Industrie viele Möglichkeiten“, erklärt Grillo. Die deutsche Wirtschaft benötige nun Möglichkeiten zur Finanzierung von Investitionen und für die Abwicklung von Geschäften im Iran. Grillo fordert insbesondere die schnelle Wiederaufnahme des Swift-Zahlungsverkehrs sowie klare Regelungen für den schrittweisen Abbau der Sanktionen mit einem verlässlichen Rechtsrahmen für ein Engagement im Iran.