Quartalsbericht Deutschland IV/2023: Deutschlands Konjunkturmotor springt nicht an
Der BDI rechnet für das gesamte Jahr 2023 mit einem Rückgang der realen Wirtschaftsleistung um 0,4 Prozent. Nach dem pandemiebedingten Einbruch des BIP im Jahr 2020 geraten die wirtschaftlichen Aktivitäten erneut ins Stocken. Die deutsche Wirtschaft braucht lange, um sich von der Energie-Krise zu erholen. Auch die Industrieproduktion gerät immer mehr ins Stocken. Der hohe Auftragsbestand wurde langsam abgebaut, neue Aufträge bleiben aus.
Wettbewerbsfähigkeit der Industrie
Wir brauchen ein plausibles Konzept für das Energiesystem der Zukunft. Eine sichere und wettbewerbsfähige Energieversorgung muss eine deutlich prominentere Rolle in der Transformationsdebatte einnehmen. Der BDI erwartet von der Bundesregierung daher rasch ein abgestimmtes Konzept, das dauerhaft eine sichere Versorgung mit Energie zu international wettbewerbsfähigen Kosten sicherstellt und Unternehmen aller Größenordnungen hilft, die durch stark erhöhte Strompreise in ihrer Wettbewerbs- und Existenzfähigkeit bedroht sind.
EU-Strommarktreform: Fit für Netto-Null?
Nach dem Energiekrisenjahr 2022 und fünf Notfallmaßnahmen hat die Europäische Kommission im März 2023 ihren Vorschlag für eine Reform des EU-Strombinnenmarkts auf den Weg gebracht. Deren Grundpfeiler: „Mehr erneuerbare Energien, mehr Verbraucherschutz und mehr Wettbewerbsfähigkeit.“ Kann so der Industriestandort Europa an Attraktivität und strategischer Resilienz gewinnen und die Energiesouveränität gestärkt werden?
BDI zu Reformplänen der EU-Kommission: Strommarkt mit Augenmaß optimieren
Zu den Plänen der EU-Kommission für eine Strommarktreform äußert sich Holger Lösch, stellvertretender BDI-Hauptgeschäftsführer: „Die EU tut gut daran, den Strommarkt mit Augenmaß zu optimieren.“
Quartalsbericht Deutschland I/2023: Wirtschaft im Jahr 2022 um 1,8 Prozent gewachsen
Die Wirtschaftsleistung ist zum Jahresende 2022 gesunken. Eine milde Rezession ist im Winterhalbjahr wahrscheinlich. Das Bruttoinlandsprodukt ist zum Jahresende 2022 etwas niedriger als vor Ausbruch der Corona-Pandemie. Die Konsumausgaben der Privaten Haushalte sind weiterhin schwach. Trotz steigender Beschäftigung entstanden erhebliche Kaufkraftverluste durch Inflation.
Wie steht es um die deutsche Industrie?
Deutschland ist ein Industrieland. Nach wie vor trägt die Industrie maßgeblich zum wirtschaftlichen Erfolg und Wohlstand bei. Doch die Energiekrise, Lieferkettenengpässe und die Folgen des Russland-Ukraine-Kriegs gehen an die Substanz der energieintensiven Branchen.
Russland-Ukraine-Krieg: Energie
Energiewirtschaftliche Fragen sind auf europäischer Ebene zur zentralen geopolitischen Strategie- und Sicherheitsfrage geworden. Die EU bereitet sich über ihre REPowerEU Initiative kurzfristig auf die weitere Abfederung hoher Energiepreise und die Gewährleistung der Versorgungssicherheit für den nächsten Winter, sowie längerfristig auf eine Beendigung ihrer russischen Energieimportabhängigkeit vor.
REPowerEU: Krise als Gamechanger?
Anlässlich der 27. UN-Klimakonferenz (COP27) bekräftigte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen: „Die Europäische Union hält im Kampf gegen den Klimawandel Kurs“. Die globale Krise der fossilen Energien müsse ein Gamechanger sein. Die EU beschleunige den Ausbau der erneuerbaren Energien massiv und müsse zusehen, dass die europäische Industrie wettbewerbsfähig bleibt.
Individuelle Netzentgelte
Zur Festlegung einer Übergangsregelung für individuelle Netzentgelte hat der BDI bei der Bundesnetzagentur im Oktober 2022 eine Stellungnahme eingereicht. Die Energiekrise erfordert Anpassungen der Eckpunkte der Bundesnetzagentur sowie der gesetzlichen Grundlage. Der BDI begrüßt, dass Unternehmen im Zusammenhang mit erheblich reduzierten Gasgesamtimportmengen nicht zusätzlich belastet und insbesondere nicht schlechter gestellt werden sollen.
Energiekrise und Klimaneutralität: Industrie steht zu Klimazielen
"Der Umbau zur Klimaneutralität ist machbar, aber eine gesamtgesellschaftliche Mammutaufgabe.“ Das war die These des Klimakongress 2021. Bundestagswahl, Zeitenwende, Energiekrise – seitdem hat sich der politische Kontext komplett verändert. Wie sieht der Klimapfad in die Zukunft heute aus?