Scenario 1: Delayed Modernisation
Party political tactics are preventing rapid reforms and investments, extremist forces are gaining ground. Germany is falling further behind in the competition between business locations. There is a gradual loss of competitiveness and innovative capacity in the German economy, while powerful companies from abroad are catching up. The intra-European and global disparity in location factors is leading to the relocation of large companies and SMEs, and value creation networks are disintegrating in some cases.
Scenario 2: National Transformation Efforts
In response to the crises of the 2020s, decisive political, entrepreneurial and social reactions are setting the course for an economic upturn in Germany, driven by a leading role in the digital and green transformation. For example, infrastructure modernisation is being accelerated and the social value of performance orientation is increasing. The accelerated pace of transformation offers opportunities, but also challenges for SMEs.
Scenario 3: Deeper European Integration for Resilience
The increasing withdrawal of the USA from Europe is creating momentum for deeper EU integration with security policy as a new nucleus. This also creates space for joint strategies in other fields, such as the data economy, raw materials, energy and the capital market. European cross-border innovation and value creation alliances are asserting themselves in a world with high volatility and rapidly changing alliances.
Scenario 4: Germany in a World Disorder with Bloc Formation
The systemic conflict between the USA and China is escalating into a decoupling of global trade activities. Germany's industrial SMEs are being put to an existential test. The loss of supplier relationships and sales markets must be compensated for in this challenging environment. There will be a long-term loss of prosperity in Germany.
The scenario method approach
Scenarios are not predictions of future developments, but are to be understood as sharpened figures of thought or thought experiments. They help us to better understand the world and to categorise present events in medium to long-term future contexts.
What does the future hold for industrial Mittelstand in Germany?
German Mittelstand-companies are under pressure. The global and European environments are becoming increasingly confusing. The business-location is showing economic and structural weaknesses. Markets as well as value-creation-networks and supply-chains are volatile. Companies are facing challenges in their digital and ecologic transformations. What scenarios in 2030 will the industrial Mittelstand have to prepare for? In this interview, family entrepreneur Hans-Toni Junius shares his perspectives.
Welche Zukunft hat der industrielle Mittelstand in Deutschland?
Der deutsche Mittelstand steht unter Druck. Das globale und europäische Umfeld wird immer unübersichtlicher, der Standort zeigt konjunkturelle und strukturelle Schwächen, Märkte und Wertschöpfungsverbünde zeigen sich volatil, Unternehmen sind in der Transformation gefordert. Auf welche Szenarien muss sich der industrielle Mittelstand bis 2030 einstellen? Ein Gespräch mit Familienunternehmer Hans-Toni Junius über seine Zukunftsprognosen für den Standort Deutschland.
Extremszenario: Deutschland in einer sich auflösenden Europäischen Union
Das Extremszenario als Gedankenexperiment: Infolge massiver Spannungen unter den Mitgliedstaaten, die in einer extremen Blockadepolitik münden, einigen sich die Staaten auf die Aufhebung der EU-Verträge. Im Zuge dessen wird auch der Euro als gemeinsame Währung abgeschafft, die Bundesbank führt die D-Mark wieder ein. Längst überwunden geglaubte Ressentiments brechen wieder auf. Alle ehemaligen EU-Staaten gleiten in eine massive Rezession ab. Unternehmen und Politik versuchen sich panikartig an einer Neuausrichtung.
Szenario 1: Verschleppte Modernisierung
Parteipolitisches Taktieren verhindert schnelle Reformen und Investitionen, extremistische Kräfte gewinnen an Zulauf. Deutschland fällt im Standortwettbewerb weiter zurück. Es kommt zu einem schleichenden Verlust der Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit der deutschen Wirtschaft, leistungsfähige Unternehmen aus dem Ausland holen auf. Das innereuropäische und globale Gefälle bei Standortfaktoren führt zu Verlagerungen von Großunternehmen und im Mittelstand, Wertschöpfungsverbünde lösen sich teils auf.
Szenario 2: Nationale Transformationsanstrengungen
Als Antwort auf die Krisen der 2020er Jahre stellen entschiedene politische, unternehmerische und gesellschaftliche Reaktionen die Weichen für einen wirtschaftlichen Aufschwung Deutschlands, der durch eine führende Rolle in der digitalen und grünen Transformation getrieben ist. So wird etwa die Infrastrukturmodernisierung forciert und der gesellschaftliche Wert von Leistungsorientierung steigt. Die beschleunigte Dynamik der Transformation bietet Chancen, aber auch Herausforderungen für den Mittelstand.
Szenario 3: Vertiefte Europäische Integration für Resilienz
Der zunehmende Rückzug der USA aus Europa kreiert ein Momentum für eine tiefere EU-Integration mit Sicherheitspolitik als neuer Keimzelle. Dies schafft auch Raum für gemeinsame Strategien auf anderen Feldern, etwa im Bereich Datenökonomie, Rohstoffe, Energie oder Kapitalmarkt. Europäische grenzüberschreitende Innovations- und Wertschöpfungsverbünde behaupten sich in einer Welt mit hoher Volatilität und rasch wechselnden Allianzen.
Szenario 4: Deutschland in einer Weltunordnung mit Blockbildung
Der Systemkonflikt zwischen USA und China mündet über Eskalationsspiralen in einer Entkopplung globaler Handelsaktivitäten. Der industrielle Mittelstand in Deutschland wird auf eine existentielle Probe gestellt. Wegfallende Lieferantenbeziehungen und Absatzmärkte müssen in dem herausfordernden Umfeld kompensiert werden. In Deutschland kommt es zu einem längerfristigen Wohlstandsverlust.
Zum Ansatz der Szenario-Methode
Szenarien sind keine Prognosen zukünftiger Entwicklung, sondern als zugespitzte Denkfiguren bzw. Gedankenexperimente zu verstehen. Sie helfen uns, die Welt besser zu verstehen und Gegenwartsereignisse in mittel- bis langfristige Zukunftskontexte einzuordnen.