Der Welthandel – Treibende Kraft der Globalisierung

© moerschy/Pixabay

Eine Welt ohne Handel ist heute kaum noch vorstellbar. Bevor ein fertiges Produkt in den Regalen der Supermärkte landet, überschreiten mehrmals Zwischenprodukte nationale Grenzen. Produziert wird dort, wo Spezialwissen, Infrastruktur und Rohstoffe vorhanden sind. Die internationale Arbeitsteilung ist Grundpfeiler unseres Wohlstands, erfordert aber eine ständige Anpassung an immer neue Bedingungen.

Die globale Wirtschaftsleistung wächst von Jahr zu Jahr. Zuletzt (2015) wurden weltweit Produkte im Wert von rund 80,5 Billionen US-Dollar hergestellt. Damit war die gesamte Wirtschaftsleistung um 261 Prozent höher als noch 1995. Diese Leistungssteigerung ist notwendig, um angesichts der wachsenden Weltbevölkerung weltweit den Wohlstand zu fördern.

Weltwirtschaft auf Wachstumskurs

Entwicklung von Wirtschaftsleistung (BIP), Welthandel und ausländischen Direktinvestitionen (ADI Bestände) (1994=100)

Gleichzeitig wächst die Weltwirtschaft in vielerlei Hinsicht zusammen. Ein Treiber sind die weltweiten Direktinvestitionen. Sie legen häufig den Grundstein für die Unternehmen, grenzüberschreitend tätig zu werden. In den vergangenen zwei Jahrzehnten sind die Bestände an weltweiten ausländischen Direktinvestitionen (ADI) um 616,2 Prozent (1995 bis 2014) auf 24,6 Billionen US-Dollar angestiegen. Ein weiterer Treiber für die weltweit steigende Produktivität ist grenzüberschreitender Handel. Nur durch ihn können Technologievorsprünge weltweit zur Geltung kommen. Durch die Chance, den globalen Markt bedienen zu können, lohnt sich für Unternehmen der Einsatz modernster Produktionsmethoden. Von den Möglichkeiten, die daraus erwachsen, profitieren Exporteure und Kunden gleichermaßen.

Welthandel mit Waren und Dienstleistungen

Weltweite Exporte in Billionen US-Dollar zwischen 2005 und 2015

Der Welthandel hat sich in den letzten beiden Jahrzehnten mit einer Zunahme um 319 Prozent (1995 bis 2014) dynamischer entwickelt als die Weltproduktion. Im Jahr 2015 wurden Waren im Wert von 16,5 Billionen US-Dollar grenzüberschreitend gehandelt. Der Handel mit Waren macht etwa vier Fünftel des Welthandels aus, ein Fünftel entfällt auf den Dienstleistungshandel. Rund 70 Prozent der weltweit gehandelten Waren sind Zwischenprodukte, die in die Produktion anderer Produkte eingehen.

Allerdings unterliegt der Welthandel starken Veränderungen. Produktion findet weltweit vernetzt statt, ständig tun sich neue Märkte und Absatzwege auf. Neue Produktionsmethoden, die Möglichkeiten zur weltweiten Vernetzung und das Zusammenwachsen von Ländern und Regionen führen zu neuen Handelsbeziehungen. Für die global ausgerichteten Unternehmen bedeutet das immer neue Herausforderungen. Das gilt insbesondere für Deutschland – denn hier ist die Wirtschaft in hohem Maße global ausgerichtet.