Solarplatten in Australien
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Artikel

HySupply

Datum
16.04.2026

Die Wasserstoffbrücke von Australien nach Deutschland

Gut drei Jahre lang untersuchte das Projekt HySupply erstmalig, ob und wie der Import von erneuerbarem Wasserstoff aus Australien gelingen kann. Die Ergebnisse aus dem Projekt zeigen, dass die deutsch-australische Wasserstoffbrücke noch vor 2030 Realität werden könnte.

Das Projekt HySupply war ein direktes Ergebnis des vorausgegangenen Kooperationsvorhaben mit acatech – Akademie der Technikwissenschaften „Wege in die Energiezukunft“, bei dem die letzte Fact-Finding-Mission nach Australien führte. Mit Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) traf sich eine deutsche Delegation im Mai 2022 mit führenden Forschungseinrichtungen und Unternehmen im Bereich Energie und Wasserstoff. Die wichtigste Erkenntnis des Projektes: Australien ist ein geeigneter Partner für eine langfristige Wasserstoffpartnerschaft mit Deutschland.

Holger Lösch, stellv. BDI-Hauptgeschäftsführer, über das Projekt HySupply © BDI

Das Projekt

Das Projekt HySupply wurde gemeinsam vom BDI mit acatech koordiniert und vom BMBF gefördert. Das Konsortium wurde auf australischer Seite von der University of New South Wales (UNSW) geleitet und vom Department of Foreign Affairs and Trade (DFAT) gefördert. Zusammen vereinten beide Seiten ein einzigartiges Netzwerk an Unternehmen und Fachleute aus der Wissenschaft, um die gesamte Wertschöpfungskette von erneuerbarem Wasserstoff aus Australien zu untersuchen.

Die Machbarkeitsstudie besteht aus einer Reihe von Meilensteinen, die im Laufe von drei Jahren erarbeitet wurden. Die Ergebnisse zeigen, dass die deutsch-australische Wasserstoffbrücke bereits vor 2030 realisiert werden kann. Um den Import von erneuerbarem Wasserstoff aus Australien zeitnah zu ermöglichen, müssen jetzt die richtigen Rahmenbedingungen geschaffen werden. Damit würde nicht nur der Grundstein für die Lieferkette mit Australien, sondern auch für weitere potenzielle Exportländer gelegt werden.

Eine von Fraunhofer IEG durchgeführte Studie über mögliche Versorgungsketten innerhalb Deutschlands bildet den Abschluss des Projekts – und stützt das positive Gesamtfazit. Die Studie beleuchtet den letzten Wegabschnitt, um Wasserstoff und Wasserstoff Derivate von Australien über die Importhubs bis zu den Endverbrauchern in Deutschland zu transportieren. Die Studienergebnisse zeigen: Bei der nationalen Verteilung ist die Wasserstoffversorgung über Pipelines die kostengünstigste Variante. Kleinere Verbraucher lassen sich prinzipiell per Schiff und Bahn beliefern. Hiermit leistet die Studie wichtige Orientierungshilfe für politische Entscheidungsträger und Entscheidungsträgerinnen.

Das Projekt HySupply untersucht, wie eine Wasserstoff-Lieferkette mit Australien aussehen könnte. © BDI

Wichtig für das Projekt war es schnell, konkret und in großen Dimensionen zu agieren. Deshalb hat sich HySupply von Anfang an als eine Plattform für den kontinuierlichen Austausch und Dialog mit den australischen Partnern verstanden. Darüber hinaus wurde aktiv das Match-Making von deutschen und australischen Unternehmen betrieben, um bereits während der Laufzeit des Projekts die richtigen Stakeholder zusammenzubringen. In diesem Zusammenhang führte eine Delegationsreise mit führenden Akteurinnen und Akteuren der deutschen Wasserstoffwirtschaft und dem BMBF im Mai 2022 nach Australien.

Die aus HySupply entstandenen neuen Partnerschaften und die Weiterentwicklung bestehender Kooperationen bilden den Grundstein für eine Lieferkette für erneuerbaren Wasserstoff zwischen Australien und Deutschland. Insgesamt acht bilaterale Memorandums of Understanding sind aus HySupply hervorgegangen. Nun gilt es, die Ergebnisse von HySupply in die Umsetzung zu bringen.

HySupply Delegation auf/vor mit Brennstoffzelle betriebenem Truck von FFI
© Cath Leo
  • Deutsch-Aus­tra­li­sche Was­ser­stoff­brü­cke noch vor 2030 rea­li­sier­bar

    Die Untersuchungen von HySupply zeigen, dass der Import von erneuerbarem Wasserstoff aus Australien mittels verschiedener Optionen machbar ist. Dennoch gibt es einigen Hürden, die eine zeitnahe Realisierung der Lieferkette im notwendigen Maßstab erschweren. Der „Demand Side Action Plan“ zeigt, was jetzt insbesondere in Deutschland und der EU passieren muss, damit die deutsch-australische Wasserstoffbrücke noch vor 2030 realisiert werden kann.

  • Was kann die längs­te Was­ser­stoff­brü­cke der Welt?

    Die Delegation des BDI und acatech waren Ende Mai auf einer intensiven Fact-Making-Mission in Australien. Die Delegierten und die australischen Stakeholder aus Industrie, Wissenschaft und Politik kamen zu erkenntnisreichen Interaktionen – um den Hochlauf eines globalen Wasserstoffmarktes zu beschleunigen.

Fragen und Antworten

Warum brauchen wir Wasserstoff aus Australien?
Welche Möglichkeiten gibt es erneuerbaren Wasserstoff aus Australien zu importieren
Welche Rolle spielt die Entfernung?
Wie klimaneutral ist der aus Australien importierte Wasserstoff
Gibt es regulatorische Hindernisse für den Import von erneuerbarem Wasserstoff aus Australien
Was muss jetzt passieren, um die deutsch-australische Wasserstoffbrücke zu realisieren?
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