Münchner Sicherheitskonferenz: „New Defense: Wie wir das Potenzial unserer Industrie maximieren können“
BDI-Präsident Peter Leibinger äußert sich auf der Auftaktveranstaltung zur 61. Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) von BDI und der vbw Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft: „Verteidigung ist eine Haltungsfrage“.
Münchner Sicherheitskonferenz: Technologische Innovationen leisten einen wichtigen Beitrag zur Wehrhaftigkeit
Anlässlich der Münchner Sicherheitskonferenz betont BDI-Präsident Siegfried Russwurm in seiner Rede bei der gemeinsamen Auftaktveranstaltung des BDI mit der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft, dass technologische Innovationen einen wichtigen Beitrag zur Wehrhaftigkeit leisten. „Früher war das Militär der Treiber von Innovationen. Heute ist es umgekehrt. In Deutschland fehlt der entscheidende Link zwischen innovativen Köpfen der Industrie und der Truppe.“
Sicherheit, Verantwortung, Souveränität – Die Bedeutung der Industrie für die Sicherheits- und Verteidigungsfähigkeit Deutschlands
Deutschland ist das größte und wirtschaftlich stärkste Land Europas. Unsere Nachbarn und Partner in der NATO erwarten von uns deshalb, dass wir gerade in Zeiten geopolitischer Umbrüche Verantwortung übernehmen – insbesondere in der Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Bei den dafür notwendigen Schritten ist die deutsche Industrie ein entscheidender Pfeiler.
Abwarten ist das größte Risiko
In einer Zeit, in der scheinbar die Karten neu gemischt werden, können wir uns keine Passivität leisten. Wir sind inmitten immer elementarerer Krisen gefordert, die liberale Weltordnung zu verteidigen. Die Münchner Sicherheitskonferenz war in diesem Jahr stark von internationalen Spannungen geprägt. Konkrete politische Fortschritte konnten nicht erzielt werden.
Künstliche Intelligenz: eine sicherheitsrelevante Zukunftstechnologie
Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) im Bereich Sicherheit und Verteidigung bringt tiefgreifende Veränderungen mit sich. Während Chancen für innovative Sicherheitsanwendungen entstehen, wächst die Gefahr KI-gesteuerter Angriffe. Auch ethische Vorbehalte müssen thematisiert werden.
Erfolgsfaktor Export: Gemeinschaftsprojekte auf der Kippe
Die diesjährige ILA steht ganz im Zeichen der deutsch-französischen Partnerschaft. Beide Staaten haben im vergangenen Jahr wichtige erste Schritte im Hinblick auf eine engere Kooperation bei Entwicklungs- und Beschaffungsprojekten unternommen. Scheitern könnten die Bemühungen allerdings an unterschiedlichen Auffassungen zum Thema Rüstungsexport.
Deutsch-Französische Zusammenarbeit im Fokus der ILA 2018
Ende April 2018 öffnet die ILA Berlin ihre Pforten für 1.100 Aussteller aus 41 Ländern und rund 150.000 Besucher aus aller Welt. In der Luft- und Raumfahrt stehen Deutschland und Europa weltweit technologisch an der Spitze. Trotz der Spitzentechnologien „Made in Germany“, lassen sich viele Vorhaben jedoch nur gesamteuropäisch realisieren. Umso wichtiger ist der enge deutsch-französische Schulterschluss als Motor Europas. Die deutsch-französischen Weichenstellungen auf der ILA sind wichtige Beiträge zum Ausbau der Verteidigungsfähigkeit Europas, so Volker Thum, Hauptgeschäftsführer des BDLI, im Gastbeitrag.
Sicherheits- und Verteidigungsindustrie ist wichtiger Partner der Bundeswehr
Die Bedeutung einer neuen Partnerschaft auf Augenhöhe zwischen Industrie und Bundeswehr ist eine wichtige Grundlage für die zukünftige Zusammenarbeit mit den Streitkräften, betont Hans Christoph Atzpodien im Meinungsbeitrag. Ziel ist es dabei, den Soldatinnen und Soldaten eine optimale Ausrüstung und den bestmöglichen Schutz zur Verfügung zu stellen.
Sicherheit und Verteidigung müssen zentrale Themen in Europa sein
Die Europäische Sicherheit ist durch zunehmende Instabilität in der Nachbarschaft Europas und der Welt gefährdet. Hinzu kommen neue Bedrohungen aufgrund wirtschaftlicher, ökologischer und technologischer Faktoren. Von der EU wird Schutz gefordert. Dafür müssen Sicherheit und Verteidigung in Europa eine größere Rolle spielen.
Plädoyer für mehr Europa und weniger nationale Alleingänge
Die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie ist von großer Bedeutung für die gesamte deutsche Industrie. Insbesondere im Bereich Forschung und Entwicklung ist sie „Innovationsmotor“. Die Unternehmen leisten durch überdurchschnittlich hohe Forschungsanstrengungen einen Beitrag zu Deutschlands technologischer Spitzenposition. Die Rüstungsindustrie sendet damit erhebliche Impulse für Forschung und Entwicklung in der gesamten deutschen Wirtschaft – im militärischen und zivilen Bereich.
Zeit für ein Abkommen „Schmidt/Debré 2.0“
Auf dem „Celler Trialog“ – einem Treffen von Politik, Wirtschaft und Bundeswehr in Celle – hat BDI-Präsident Ulrich Grillo für eine Europäisierung der Rüstungsexportkontrolle geworben. „Der erklärte politische Wille ist eine stärkere europäische Zusammenarbeit in der wehrtechnischen Industrie“, sagte Grillo. So steht es im Strategiepapier der Bundesregierung zur Stärkung der Verteidigungsindustrie aus dem Jahr 2015 sowie im neuen Weißbuch 2016 zur Sicherheitspolitik und Zukunft der Bundeswehr.