Wege aus der Abhängigkeit: Wie Deutschland die Rohstoffe für eine zukunftsfähige Wirtschaft sichert
Die Zukunftsfähigkeit der deutschen Wirtschaft im 21. Jahrhundert hängt entscheidend davon ab, die doppelte Herausforderung von Dekarbonisierung und Digitalisierung zu meistern. Eine sichere und stabile Versorgung mit kritischen Rohstoffen ist deshalb unverzichtbar. Doch Deutschland ist bei kritischen Rohstoffen einseitig von Importen abhängig. Die neue Studie von Roland Berger und BDI zeigt Wege aus der Abhängigkeit.
Rohstoffförderung in der Tiefsee – Beitrag für mehr Versorgungssicherheit
Eines haben Energiewende, fortschreitende Digitalisierung und Infrastrukturausbau gemeinsam – für all diese Transformationsziele braucht es einen massiven Hochlauf klimaneutraler Technologien. Sie lassen den Bedarf nach kritischen Rohstoffen rasant wachsen, nicht nur hierzulande, sondern weltweit. Um den wachsenden Bedarf zu decken, kann Rohstoffförderung in der Tiefsee einen wichtigen Beitrag leisten.
Rohstoffkongress: Deutschland braucht eine strategische Rohstoffpolitik
Zugang zu und Kontrolle über kritische Rohstoffe wird zur Voraussetzung, um auf den Leitmärkten der Zukunft eine entscheidende Rolle zu spielen. Für die deutsche Industrie sind Rohstoffe unverzichtbar, um die großen Transformationsvorhaben erfolgreich zu gestalten. Aber bis Ende dieser Dekade ist mit einer Metallkrise zu rechnen. Die Nachfrage steigt schneller als das Angebot ausgeweitet werden kann. Auch geopolitisch motivierte Handelseingriffe verringern die Chancen für eine zuverlässige Versorgung. Um Abhängigkeiten und Risiken zu reduzieren, braucht es eine strategische Rohstoffpolitik.
Heimische Rohstoffe – Schlüssel für Nachhaltigkeit und Versorgungssicherheit
Deutschland ist ein rohstoffreiches Land: Es verfügt über zahlreiche mineralische Rohstoffe wie Steine und Erden, Kies, Sand, Kalkstein, Gips und Salz. Die heimischen Rohstoffe sind eine unverzichtbare Säule für eine sichere und nachhaltige Rohstoffversorgung. Dabei ist jede Tonne heimischer Abbau ein Beitrag zum Klima- und Umweltschutz. Es braucht jedoch eine stärkere Anerkennung heimischer Rohstoffgewinnung – gesellschaftlich und politisch.
Rohstoffversorgung nachhaltig und innovativ gestalten
Eine nachhaltige, sichere und innovative Rohstoffversorgung ist für das Industrieland Deutschland unabdingbar und Kernanliegen des BDI-Ausschusses für Rohstoffpolitik. Der Ausschussvorsitzende Herwart Wilms betont: „Wir brauchen den strategischen Dreiklang aus heimischen Rohstoffen, internationaler Handelsfreiheit und echter Kreislaufwirtschaft, um unser industrielles Herz in Deutschland weiter schlagen lassen zu können.“
Potenziale des Tiefseebergbaus
Tiefseebergbau – das klingt für viele Menschen wie Science Fiction. Dabei könnte der Abbau von Rohstoffen in der Tiefsee einen wichtigen Beitrag zur Rohstoffversorgung der deutschen Industrie leisten. Die Lagerstätten am Meeresboden enthalten metallische Rohstoffe wie Kobalt, Kupfer oder Nickel. Um das Potenzial des Tiefseebergbaus zu nutzen, braucht es eine ehrliche Debatte um die Chancen und Herausforderungen.
EU-Initiative zum Bezug von Rohstoffen aus Konfliktregionen
Die unterzeichnenden Verbände unterstützen das Anliegen der Europäischen Union, die Verbindung zwischen Konflikten in Krisenländern und dem Handel mit Rohstoffen zu durchbrechen. In Bezug auf die geplante EU-Verordnung zum verantwortungsvollen Bezug von Rohstoffen aus Konfliktregionen, sprechen sich die unterzeichnenden Verbände dafür aus, den ursprünglichen Vorschlag der Europäischen Kommission beizubehalten und dessen Regeln zu konkretisieren. Der BDI plädiert außerdem für eine weniger komplexe, dafür umsetzbare und wirksame Verordnung sowie für eine Priorisierung von Initiativen der Herkunftsländer.