Eine blau, rot, orangene Computerplatine mit einem weißen Gehirn darauf
© Steve A Johnson
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Nationale IP-Strategie: Geistiges Eigentum als Schlüssel für Innovation und Wettbewerbsfähigkeit

Geistiges Eigentum wird zunehmend zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor für Innovationsstandorte. Mit der geplanten nationalen IP-Strategie will die Bundesregierung die Rahmenbedingungen für Schutz, Transfer und wirtschaftliche Verwertung von Innovationen verbessern und Deutschlands technologische Stärke langfristig sichern.

Nationale IP-Strategie als Hebel der Hightech Agenda Deutschland

Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) arbeitet derzeit an der Entwicklung einer nationalen IP-Strategie. Die Initiative ist ein wichtiger Baustein der Hightech Agenda Deutschland und soll dazu beitragen, geistiges Eigentum (Intellectual Property, IP) stärker als strategischen Hebel für Innovation, Technologietransfer, Wertschöpfung und internationale Wettbewerbsfähigkeit zu nutzen.

Um die Strategie praxisnah auszugestalten, hat das BMFTR im August fünf themenspezifische Round Tables u. a. zu IP-Kompetenzen und Transferbedarfen für Unternehmen durchgeführt. Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Transferpraxis diskutierten dabei zentrale Herausforderungen und Handlungsfelder einer modernen IP-Politik. Ziel ist es, die Perspektiven und Erfahrungen der unterschiedlichen Akteure entlang der Innovationskette frühzeitig in den Strategieprozess einzubeziehen.

Ein leistungsfähiges IP-Ökosystem als strategisches Ziel

Geistiges Eigentum bildet die Grundlage für technologische Souveränität, Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie die erfolgreiche Vermarktung neuer Technologien. Vor diesem Hintergrund sollte die nationale IP-Strategie einen kohärenten Rahmen für die Schaffung, den Schutz, die Nutzung und die wirtschaftliche Verwertung von IP schaffen. Entscheidend ist dabei ein ganzheitlicher Ansatz, der sowohl die Generierung neuer Schutzrechte als auch deren Transfer in marktfähige Anwendungen und Geschäftsmodelle fördert. Basierend auf den vom BDI identifizierten Handlungsfeldern stehen insbesondere drei Bereiche im Mittelpunkt: ein leistungsfähiges IP-Ökosystem, die effiziente Schaffung von IP sowie die erfolgreiche Nutzung und Monetarisierung geistigen Eigentums.

Wissenstransfer und IP-Kompetenzen stärken

Ein zentrales Element ist die Stärkung des Wissens- und Technologietransfers entlang der gesamten Innovationskette. Forschungsergebnisse müssen schneller und erfolgreicher aus Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Laboren in industrielle Anwendungen überführt werden. Hierzu gehören der Ausbau von IP-Awareness-Programmen, eine stärkere Verankerung von IP-Kompetenzen in Hochschulen sowie leistungsfähige Transfer- und Beratungsstrukturen für kleine und mittlere Unternehmen sowie Start-ups. Ebenso wichtig sind innovationsfreundliche und rechtssichere Lizenzierungs- und Verwertungsmodelle, die Transaktionskosten reduzieren und die Nutzung von Schutzrechten erleichtern.

IP-System auf Zukunftstechnologien ausrichten

Darüber hinaus sollten die in der Strategie gebündelten Maßnahmen im deutschen und europäischen IP-System gezielt auf Zukunftstechnologien ausgerichtet sein. Dazu zählen insbesondere die Weiterentwicklung von Schutzmechanismen für Anwendungen der Künstlichen Intelligenz und der Biotechnologie, beschleunigte Patentverfahren in strategischen Technologiefeldern sowie eine angemessene personelle und finanzielle Ausstattung der zuständigen IP-Institutionen. Auch die systematische Berücksichtigung von IP-Aspekten in Forschungs- und Förderprogrammen kann dazu beitragen, die Entstehung und Verwertung von Innovationen frühzeitig mitzudenken.

Nächste Schritte im Strategieprozess

Der Strategieprozess befindet sich derzeit in einer wichtigen Phase. Nach den im August durchgeführten Round Tables sollen im Herbst erste Eckpunkte einer nationalen IP-Strategie veröffentlicht werden. Daran sollen weitere Diskussionsrunden mit Expertinnen und Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft anschließen. Damit bietet sich die Chance, gemeinsam einen strategischen Rahmen zu entwickeln, der Deutschlands Innovationskraft stärkt, den Transfer von Forschungsergebnissen beschleunigt und die wirtschaftliche Nutzung geistigen Eigentums zu einem festen Bestandteil der Standort- und Innovationspolitik macht.

Ansprechpartner

Babette Albrecht-Metzger

Referentin Recht und Steuern
BDI e.V.
Personalfoto Babette Albrecht-Metzger