BDI-Team mit BM Schneider beim Abend der Deutschen Industrie

COP30 - Transformation braucht globale Antworten – und Zusammenarbeit

Die 30. UN-Klimakonferenz im brasilianischen Belém war trotz zunehmend herausfordernder geopolitischer Rahmenbedingungen und einer wachsenden Fragmentierung globaler Klimapolitik ein wichtiger Meilenstein im internationalen klimapolitischen Engagement. Der BDI nutzte die COP30 zur Stärkung neuer wie bestehender internationaler Partnerschaften für Klimaschutz.

Intensiver Austausch mit internationalen Partnern

Der BDI war mit einer Delegation vor Ort und beteiligte sich an zahlreichen Dialogformaten. Im Zentrum  standen dabei Gespräche mit internationalen Wirtschaftsverbänden,  darunter dem japanischen Industrieverband, der International Organisation of Entrepreneurs sowie verschiedenen Mitgliedern von BusinessEurope wie dem britischen und französischen Industrieverband. Diese Formate ermöglichten einen offenen Austausch über industriepolitische Strategien, technologische Innovationspfade und die Anforderungen an global koordinierte Klimapolitik.

Ebenso intensiv war der Austausch innerhalb der eigenen Mitgliedschaft sowie mit Vertreterinnen und Vertretern deutscher Ministerien, etwa aus dem Bereich Umwelt, Klima und Wirtschaft. Darüber hinaus führte der BDI zahlreiche Gespräche mit internationalen und deutschen NGOs, um Perspektiven zu bündeln und gemeinsame Herausforderungen zu diskutieren. Die COP bleibt ein Ort, an dem sich politische, wirtschaftliche und zivilgesellschaftliche Akteure im direkten Dialog begegnen – ein Wert, der angesichts globaler Spannungen kaum zu überschätzen ist.

„Abend der Deutschen Industrie des BDI“: Ankerpunkt für die deutsche Community

Ein Höhepunkt des BDI-Programms war der Abend der Deutschen Industrie. Die Veranstaltung bot eine Plattform für den Austausch zwischen Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Holger Lösch, stellvertretender Hauptgeschäftsführer, eröffnete den Abend mit einer Einordnung zu den Erwartungen an die Klimaverhandlungen sowie den zentralen Fragen der Zukunftsfähigkeit einer global vernetzten Industrie. Carsten Schneider, Bundesminister für Umwelt, Klima, Naturschutz und nukleare Sicherheit, setzte darauf aufbauend wichtige Impulse zur Rolle des Industriestandorts Deutschland im internationalen Klimaschutz.

Wieder einmal konnte ein signifikanter Teil der klimapolitischen Community versammelt werden; der Abend der deutschen Industrie bleibt ein zentraler Ankerpunkt für die deutsche Teilnahme an der UN-Klimakonferenz. Die klimatischen Bedingungen – über 90 Prozent Luftfeuchtigkeit und 34 Grad Celsius – machten die Herausforderungen des sich wandelnden globalen Klimas unmittelbar greifbar. Der klassische Verhandlungsstrang der COP ist ins Stocken geraten. Viele Akteure fragen sich, ob die Konferenzen künftig eher als Koordinationsplattform für zahlreiche sektorale Initiativen, Aktionsbündnisse und Netzwerke dienen werden. Gleichzeitig bot die COP erneut die Gelegenheit, unkompliziert internationale Kontakte zu knüpfen und zu vertiefen – ein essenzieller Mehrwert aus Sicht des BDI.

COP30: Politische Bewertung und Lehren für die Zukunft

Die Ergebnisse der COP30 blieben hinter den Erwartungen zurück. Zehn Jahre nach dem Pariser Abkommen gelang weder ein verbindlicher Fahrplan zum Ausstieg aus fossilen Energien noch ein ausreichend ambitioniertes Bündel konkreter Maßnahmen zur Emissionsminderung.

Der Gesamteindruck bestätigt den Trend: Die Bedeutung des formalen Verhandlungsprozesses nimmt ab, während die Action Agenda – sektorale Allianzen, freiwillige Initiativen, technische Koalitionen – an Relevanz gewinnt. Für die Industrie ist jedoch zentral, dass internationale Klimapolitik ein Level Playing Field gewährleistet. Ohne vergleichbare Ambitionen großer Emittenten drohen europäischen Unternehmen strukturelle Wettbewerbsnachteile. Klimapolitik kann nur erfolgreich sein, wenn sie global koordiniert wird und verlässliche Investitionsbedingungen schafft.

Wirtschaftliche Akteure spielen hierbei eine zentrale Rolle. Ohne Industrie lassen sich weder Emissionsminderungen noch technologische Sprünge realisieren. Deshalb wird der BDI seine internationale Vernetzung weiter ausbauen und die COP als zentralen Ort für Dialog, Kooperation und industriepolitische Impulse nutzen.

Die COP30 hat gezeigt: Die Transformation verlangt globale Antworten – und sie gelingt nur durch Zusammenarbeit. Der BDI wird diesen Prozess weiterhin aktiv und konstruktiv begleiten.