Resilienz stärken, Schutzschild vor analogen und digitalen Angriffen aufbauen
Die deutsche Industrie ist stetiges Ziel für Cyberangriffe, Spionage, Sabotage und Datendiebstahl sowie von gewaltbereiten Kriminellen, Extremisten und Terroristen. Der jährliche Schaden beläuft sich auf mehr als 267 Milliarden Euro. Der ganzheitliche Schutz der Wirtschaft muss daher oberste Priorität haben. Wirtschaft und Politik müssen bei dieser Herausforderung enger zusammenarbeiten.
5G: Wie sicher werden unsere Netze sein?
Ob Operationen per Telemedizin oder vollständig vernetzte Produktionsanlagen – leistungsfähige 5G-Netze werden die Digitalisierung aller Lebensbereiche vorantreiben. Doch das 5G-Netz wird auch die Autobahn für hochsensible Daten sein. Daher müssen Hersteller von 5G-Netzwerkkomponenten vertrauenswürdig sein. Zur Wahrung eines höchstmöglichen Sicherheitsniveaus spricht sich der BDI für europaweit gültige Sicherheitsanforderungen für Hersteller aus.
Vertrauenswürdigkeitsüberprüfung
Der Schutz von Unternehmen vor Spionage, Sabotage, Wirtschafts- sowie Cyberkriminalität setzt ein ganzheitliches Schutzkonzept voraus. Neben organisatorischen und technischen Maßnahmen müssen auch die Mitarbeitenden integraler Bestandteil ganzheitlicher Sicherheitsansätze sein. Der BDI schlägt daher die Einführung einer freiwilligen Vertrauenswürdigkeitsüberprüfung im Rahmen des NIS-2-Umsetzungsgesetzes und des KRITIS-Dachgesetzes vor.
Stellungnahme zum Referentenentwurf des KRITIS-Dachgesetzes
Der BDI begrüßt den im Gesetzesentwurf verfolgten All-Gefahren-Ansatz, dem Anspruch eines „Dachgesetzes“ wird er aber nicht gerecht: Er vernachlässigt die ineinander verschränkte Risikolage im Cyber- und physischen Raum. Zudem ist er in weiten Teilen ungenau, Begrifflichkeiten werden inkonsistent verwendet. Der BDI fordert eine engere Einbindung der Wirtschaft, speziell bei der Erarbeitung der nachgelagerten Rechtsverordnungen.
Resilienz gegenüber Sicherheitsrisiken stärken
Die deutsche Industrie ist wie kaum eine andere in weltweite Wertschöpfungs- und Lieferketten integriert. Gewaltsame Konflikte, Desinformationskampagnen, Spionage, Sabotage und organisierte Kriminalität können diese empfindlich stören oder unterbrechen und unseren Wirtschaftsstandort als Ganzes gefährden. Der BDI legt der Politik erstmals einen Maßnahmenkatalog vor, um die Resilienz des Wirtschaftsstandorts Deutschland gegenüber Sicherheitsrisiken nachhaltig zu stärken.
Änderung des Bundesnachrichtendienstgesetzes (BNDG)
Der BDI begrüßt in der BND-Gesetz-Novelle die Betonung der wichtigen Rolle des BND für die Sicherheitsarchitektur Deutschlands. In einigen Punkten, wie dem Fehlen eines kohärenten Regelungsrahmens oder dem Schutz deutscher Staatsbürger und deren Eigentum vor der Nutzung sensibler Daten durch mit dem BND kooperierende ausländische Geheimdienste, sieht der BDI aber deutlichen Nachbesserungsbedarf.
Wirtschaftsschutz in der deutschen Industrie stärken
Die zentralen Unternehmenswerte und Strukturen müssen tagtäglich gegen Störungen und Schäden geschützt sein. Die globalen Bedrohungsszenarien für die Industrie – etwa in Form von Wirtschafts- und Industriespionage – sind vielfältig und komplex. Ein funktionierender Wirtschaftsschutz wird daher immer mehr zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor mit zentraler Bedeutung für Wohlstand und Stabilität in unserer Gesellschaft.