Geschwindigkeit bei der Produktion von Verteidigungsgütern steigern
Von der Planung und Beschaffung bis hin zur Produktion – die meisten Prozesse in Europa laufen weiterhin im Friedensmodus. Für alle dringend benötigten Verteidigungsgüter müssen die administrativen Prozesse auf allen Ebenen sowohl für die Vergabe als auch für die Ausführung von Aufträgen rigoros beschleunigt werden – bis hin zu Anträgen für Planung, Bau und Betrieb von Anlagen.
Zugang zu Finanzmitteln für die Verteidigungsindustrie sicherstellen
Der Zugang zu Finanzmitteln ist für den Produktionshochlauf beziehungsweise wirtschaftliche Tätigkeit allgemein unverzichtbar – insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) entlang der Lieferkette. Die Mitgliedstaaten sollten den Zugang zu Finanzmitteln für die Verteidigungsindustrie über ihre nationalen Förderbanken sicherstellen und der Europäischen Investitionsbank (EIB) die Finanzierung der wichtigsten Verteidigungsaktivitäten ermöglichen. Zudem sollte die EU eine deutliche politische Botschaft an die Finanzmarktakteure senden, dass Sicherheit – und somit auch die Verteidigungsfähigkeit – Voraussetzung für Nachhaltigkeit und damit ESG-konform ist.
Gemeinsame Beschaffung von Verteidigungsgütern im Austausch mit der Industrie anschieben
Angesichts der Unwägbarkeiten des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine und der Ausrüstungsdefizite der Mitgliedstaaten sollte zügig geprüft und entschieden werden, ob ein ähnlich gelagerter Ansatz wie bei der gemeinsamen Beschaffung von Munition für die Ukraine durch die EU auch für andere Verteidigungsgüter gewählt werden könnte – und wenn ja, für welche. Eine frühzeitige Ausarbeitung, Kommunikation und der Abgleich von Beschaffungsplänen sowie ein darauf basierender Austausch mit Unternehmen zu Bedarfsvorstellungen (vor Beginn der Ausschreibungsprozesse) sind unerlässlich, um die Produktionsvorlaufzeiten zu verkürzen.
Bedarf an Fähigkeiten besser in Beschaffungsprojekte umsetzen
Die Koordinierung der EU-Instrumente, der Fähigkeitsplanungsprozesse von EU und NATO sowie der Planungsprozesse der Mitgliedstaaten muss verbessert werden. Dies betrifft vornehmlich die Vorschläge hinsichtlich gemeinsamer Verteidigungsplanung, -programme und -beschaffung.
EU-Investitionen in Verteidigung steigern
Um zielgerichtete Investitionen in militärische und technologische Fähigkeiten zu gewährleisten, sollte die EU die Haushaltslinie für Sicherheit und Verteidigung im Mehrjährigen EU-Finanzrahmen (MFR) verstetigen – angefangen mit der laufenden MFR-Halbzeitüberprüfung. Die EU sollte auf die Förderung gemeinsamer Beschaffungen setzen, um die derzeitige Nachfrage erfolgreich zu bewältigen und die Harmonisierung der Nachfrage in Europa zu fördern.