Bezahlte Likes gegen den diplomatischen Boykott
Auch Regierungen setzten auf Soziale Medien. China versucht mithilfe von Influencern sein Image aufzubessern. Immer wieder erfährt die Volksrepublik Kritik für seine Menschenrechtsverletzungen und die eingeschränkte Meinungsfreiheit. Um dem entgegenzusetzen, schloss das chinesische Generalkonsulat in New York einen Vertrag über 300.000 US-Dollar mit einer US-amerikanischen PR-Firma ab.
Es gibt Aufholbedarf im internationalen Wettbewerb um Technologien
Von der Einführung der E-Mail über den Dialog via Social Media bis hin zur Anwendung von Big Data und Künstlicher Intelligenz: In den vergangenen 30 Jahren hat sich die diplomatische Arbeit durch neue Technologien verändert. Was der signifikanteste technologische Einschnitt war und wo Europa in der Digitalisierung aufholen muss, erklärt Botschafter Boris Ruge, stellvertretender Vorsitzender der Münchener Sicherheitskonferenz, im Videointerview mit Iris Plöger (BDI).
„Digitale und traditionelle Diplomatie bilden keinen Gegensatz“
Im Auswärtigen Amt versteht wohl keiner mehr von außenpolitischen Aspekten der Digitalisierung als Hinrich Thölken. Als Sonderbeauftragter für internationale Digitalisierungspolitik und digitale Transformation trifft er sich mit technologischen Vordenkern auf der ganzen Welt und vermittelt zwischen Wirtschaft und Politik. Im Interview verrät der Botschafter, wie digitale Technologien Chancen eröffnen, Länder neu verbinden und das Machtgefüge verändern.
Europas digitale Souveränität als verantwortungsvolle Interessenspolitik
Die Digitalisierung immer weiterer Handlungsbereiche und die neue Konfliktivität zwischen den großen Mächten führen dazu, dass eine neue europäische Machtpolitik gefordert wird. Dass diese Forderung (nur) dann berechtigt ist, wenn sie im Einklang mit demokratischen Werten, multilateralen Prinzipien und der Beförderung einer offenen Gesellschaft steht, führen Annegret Bendiek und Jürgen Neyer aus.