
Klimabedingte Lieferkettenrisiken: Vom Schadenfall zur Prävention
Die Industrie sieht sich zunehmend mit den direkten und indirekten Folgen von Klimarisiken in globalen Lieferketten konfrontiert. Extreme Wetterereignisse wie Überschwemmungen, Dürren oder Stürme können Produktionsstandorte beeinträchtigen, Transportwege unterbrechen und so ganze Wertschöpfungsnetzwerke ins Wanken bringen. Besonders kritisch ist dabei die räumliche Bündelung von Lieferanten in bestimmten Industrieclustern oder entlang zentraler Handelsrouten: Fällt eine dieser Schlüsselregionen aus, sind häufig mehrere Zulieferer und Logistikwege gleichzeitig betroffen, was die Auswirkungen deutlich verstärkt. In Kombination mit geopolitischen Spannungen und wirtschaftlicher Unsicherheit entstehen komplexe Risikolagen, die eine neue Tiefe in der Bewertung und Absicherung von Betriebsunterbrechungen erfordern.
Transparenz, verbesserte Forecasts und eine strategische Ausrichtung im Umgang mit Lieferkettenrisiken werden damit zur Grundlage für eine belastbare Risikobewertung. Auch in der Versicherung von Betriebsunterbrechungen zeigt sich ein Wandel. Gefragt sind integrierte Lösungen, die über den klassischen Risikotransfer hinausgehen. Wie können Unternehmen durch Prävention, Monitoring und innovative Modelle wie parametrische Versicherungen ihre Geschäftsrisiken reduzieren? So können Risiken nicht nur abgesichert, sondern entlang der gesamten Wertschöpfungskette aktiv gesteuert werden.
• Wie verändern Klimarisiken konkret die Risikolandschaft globaler Lieferketten?
• Welche Rolle kann der Versicherer als aktiver Partner in der Prävention einnehmen?
Lukas Keidel
Industrie-Förderung Gesellschaft mbH
