Das Bild zeigt die 17 Nachhaltigkeitsziele auf bunten Kacheln abgebildet. Diese hängen als Ausdrucke an einer gelb-braunen Hauswand aus Holz
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Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie - Nachhaltigkeit nur mit starker Industrie

Seit 2018 wächst die deutsche Wirtschaft kaum noch, gleichzeitig stehen Klima- und Transformationsziele unter hohem Umsetzungsdruck. Der BDI fordert, die Novellierung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie stärker mit wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit zu verknüpfen. Nachhaltigkeit braucht aus Sicht des Verbandes ein belastbares Fundament aus Investitionen, Innovationen und internationaler Wettbewerbsfähigkeit.

Nachhaltigkeit braucht wirtschaftliche Stärke

Für den BDI gehören Ökonomie, Ökologie und soziale Verantwortung untrennbar zusammen. Nachhaltiges Wachstum schafft Raum für Investitionen in neue Technologien und eröffnet Unternehmen die Möglichkeit, klimafreundliche Lösungen in die Breite zu bringen. Deshalb sollten wirtschaftliche Rahmenbedingungen stärker als Voraussetzung für nachhaltige Entwicklung verstanden und in der DNS verankert werden.

Kreislaufwirtschaft erhöht Resilienz

Der Übergang zu einer zirkulären Wirtschaft ist weit mehr als ein Umweltprojekt. Kreislaufwirtschaft verbindet Ressourceneffizienz mit industrieller Wertschöpfung und erhöht die Widerstandsfähigkeit von Lieferketten. Das ist vor allem vor dem Hintergrund steigender Bedarfe aufgrund von Energiewende, Elektromobilität, Digitalisierung sowie dem Ausbau von Infrastruktur wichtig. Die Nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie ist damit ein wichtiger Baustein der künftigen Wirtschaftspolitik; auch weil sie die Circular-Economy-Ansätze der Europäischen Kommission umsetzt und Anreize für einen effizienteren Ressourceneinsatz schafft. Zugleich eröffnet ein stärker zirkuläres Wirtschaftsmodell neue Wachstumschancen und unterstützt die Senkung von sogenannten Scope-3-Emissionen entlang der Wertschöpfungsketten.

Technologieoffene Mobilität

Das Leitbild einer klimaneutralen, effizienten und bezahlbaren Mobilität unterstützen wir ausdrücklich. Die DNS greift wichtige Themen wie Bahninfrastruktur, öffentlichen Personennahverkehr, Elektromobilität und Ladeinfrastruktur auf. Aus unserer Sicht fehlen jedoch konkrete Maßnahmen, um den Wechsel zu CO₂-armen und CO₂-neutralen Kraftstoffen schneller voranzubringen. Wir setzen uns für einen technologieoffenen Ansatz ein. Dazu gehören fortschrittliche Biokraftstoffe, Wasserstoff und wasserstoffbasierte Kraftstoffe. Besonders im Güterverkehr besteht Handlungsbedarf. Der Aufbau öffentlicher Ladeinfrastruktur sowie von Wasserstofftankstellen ist entscheidend für den Antriebswechsel bei schweren Nutzfahrzeugen. Auch beim Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft sieht der BDI die Notwendigkeit, neben grünem Wasserstoff vorübergehend auch blauen Wasserstoff einzubeziehen. Beim Einsatz von Carbon Capture and Storage sollten die Chancen für Klimaschutz und industrielle Transformation stärker berücksichtigt werden.

Risikobewertung statt pauschaler Verbote

Eine schadstofffreie Umwelt ist ein wichtiges Ziel. Aus Sicht des BDI kommt es dabei auf die sichere Verwendung von Chemikalien an. Gefährliche Stoffe lassen sich nicht vollständig vermeiden. Entscheidend ist, ob ihre Herstellung und Nutzung Risiken für Mensch und Umwelt verursachen. Deshalb treten wir für das bewährte Prinzip der Risikobewertung ein. Vorschläge für pauschale Stoffverbote ohne vorherige Risikoprüfung sehen wir kritisch. Viele nachhaltige Produkte und industrielle Prozesse sind auf bestimmte chemische Eigenschaften angewiesen. Die europäische Chemikalienverordnung REACH bietet bereits wirksame Instrumente für einen sicheren Umgang mit Chemikalien. Die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie sollte diese Grundlagen berücksichtigen und Nachhaltigkeit konsequent mit industrieller Innovationsfähigkeit verbinden.