Wolfgang Niedermark, Foto Credit: Jana Legler
Pressemeldung

EU-Kanada-Gipfel: Wirtschaftliche Integration jetzt vertiefen

Wolfgang Niedermark, Mitglied der BDI-Hauptgeschäftsführung:

„Angesichts wachsender geopolitischer Spannungen müssen Europa und Kanada ihre wirtschaftliche Integration konsequent vertiefen. Vom EU-Kanada-Gipfel muss ein starkes Signal ausgehen. Das Potenzial ist groß: Seit dem vorläufigen Inkrafttreten von CETA ist der Waren- und Dienstleistungshandel zwischen der EU und Kanada um mehr als 80 Prozent gewachsen. Jetzt müssen auch die verbliebenen EU-Mitgliedstaaten CETA zügig ratifizieren.

Damit aus dem politischen Rückenwind konkrete Projekte, Investitionen und industrielle Partnerschaften werden können, muss die Industrie eng eingebunden werden. Dazu möchte der BDI gemeinsam mit der Transatlantic Business Initiative (TBI) und Partnern in Kanada beim Roundtable in Montreal konkrete Vorschläge erarbeiten.

Für die deutsche Industrie geht es längst nicht mehr nur um Handel, sondern auch um ein gemeinsames Verständnis wirtschaftlicher Sicherheit. Das betrifft zum Beispiel den Aufbau gemeinsamer Wertschöpfungsketten für kritische Rohstoffe, Batterien, Elektromobilität und Zukunftstechnologien. Kanada verfügt über erhebliche Vorkommen von Lithium, Kupfer, Kobalt und Seltenen Erden, die für die industrielle Transformation Europas unverzichtbar sind.

Europa und Kanada müssen rasch belastbare Liefer- und Wertschöpfungsketten für kritische Rohstoffe außerhalb Chinas aufbauen. Die Politik muss jetzt die notwendigen Rahmenbedingungen schaffen und die Industrie dabei unterstützen, strategische Partnerschaften in konkrete Industrieprojekte zu überführen – von der Exploration und Verarbeitung über das Recycling bis hin zu Forschung, Innovation und industrieller Produktion.

Deutschland und Europa können ihre wirtschaftliche Resilienz nur stärken, wenn strategische Partnerschaften schneller in marktfähige Projekte übersetzt werden. Dafür brauchen wir auf beiden Seiten des Atlantiks verlässliche Investitionsbedingungen, schnellere Genehmigungen und eine engere Zusammenarbeit bei Rohstoffen, Energie, KI und industrieller Innovation.“

Ansprechpartner

Alexander Mihm

Pressesprecher Kommunikation
BDI e.V.