Eine Neuausrichtung der deutschen Energiepolitik? Wirtschaftsministerin Reiche legt Energiewende-Monitoring und 10-Punkte-Plan vor
Der mit Spannung erwartete Energiewende-Monitoringbericht wurde in der vergangenen Woche vom BMWE vorgelegt. Hierauf basierend stellte Wirtschaftsministerin Reiche ihren „10-Punkte-Plan“ vor, der die Leitlinien für eine Neuausrichtung der Energiepolitik skizzieren soll. Beide Papiere greifen viele der Forderungen auf, die auch der BDI im Rahmen seiner Studie „Energiewende auf Kurs bringen“ vom März 2025 erhoben hatte.
Transformation gestalten: EU bringt Clean Industrial Deal und CISAF
Mit der Mitteilung zum Clean Industrial Deal und den damit verbundenen Gemeinschaftsrahmen für staatliche Beihilfen bringt die EU-Kommission zentrale Reformen in der Energie- und Klimapolitik auf den Weg. Die Maßnahmen setzen wichtige Impulse für Wettbewerbsfähigkeit – doch an entscheidenden Stellen besteht noch Nachbesserungsbedarf.
Beschleunigung von Genehmigungsverfahren – zu mehr Klimaneutralität und hin zur Wärmewende
Eine Beschleunigung von Genehmigungsverfahren ist essentiell, damit die Energiewende erfolgreich umgesetzt werden kann – im Bereich Strom und Wärme. Der BDI macht in seiner Stellungnahme Vorschläge, wie die Wärmewende beschleunigt und Klimaneutralität erreicht werden kann.
Netzentgelte: Immer mehr Erneuerbare Energien in den Verteilernetzen
Die Herausforderung ist bekannt. Das Problem aber bisher noch nicht gelöst. In einigen Regionen Deutschlands werden mehr Erneuerbare Energien eingespeist. Die Kosten sind bei Netzbetreibern und Verbrauchern in Deutschland derzeit ungleich verteilt. Dies will die Bundesnetzagentur ab Anfang 2025 ändern.
Europas Herausforderungen meistern – mit einer wettbewerbsfähigen Industrie
Wir wollen Europa wieder zu einem Kontinent der Möglichkeiten und des Wachstums machen. Dafür kommt es in den nächsten fünf Jahren vor allem auf drei Dinge an: Wir Europäer müssen unsere Rolle in der neuen globalen Weltordnung sichern, unsere Werte verteidigen und uns im globalen Standortwettbewerb behaupten. Diese Herausforderungen meistern wir nur mit einer politischen Agenda, die auf unsere wirtschaftliche Stärke setzt - als notwendige Voraussetzung für Resilienz, Sicherheit, Digitalisierung, Klima- und Umweltschutz. Unsere Prioritäten für eine bessere Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Europa.
Schutz von Kritischen Infrastrukturen als Grundpfeiler nationaler Sicherheit
Ein Dachgesetz zum Schutz Kritischer Infrastrukturen (KRITIS-Dachgesetz) sollte primär darauf abzielen, das vielzitierte „Zuständigkeits-Wirrwarr“ im Sicherheitsbereich umfassend auszuräumen. Es gilt, unklare Zuständigkeiten sinnvoll zu ordnen, Behörden auf Bundes- und Landesebene eng miteinander zu vernetzen, Schutzpflichten konvergent, widerspruchsfrei und transparent zu gestalten und die Zusammenarbeit zwischen Akteuren von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft in der Prävention und im Ernstfall zu verbessern.
Ohne Nachhaltigkeit keine Sicherheit – und umgekehrt
Heutzutage fliehen mehr Menschen vor den Auswirkungen der Klimakrise als vor bewaffneten Konflikten. Die Nationale Sicherheitsstrategie der Bundesregierung legt daher einen ganzheitlichen Ansatz für die Sicherheit des Landes fest. Investitionen in Nachhaltigkeit tragen dazu bei, Menschen weltweit Wohlstand und Entwicklung zu ermöglichen und fördern auch unsere Sicherheit. Ohne Sicherheit gibt es weder Freiheit, noch Stabilität oder Wohlstand.
EU-Klimapolitik 2023: Von Energiekrisenmaßnahmen zu strukturellen Reformen
Energie war für die Europäische Union (EU) das beherrschende Thema im Krisenjahr 2022: Acht Mal tagte der Energieministerrat, drei Energienotfallpaketen verabschiedete er. Für 2023 stehen in der EU grundsätzliche strukturelle Reformen an, von der Finalisierung der Fit-for-55 Gesetzgebungspakete, über die Reform des EU-Strommarktdesigns hin zum Green Deal Industrial Act als europäische Antwort auf den US-Inflation Reduction Act (IRA).
Europäische Souveränität stärken
Deutschland und Europa befinden sich in einer Vielzahl von Abhängigkeiten. Mit dem Kriegsausbruch in der Ukraine kommt es zu einer Neubeurteilung der daraus resultierenden Risiken. Für Unternehmen und Politik kommt es jetzt darauf an, Risiken zu diversifizieren und zu reduzieren. Dazu bedarf es eines fortlaufenden Monitorings und konkreter, einzelner Projekte. Wichtig sind dabei verzahnte, bereichsübergreifende Ansätze.
EU-Emissionshandel – Reform auf der Zielgeraden?
Im Herbst 2022 gehen die Verhandlungen der EU-Institutionen über die Weiterentwicklung des EU-Emissionshandels in die heiße Phase. Bis Jahresende strebt der Gesetzgeber ein Ergebnis an. Was geschah bisher im EU-Emissionshandel und um was geht es jetzt?
Profitabel und nachhaltig wachsen – wie passt das zusammen?
Der klimapolitische Handlungsspielraum der Industrie wird durch die steigenden Energiepreise beschränkt. Die Kostenentwicklung zwingt rund ein Drittel der Unternehmen, Investitionen im Bereich der Nachhaltigkeit und Transformation zur Klimaneutralität zurückzustellen. Lutz Diederichs, CEO, BNP Paribas, erklärt beim Tag der Industrie welche Subventionen und Investitionen für eine grüne Industrie und einen resilienten Industriestandort benötigt werden.
Verlängerung der Verordnung Abschaltbare Lasten
Systemstabilität und Versorgungssicherheit sind ein zentrales Gut für die deutsche Industrie und seine Lieferketten. Industrielle Flexibilität kann hierzu einen wichtigen Beitrag leisten. Die Verordnung zu abschaltbaren Lasten trägt zur Flexibilität und damit auch zur Systemstabilität und Versorgungssicherheit bei. Nicht nur in Krisenzeiten ist dies von entscheidender Bedeutung. Hierzu hat der BDI mit weiteren Verbänden eine gemeinsame Industrieposition erarbeitet.
Von fossil zu erneuerbar: Energiemärkte im Umbruch
Die Energiemärkte stehen unter Druck. Die Abkehr von fossiler Energie, der schleppende Ausbau der Erneuerbaren und Turbulenzen auf den Energiemärkten sorgen für Unsicherheit. Damit die Energiewende international gelingt, sind gewaltige Investitionen nötig. Gemeinsam mit Fatih Birol, Vorsitzender der Internationalen Energieagentur, blicken wir auf die Zukunft unserer Energieversorgung.
Gesetzesentwurf zur Regelung reiner Wasserstoffnetze im Energiewirtschaftsrecht (EnWG)
Marktkonsultation der Bundesnetzagentur zur Regulierung von Wasserstoffnetzen
Wege in die Energiezukunft
Nachhaltige Finanzierung
Die EU-Initiative zu Nachhaltiger Finanzierung kann dazu beitragen, die Investitionslücke bei nachhaltiger Energie-, Umwelt- und Technologieinfrastruktur zu schließen. In einem Beitrag zur entsprechenden EU-Konsultation zeigt der BDI die Rahmenbedingungen auf, damit dieses Projekt erfolgreich wird. Eine umfassende Berücksichtigung industrieller Wertschöpfungsketten ist dabei entscheidend.
Internationale Entwicklungen bei der Energiewende im Auge behalten
Deutschland ist keine energiepolitische Insel. Schließlich ist die deutsche Wirtschaft so handelsintensiv wie kaum ein anderes Land. Die Wertschöpfungsketten sind verstärkt europäisch und zunehmend global. Die Absatzmärkte für Erzeugnisse der deutschen Industrie finden sich seit jeher auf dem gesamten Globus.
Energieforschungspolitik
Das nächste Energieforschungsprogramm der Bundesregierung wird den Rahmen für die deutsche Energieforschungspolitik der kommenden Jahre setzen. Mit Blick darauf formuliert der BDI seine Anforderungen an das 7. Energieforschungsprogramm der Bundesregierung und unterstreicht dabei die Bedeutung einer strategischen Energieforschungspolitik, die am tatsächlichen Bedarf der Industrie ausgerichtet ist.
19. WP: Empfehlungen | Energiepolitik
Die Industrie ist ein maßgeblicher Akteur in der Energiewende. Energiepolitik muss berechenbarer werden und darf kein Risikofaktor für die Industrie sein. Denn nur mit einer starken Industrie kann es gelingen, die Energiewende hier zu entwickeln, zu bauen und zu einem Exportschlager zu machen.