
BDI international
Die internationalen Verbindungsbüros des BDI sind Ausdruck wechselnder wirtschaftlicher und politischer Rahmenbedingungen. Ihre Geschichte zeigt, wie der Verband die Interessen der deutschen Industrie seit den 1950er Jahren auf europäischer und globaler Ebene vertritt.
Im Historischen Archiv des BDI lassen sich die Etappen auf dem Weg zum heutigen international vernetzten und agierenden Verband nachzeichnen. Auszüge aus den BDI-Jahresberichten und Delegationsreisen der 1950er Jahre zeigen, dass der BDI von Beginn an auf internationalen Bühnen agierte.
Die Quellen belegen, dass der BDI bereits in den 1950er Jahren Vertretungen in Paris, London und New York unterhielt. Sie stehen für die Wiederanbindung der deutschen Wirtschaft an westeuropäische Märkte und die transatlantische Zusammenarbeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Mit den Römischen Verträgen und der europäischen Integration gewann anschließend Brüssel an Bedeutung. Der BDI ist dort seit 1958 mit einem Verbindungsbüro vertreten.
Seit jeher entspricht es dem Selbstverständnis der deutschen Wirtschaft, internationale Märkte zu erschließen. Auch dies zeigt die Archivüberlieferung in Unterlagen zu Delegationsreisen nach Lateinamerika, Ostasien und später nach Afrika. Mit einem Verbindungsbüro in Tokio rückten in den 1970er Jahren die asiatischen Wachstumsmärkte stärker in den Fokus.
Die 1980er Jahre waren zugleich von der wachsenden Bedeutung der transatlantischen Wirtschaftsbeziehungen geprägt, auf die der BDI 1988 gemeinsam mit dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHT) mit der Eröffnung eines Verbindungsbüros in Washington (RGIT) reagierte.
Nach der Schließung des Tokioter Büros verlagerte sich die Asien-Arbeit des Verbandes zunehmend auf den 1993 gegründeten Asien-Pazifik-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft (APA), der den wirtschaftspolitischen Dialog und die Vernetzung deutscher Unternehmen in der Region fördert. Die Eröffnung eines BDI-Büros in Peking im Jahr 2016 spiegelt die zunehmende wirtschaftliche Bedeutung Chinas für die deutsche Industrie wider.
Die Geschichte der Auslandsvertretungen verdeutlicht, wie der BDI seine internationale Interessenvertretung immer wieder an veränderte wirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen angepasst hat. Heute bilden die Büros in Brüssel, Washington und Peking die internationalen Standorte des BDI.
Susanne Witschaß-Beyer
