
Auf dem Weg zu einem Programm für Forschung und Innovation im Rahmen des nächsten mehrjährigen Finanzrahmens
F&I muss Priorität des mehrjährigen Finanzrahmens sein
Damit Europa technologisch und wirtschaftlich souverän bleibt und die Innovationslücke zu seinen Wettbewerbern schließen kann, braucht es ein starkes, wettbewerbsorientiertes Forschungs- und Innovationsprogramm im nächsten Mehrjährigen Finanzrahmen der EU. Die Berichte von Mario Draghi und Manuel Heitor zeigen deutlich: Der Rückstand gegenüber globalen Innovationsführern wächst und Europa steht vor neuen geopolitischen Herausforderungen Eine klare Priorisierung von F&I – mit einem eigenständigen Budget von mindestens 200 Milliarden Euro ist deshalb unabdingbar, denn nur so kann F&I eine echte treibende Kraft für ein wettbewerbsfähiges Europa sein. Ein innovationsfreundliches Umfeld benötigt stabile, langfristige öffentliche Mittel, eine technologieoffene Förderung und den Mut, sich auf Technologien und Kernbereiche zu konzentrieren, in denen Europa seine führende Position weiter festigen kann.
Industriebeteiligung sichern, Partnerschaften stärken
Damit Forschung langfristig Wirkung entfalten kann, braucht es Planungs- und Finanzierungssicherheit. Europäische Partnerschaften und Public-Private-Partnerships (PPPs) haben sich bereits als Motoren für Innovationstransfer bewährt. Diese Kooperationen müssen erweitert und zugleich agiler und industrienäher ausgestaltet werden. Bürokratieabbau und die Sicherung langfristiger öffentlicher Haushaltsverpflichtungen sind entscheidend, um Investitionen und Industriebeteiligung zu stärken.
Weniger Bürokratie, mehr Wettbewerbsfähigkeit
Komplexe Verfahren und hohe Verwaltungsaufwände bremsen den Fortschritt. Der BDI empfiehlt deshalb: weniger Berichtspflichten, mehr Flexibilität, schnellere Bewilligungen – und eine stärkere Beteiligung der Industrie an der Gestaltung der Förderinstrumente. IP-Rechte und Datenzugang müssen praxisnah geregelt sein, ohne die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen zu gefährden. Diese Forderungen sind in unserer Publikation ausführlich dargelegt.
Lukas Martin
