

Maria Kalesnikawa
Maria Kalesnikawa wurde am 24. April 1982 in Minsk geboren und prägte über Jahre hinweg als Flötistin und Kulturmanagerin die Kunstszene in Belarus und Deutschland. Nach ihrem Studium an der Musikakademie in Minsk spezialisierte sie sich an der Hochschule für Musik in Stuttgart auf Alte und Zeitgenössische Musik. Vor ihrem politischen Engagement leitete sie Kulturprojekte im Stuttgarter „Laboratorium“ und war als Artdirector im Minsker Zentrum „OK16“ tätig.
Ihr Weg in die Politik begann im Mai 2020 als Wahlkampfleiterin für Wiktar Babaryka. Nach dessen Verhaftung bildete sie im Juli 2020 gemeinsam mit Swetlana Tichanowskaja und Weranika Zepkala das Trio, das zum Gesicht der Demokratiebewegung gegen Alexander Lukaschenko wurde. Weltweite Bekanntheit erlangte sie im September 2020, als sie ihre gewaltsame Abschiebung in die Ukraine verhinderte, indem sie an der Grenze ihren Reisepass zerriss.
Daraufhin wurde sie in Belarus inhaftiert und 2021 in einem Schauprozess zu elf Jahren Haft verurteilt. Während ihrer über fünfjährigen Gefangenschaft, die sie teilweise in strenger Isolation und unter prekären gesundheitlichen Bedingungen verbrachte, wurde sie 2022 mit dem Internationalen Karlspreis ausgezeichnet. Am 13. Dezember 2025 wurde Kalesnikawa schließlich freigelassen und reiste nach Deutschland aus. Heute lebt sie in Stuttgart und Berlin, wo sie sich weiterhin aktiv für demokratische Reformen und die Freiheit politischer Gefangener einsetzt.
Programm
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Fragile Freiheit – Wie Europa im Zeitalter globaler Rivalität besteht
22.06.2026
13:45 14:10
Opening Talk