Erfolgreiche Frauen in Afrika und Deutschland in Zeiten der Pandemie

Warm up Women's Business Breakfast © Eva Gauß, BDI

Warm up Women's Business Breakfast © BDI

Die Corona-Pandemie stellt deutsche und afrikanische Unternehmerinnen gleichermaßen vor große Herausforderungen. Viele Unternehmen geraten in finanzielle Not und müssen sogar schließen. Doch kann die Krise auch den Startschuss für eine positive Entwicklung geben? Viele Unternehmen machen derzeit wichtige Schritte in Sachen digitale Transformation.

Bei einer Online-Blitzumfrage, durchgeführt vom BDI und der Agentur für Wirtschaft und Entwicklung (AWE) im Rahmen eines gemeinsamen „Women’s Business Breakfast“, gaben neun von zehn Unternehmerinnen an, dass sie negative Auswirkungen von COVID-19 auf ihre Geschäfte deutlich spüren. Mary Ngechu, Geschäftsführerin der Lineplast Group of Companies in Kenia, musste aufgrund der Pandemie Angestellte entlassen. Doch sie zieht nicht nur eine negative Bilanz aus den letzten Monaten. Sie berichtet auch von positiven Entwicklungen. Ihr Unternehmen, das auf Verpackungen für die Nahrungs- und Kosmetikindustrie spezialisiert ist, erweiterte seine Produktpalette und stellt heute erfolgreich Desinfektionsmittel für den ostafrikanischen Markt her.

Tanja Gönner, Vorstandssprecherin der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) ist überzeugt, dass die Corona-Krise ein Treiber für Innovationen sein kann. „Die Pandemie ist auch der Startpunkt für etwas Neues“, so Gönner. „Ich möchte nicht den Eindruck vermitteln, dass aktuell alles einfach ist. Die Krise ermöglicht es aber, dass sich einige Dinge in unserer Gesellschaft verändern.“

Corona-Pandemie als Motor für den digitalen Wandel?

Die digitale Transformation war bereits vor der Krise in vollem Gange und wird durch die Corona-Pandemie weiter vorangetrieben. Die Einführung digitaler Tools hat enorm an Fahrt gewonnen. Heike Bergmann, Mitglied der Geschäftsführung bei Voith Hydro und stellvertretende Vorsitzende der Subsahara-Initiative der Deutschen Wirtschaft (SAFRI) sagt: „Die Pandemie war hier ein Augenöffner. Sie hat gezeigt, was alles möglich ist.“ Neben digitalen Schulungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter führte das Unternehmen ein Online-Programm für die Wartung von Wasserkraftwerken aus der Ferne ein.

Auch für das Solarunternehmen Daystar Power Group in Ghana hat sich in der Corona-Pandemie eine remote Lösung bewährt. So werden installierte Solaranlagen inzwischen aus der Ferne überwacht, berichtet Olaedo Osoka, CEO des Unternehmens. Man habe mittlerweile gelernt, das Beste aus den Einschränkungen zu machen, so Osoka.

„Die Digitalisierung im Schnellverfahren ist ein enormer Gewinn für Afrika“, bekräftigt Sabine Dall’Omo, CEO von Siemens in Südafrika. Virtuelle Projekte mit Partnern in verschiedenen afrikanischen Ländern, wie Ghana und Südafrika, waren bis vor Kurzem undenkbar. Heute sind sie möglich. Um die Zusammenarbeit über Landesgrenzen hinweg weiter voranzutreiben, setzt sie große Hoffnungen auf die panafrikanische Freihandelszone.

Hintergrund Women’s Business Breakfast

Das exklusive „Women’s Business Breakfast“ der AWE und des BDI bringt weibliche Führungskräfte aus Afrika und Deutschland zusammen, um über Erfahrungen, innovative Ideen, Investitionen und Partnerschaften ins Gespräch zu kommen. Zu den Teilnehmerinnen des dritten „Women’s Business Breakfast“ gehören Heike Bergmann, Mitglied der Geschäftsführung bei Voith Hydro und Vizevorsitzende der Subsahara-Initiative der Deutschen Wirtschaft (SAFRI), Tanja Gönner, Vorstandssprecherin der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), Sabine Dall’Omo, CEO von Siemens Südliches und Östliches Afrika, Mary Ngechu, Managing Director von Lineplast Group of Companies Ltd. in Kenia, Olaedo Osoka, CEO von Daystar Power Group in Ghana sowie Franziska Hollmann, Director Corporate Finance Africa bei der Deutschen Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG).