Wachstumsausblick Europa – Mai 2025: Protektionismus als Konjunkturbremse
Die europäische Wirtschaft sieht sich derzeit mit erheblichen Belastungsfaktoren konfrontiert. Während sich zuletzt erste Anzeichen einer Stabilisierung zeigten, wird die konjunkturelle Erholung durch den weltweit zunehmenden Protektionismus spürbar gebremst. Ein neuer fiskalpolitischer Kurs auf europäischer Ebene lässt auf eine Stärkung der Nachfrage hoffen, wirkt aber vor allem mittelfristig.
Europäischer Pakt für die Wirtschaft
Zum Staatsbesuch des französischen Präsidenten in Deutschland fordern BDI, BDA und Medef kurz vor der Europawahl einen europäischen Pakt für Wirtschaft und Industrie. Deutschland und Frankreich sollten die Debatte in der EU gemeinsam starten.
Cybersicherheit in der EU: NIS 2-Richtlinie
Die deutsche Industrie begrüßt das Ziel der Europäischen Kommission, die Cyberresilienz Europas zu stärken und gleiche Wettbewerbsbedingungen für wesentliche und wichtige Einrichtungen zu schaffen. Cybersicherheit ist die Basis für eine sichere digitale Transformation. Wir plädieren für eine gezielte Verbesserungen der vorgeschlagenen Richtlinie, insbesondere im Hinblick auf den Anwendungsbereich, die Meldepflichten und den Bußgeldrahmen. Zur ausführlichen Bewertung (EN)
EU-Wiederaufbauplan: Kritische Verhandlungsphase hat begonnen
Die COVID-19-Pandemie hat tiefe Spuren in der wirtschaftlichen Entwicklung Europas hinterlassen. Die ohnehin schwierigen Diskussionen über den EU-Haushalt finden seit Ausbruch der Krise unter völlig neuen Voraussetzungen statt. Zu Beginn der entscheidenden Verhandlungsphase setzt sich der BDI für ein ehrgeiziges Wiederaufbauprogramm und Zukunftsinvestitionen ein, die die Wirtschaft umfassend stärken sollten.
Europa wächst, aber ohne dringend nötige Reformen
Die EU-Wirtschaft wird dieses Jahr um rund zwei Prozent wachsen. Nach 2,4 Prozent im vergangenen Jahr ist damit der Konjunkturhöhepunkt überschritten. Auch wenn sich weiterhin moderates Wachstum abzeichnet, fehlt es an Reformen. Die Frage, welches Land aktuell Strukturreformen durchführe, stand deshalb im Fokus des Brüsseler Econ Jour Fixe, einem regelmäßigen Treffen von EU-Ökonomen der Verbände, Gewerkschaften, europäischen und internationalen Institutionen sowie Think Tanks.
Europäische öffentliche Güter forcieren
Von der Europäischen Union bereitgestellte öffentliche Güter unterliegen jeher einer hitzigen Debatte unter Ökonomen und Politikern, zuletzt wieder bei den Beratungen über den mehrjährigen Finanzrahmen. Auf dem siebten „Econ Jour Fix“-Meeting Ende April diskutierte der BDI mit jungen Ökonomen und unserem Gast Jakob von Weizsäcker, Mitglied des Euopäischen Parlaments, über dieses Thema.
Ein Konvergenz-Code für den Euroraum
In den letzten Jahren gab es zahlreiche Anstrengungen, die öffentlichen Finanzen zu reformieren. Maßnahmen zur Stärkung der Wirtschaft blieben hingegen weitestgehend aus. Können Benchmarks wie Empfehlungen der Europäischen Kommission oder Ratschläge der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und des Internationalen Währungsfonds (IWF) die Umsetzung von Reformen beschleunigen? Wie könnte ein „Konvergenz-Code“ für den Euroraum aussehen?
Die Vertiefung der Wirtschafts- und Währungsunion darf nicht ins Stottern geraten
Eine krisenfeste Europäische Wirtschafts- und Währungsunion (EWWU) ist gerade für deutsche Unternehmen von zentraler Bedeutung. Stabile Wechselkurse und florierende Absatzmärkte im Euroraum helfen der stark exportorientierten deutschen Wirtschaft und sorgen für Arbeitsplätze, Wachstum und Wohlstand. Die Anstrengungen zur Vollendung der EWWU haben in letzter Zeit angesichts globaler Turbulenzen an Bedeutung verloren. Der BDI hat die Debatte mit einer High-Level-Working-Group wieder belebt.
Mehr Pragmatismus bei der Reform der Wirtschafts- und Währungsunion
Unter dem Titel „How to strengthen the Economic and Monetary Union?” veranstaltete der BDI gemeinsam mit der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) Ende Januar eine hochrangig besetzte Paneldiskussion. Hauptgeschäftsführer Markus Kerber forderte mehr Pragmatismus im Umgang mit den aktuellen europäischen Herausforderungen. Flüchtlingskrise und eine Reform der Währungsunion müssen integriert betrachtet werden.