Die EU zwischen Handlungsrisiken und Wachstumschancen
Anfang 2026 sieht sich die europäische Wirtschaft einem globalen Umfeld gegenüber, das von handelspolitischer Unsicherheit mit deutlich erhöhten Handelsbarrieren, geopolitischer Volatilität und verschärftem Wettbewerbsdruck geprägt ist. Gleichzeitig bieten eine Vertiefung des Binnenmarkts, neue Handelsabkommen sowie – unter klaren Voraussetzungen und auf längere Sicht – die Erweiterung der EU wichtige Chancen, externe Belastungen abzufedern und das Wachstum nachhaltig zu stärken.
Revision des New Legislative Framework (NLF)
Das System des New Legislative Framework (NLF) gehört zu den erfolgreichsten und einflussreichsten Rechtsvorschriften der EU. Denn es bildet den zentralen Regulierungsrahmen für das Inverkehrbringen von Industrieprodukten in der EU und ist damit das Fundament für den freien Warenverkehr im europäischen Binnenmarkt. Seit seiner Einführung 2008 hat sich die Produktwelt jedoch grundlegend gewandelt. Dies eröffnet die Möglichkeit, den Rechtsrahmen gezielt zu modernisieren, ohne die bewährten Grundprinzipien aufzugeben, um das System an aktuelle und zukünftige Herausforderungen anzupassen.
BDI zur Plenumsabstimmung Omnibus I: Chance verpasst, Vernunftsignal im Binnenmarkt zu senden
Zur heutigen Abstimmung im Europäischen Parlament zum Omnibus I sagt Wolfgang Niedermark, Mitglied der BDI-Hauptgeschäftsführung: “Chance verpasst, ein Signal der Vernunft und Lösungsorientierung im Binnenmarkt zu senden”.
Gemeinsame Erklärung von BDI, BDA und MEDEF anlässlich des Deutsch-Französischen Ministerrats: Europa am Scheideweg: Zeit zu führen
Die Handelsspannungen nehmen erneut zu; die jüngsten EU–US-Zollverhandlungen haben deutlich gemacht, wie fragil die globale Ordnung geworden ist. Europa kann es sich nicht leisten zu zögern: Es muss als starker, souveräner und wettbewerbsfähiger Akteur handeln. Der Draghi-Bericht hat eine deutliche Warnung ausgesprochen: Die Wettbewerbsfähigkeit geht zunehmend verloren, und weiteres Zögern wird die Kosten nur erhöhen.
Wichtige Impulse für Wettbewerbsfähigkeit
BDI-Präsident Leibinger war die vergangenen Tage zu seinem Antrittsbesuch bei den EU-Institutionen in Brüssel. Es standen zahlreiche Gespräche mit Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, den neuen Kommissaren und Parlamentspräsidentin Roberta Metsola auf der Agenda.
BDI zu den Ergebnissen des strategischen Autodialogs
Holger Lösch, stellvertretender Hauptgeschäftsführer zu den Ergebnissen des strategischen Autodialogs: „Aktionsplan ist ein wichtiger Schritt.“
Die Foreign Subsidies Verordnung – Licht und Schatten
Die seit Juli 2023 geltende europäische Foreign Subsidies Verordnung verlangt von Unternehmen, bei der Überschreitung bestimmter Schwellenwerte finanzielle Zuwendungen von Drittstaaten im Rahmen von Zusammenschlüssen oder großen öffentlichen Auftragsvergaben gegenüber der Europäischen Kommission offenzulegen. Ziel ist es, für faire Wettbewerbsbedingungen im Binnenmarkt zu sorgen und auf diese Weise die europäische Wirtschaft zu stärken. Gleichzeitig beklagen aber auch europäische Unternehmen den mit den Meldepflichten verbundenen hohen Bürokratieaufwand.
In Forschung investieren, Innovationskraft sichern. Für eine wettbewerbsfähige Zukunft Europas
Eine starke Wirtschaft braucht starke Innovationen. Deshalb ist es in Zeiten geopolitischer Unsicherheiten und Umbrüche jetzt entscheidend, eine strategisch ausgerichtete und aufeinander abgestimmte Industrie- und Innovationspolitik aufzustellen, um Europa für die Zukunft als Innovations- und Wirtschaftsstandort stark zu machen. Denn Forschungsstärke und Innovationskraft sind nicht nur die Basis für Wachstum und Wohlstand. In Zukunft bestimmen sie auch darüber, ob die Europäer ihre Werte im globalen Wettbewerb der Regionen verteidigen können und in Demokratie, Freiheit und Stabilität leben werden. Längst ist Innovationspolitik auch ein geopolitisches Instrument geworden, welches zunehmend strategisch eingesetzt wird. Der Blick in die Vereinigten Staaten und China weisen klar die Richtung auf: Beide Nationen geben hunderte Milliarden US-Dollar aus, um sich in bestimmten Kernbereichen einen Innovations- und Technologievorsprung zu verschaffen.
Critical Raw Materials Act: Erfolg entscheidet sich an konkreter Umsetzung
Die Einigung zum Critical Raw Materials (CRM) Act sendet ein wichtiges Signal für mehr europäische Souveränität und Resilienz bei der Rohstoffversorgung – gerade vor dem Hintergrund steigender geopolitischer Risiken und weltweiter Maßnahmen zur Rohstoffkontrolle. Der Erfolg des CRM Acts entscheidet sich an seiner konkreten Umsetzung, wobei die richtigen Rahmenbedingungen und wichtige Instrumente noch fehlen.
EU-Verordnungsvorschlag zur Bekämpfung des Zahlungsverzugs im Geschäftsverkehr
Im September 2023 hat die EU-Kommission ein Entlastungspaket zur Förderung der Wettbewerbsfähigkeit und Widerstandsfähigkeit von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) vorgelegt. Kernstück ist der Verordnungsvorschlag zur Bekämpfung von Zahlungsverzug, der die bisher geltende Zahlungsverzugsrichtlinie ersetzen soll. Der BDI sieht Nachbesserungsbedarf.
Net-Zero Industry Act – rüstet sich Europa so für die Energiewende?
Mit der Vorstellung des Net-Zero Industry Acts setzt die EU den Rahmen, der die industrielle Klimatransformation stärken und beschleunigen soll. Die EU-Kommission sieht die Verordnung sowohl als eine Reaktion auf die immensen Herausforderungen, die die Energiewende mit sich bringt, als auch als eine Antwort auf den Inflation Reduction Act der US-Regierung.
30 Jahre Binnenmarkt: Europas unvollendete Erfolgsgeschichte
Auch drei Jahrzehnte nach seinem Inkrafttreten bleibt der europäische Binnenmarkt fragmentiert. Der EU entgehen dadurch bis zu 1,1 Billionen Euro oder bis zu 8,6 Prozent an zusätzlichem Bruttoinlandsprodukt (BIP) der EU. In einem neuen Forderungspapier diskutiert der BDI zehn industriepolitische Maßnahmen, um die Vertiefung des Binnenmarkts voranzutreiben und sein verborgenes Potential zu erschließen.
EU Industry Talk – Wie steigern wir unsere Wettbewerbsfähigkeit?
Die Herausforderungen für die EU und die europäische Wirtschaft sind enorm. Nach der Corona-Pandemie hat der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine Europa politisch und wirtschaftlich unter Druck gesetzt. Die wirtschaftlichen Auswirkungen treffen Europa härter als unsere Wettbewerber. Mit dem amerikanischen IRA wächst nun die Anziehungskraft der USA für Unternehmen. BDI-Präsident Siegfried Russwurm und Kerstin Jorna, Generaldirektorin für Binnenmarkt, Industrie, Unternehmertum und KMU (GROW), Europäische Kommission diskutierten die europäische Wettbewerbsfähigkeit beim EU Industry Talk.
Ein verpflichtender Wettbewerbsfähigkeits-Check für europäische Gesetze
Die EU-Gesetzgebung sollte die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen künftig stärker berücksichtigen, fordert der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss (EWSA) in einer aktuellen Stellungnahme. Der BDI hat sich die Vorschläge näher angesehen.
EU-Regeln für Künstliche Intelligenz: Wettbewerbsvorteil oder Überregulierung?
Nachdem die EU-Kommission im Februar vergangenen Jahres das Weißbuch zur Künstlichen Intelligenz (KI) vorgestellt hatte, wurde im April 2021 ein Legislativvorschlag zum Einsatz von KI veröffentlicht. Der BDI begrüßt den technologieoffenen und risikobasierten Ansatz der EU-Kommission. Ein auf europäischen Werten basierender Ansatz kann einen Wettbewerbsvorteil für europäische Unternehmen schaffen, darf aber auf keinen Fall innovationshemmend wirken.