
Aktionsplan Nachhaltigkeit - Wettbewerbsfähigkeit als Schlüssel nachhaltiger Transformation
Mit dem Kabinettbeschluss „Nachhaltigkeit für ein modernes und zukunftsfähiges Deutschland“ vom November 2025 hat die Bundesregierung die Umsetzung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie (DNS) weiterentwickelt und in Form eines Aktionsplans einen stärker handlungsorientierten Ansatz für die Erreichung der Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030 der Vereinten Nationen verfolgt. Im Unterschied zur Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie, die den übergeordneten strategischen Rahmen bildet, konkretisiert der Aktionsplan Nachhaltigkeit politische Schwerpunkte durch insgesamt 19 ressortübergreifende Missionen. Diese sollen konkrete Verbesserungen für Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen sowie den Wirtschaftsstandort Deutschland bewirken und zugleich zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele beitragen. Der BDI hat sich an der organisierten Öffentlichkeitsbeteiligung mit einer Stellungnahme eingebracht.
Klarere strategische Ausrichtung
Der BDI begrüßt das Anliegen der Bundesregierung, mit dem Aktionsplan Nachhaltigkeit die Umsetzung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie stärker an konkreten Missionen auszurichten. Damit der Aktionsplan jedoch einen wirksamen Beitrag zu nachhaltigem Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und Transformation leisten kann, bedarf es einer klareren strategischen Ausrichtung, einer stärkeren Berücksichtigung der ökonomischen Dimension der Nachhaltigkeit sowie einer höheren Kohärenz zwischen den einzelnen Missionen sowie eine gesicherte Finanzierung der Maßnahmen.
Industrie als zentraler Lösungsgeber
Nachhaltigkeitspolitik kann nur erfolgreich sein, wenn ökologische, soziale und wirtschaftliche Ziele gleichrangig verfolgt werden. Dazu gehört auch, öffentliche Nachfrage und Präferenzregeln in klar begründeten Ausnahmefällen und in kritischen Bereichen für den Umbau der Industrie zu nutzen. Leitmärkte können Investitionen beschleunigen und die Verbindung von Nachhaltigkeit, Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz stärken. Der Aktionsplan sollte daher die Rolle der Industrie als zentralen Lösungsanbieter für Dekarbonisierung, Ressourceneffizienz, Digitalisierung, Innovation und Resilienz stärker hervorheben und die Rahmenbedingungen für Investitionen und industrielle Wertschöpfung konsequent verbessern.
Mehr Abstimmung, weniger Bürokratie
Zugleich sollten die vorgesehenen Maßnahmen mit belastbaren Finanzierungsgrundlagen hinterlegt, auf europäische Vorgaben abgestimmt und so ausgestaltet werden, dass zusätzliche Bürokratie und Wettbewerbsnachteile vermieden werden. Resilienz, Sicherheit und technologische Innovation müssen dabei als Querschnittsaufgaben verstanden und insbesondere in den Be-reichen Infrastruktur und Energieversorgung stärker verankert werden.
Der BDI wird die weitere Ausgestaltung des Aktionsplans konstruktiv begleiten und sich dafür einsetzen, dass Nachhaltigkeitspolitik zu einer Stärkung des Wirtschaftsstandorts Deutschland, seiner industriellen Basis und seiner Zukunftsfähigkeit beiträgt.
Referentenentwurf eines Aktionsplans „Nachhaltigkeit für ein modernes und zukunftsfähiges Deutschland“
Mit dem Kabinettbeschluss „Nachhaltigkeit für ein modernes und zukunftsfähiges Deutschland“ vom November 2025 hat die Bundesregierung die Umsetzung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie (DNS) weiterentwickelt und in Form eines Aktionsplans einen stärker handlungsorientierten Ansatz für die Erreichung der Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030 der Vereinten Nationen verfolgt. Der BDI begrüßt das Ziel eines handlungsorientierten Aktionsplans Nachhaltigkeit. Damit dieser wirksam zur Transformation Deutschlands beiträgt, müssen ökologische, soziale und ökonomische Ziele gleichrangig berücksichtigt, die Rolle der Industrie als Lösungsanbieter gestärkt sowie Investitionen, Innovationen und Wettbewerbsfähigkeit stärker in den Mittelpunkt gerückt werden.
Novellierung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie 2024
Die Bundesregierung wird bis zum Ende des Jahres 2024 die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie (DNS) novellieren. Eine erste Dialogfassung hierzu wurde Anfang Juni 2024 veröffentlicht. Sie orientiert sich vor allem an den 17 Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen, der Agenda 2023. Der BDI hat sich an dem organisierten online-Dialog mit einer Stellungnahme zu ausgewählten Themen beteiligt, wie zum Beispiel zur Kreislaufwirtschaft, schadstofffreien Umwelt und der nachhaltigen Mobilität.