
Resilienz unter Feuer: Unternehmen zwischen Verteidigungsplanung und Innovation
Im Verteidigungsfall geht es nicht nur um militärische Einsatzbereitschaft. Es geht darum, dass das tägliche Leben weiter funktioniert: Energie muss fließen, Lebensmittel müssen produziert und verteilt werden, medizinische Güter verfügbar bleiben, Logistik und IT müssen arbeiten. Grundversorgung braucht Produktion – auch unter Druck.
Diesen permanenten Druck erleben ukrainische Unternehmen seit Jahren. Wirtschaftliches Handeln findet dort unter Bedingungen statt, unter denen Produktionsstätten, Logistikrouten und Energieversorgung kontinuierlich bedroht sind. Drohnen stehen exemplarisch für diesen Wandel: Sie sind einerseits ein reales Risiko für industrielles Handeln – und zugleich ein massiver Treiber rasanter Innovation. Die Notwendigkeit, unter Angriff und Störung handlungsfähig zu bleiben, hat in der Ukraine neue Lösungen, neue Kooperationsformen und deutlich verkürzte Innovationszyklen hervorgebracht.
Auch in Deutschland sind Vorboten dieser Entwicklung sichtbar. Drohnen überfliegen kritische Infrastrukturen bislang vor allem zur Aufklärung und Spionage. Für Unternehmen folgt daraus eine klare Verantwortung: sich frühzeitig auf sich verändernde Bedrohungslagen einzustellen.
Die entscheidende Frage lautet daher nicht, ob wir reagieren müssen, sondern wie wir zivile Verteidigungsfähigkeit, unsere Resilienz, frühzeitig und innovationsfähig gestalten.
Kerstin Petretto
BDI e.V.

Lukas Keidel
Industrie-Förderung Gesellschaft mbH
