Auf dem Weltmarkt zu Hause: Deutschland im Welthandel

Weltmarkt - Deutschland im Welthandel und auf dem Weltmarkt

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Produkte „Made in Germany“ sind weltweit beliebt. Die deutsche Volkswirtschaft ist wie kaum eine andere vom Handel abhängig. Umso wichtiger ist es, dass das weltweite Handelssystem gestärkt und weiterentwickelt wird.

Die Außenhandelsquote – das Verhältnis von Waren- und Dienstleistungshandel zum BIP – unterstreicht die Bedeutung des Handels für Deutschland. Sie ist seit dem Jahr 1991 von 48 Prozent auf 87,2 Prozent im Jahr 2018 angestiegen. Die wichtigsten Handelspartner Deutschlands (Exporte plus Importe) waren im Jahr 2018 China (199,3 Milliarden Euro), die Niederlande (189,5 Milliarden Euro) und die USA (178 Milliarden Euro).

2018 wurden Waren im Wert von über 1,3 Billionen Euro aus Deutschland ausgeführt. Mehr als zwei Drittel der deutschen Warenexporte (68,6 Prozent) gingen 2018 in die Länder der Europäischen Union. Das zeigt, wie wichtig dieser Heimatmarkt weiterhin für Deutschland ist.

Deutsche Ausfuhren nach Regionen: EU-Länder mit insgesamt 68,6 Prozent wichtigstes Exportziel

Warenausfuhren 2018 (Insgesamt Waren im Wert von 1 317,6 Mrd. Euro)

USA sind wichtigster Kunde deutscher Exporteure

Fünf wichtigste Exportdestinationen 2018 (Warenexporte in Mrd. Euro)

Deutsche Einfuhren nach Regionen: EU-Länder mit insgesamt 68,5 Prozent wichtigste Lieferanten

Wareneinfuhren 2018 (Insgesamt Waren im Wert von 1 089,8 Mrd. Euro)

China wichtigster Lieferant für Deutschland

Fünf wichtigste Herkunftsländer von Einfuhren 2018 (Warenimporte in Mrd. Euro)

Deutsche Exporte: Fahrzeuge, Maschinen und Elektrotechnik

Ausfuhren aus Deutschland nach Produktgruppe (Prozent an den Gesamtausfuhren 2018)

Rund zwei Drittel aller deutschen Exporte entfällt auf die vier Sektoren Fahrzeuge, Maschinen, Elektrotechnik und chemisch-pharmazeutische Erzeugnisse. Da sich die deutsche Industrie auf die Produktion von Investitionsgütern spezialisiert hat, konnte sie in der Vergangenheit überdurchschnittlich von der starken Investitionstätigkeit in den mittel- und osteuropäischen Staaten sowie in den asiatischen Schwellenländern, allen voran in China, profitieren. Importiert werden in Deutschland vor allem Elektrotechnik, Fahrzeuge, Energie und Rohstoffe.

Grenzüberschreitenden Dienstleistungen werden in der deutschen Außenhandelsstatistik nicht erfasst. Die Erhebungen der Bundesbank zum Dienstleistungshandel zeigen aber, dass auch diese Form des Außenhandels eine große Rolle für die deutsche Wirtschaft spielt. So betrugen im Jahr 2018 die Einnahmen aus durch Deutsche im Ausland erbrachte Dienstleistungen 18,4 Prozent der deutschen Gesamtausfuhren (Waren plus Dienstleistungen). Die Ausgaben von Deutschen für Dienstleistungen aus dem Ausland lagen sogar bei 22,5 Prozent des Wertes der gesamten Importe. Einnahmen aus Dienstleistungen im Ausland werden hauptsächlich für technische und Fertigungsdienstleistungen, Reisedienstleistungen und für erbrachte IT-Dienstleistungen erzielt (2018). In Deutschland werden etwa die gleichen Arten von Dienstleistungen aus dem Ausland in Anspruch genommen.

Internationale Verflechtung: Ein Erfolgsmodell für Deutschland

Die internationale Verflechtung ist für Deutschland ein wirtschaftliches Erfolgsrezept; Wirtschaft und Gesellschaft sind klare Gewinner der Globalisierung. Deutsche Unternehmen sind weltweit mit ihren vielfältigen, innovativen Produkten erfolgreich. Jeder vierte Arbeitsplatz in Deutschland hängt vom Export ab, in der Industrie ist es sogar jeder zweite. Konsumenten profitieren von einer großen Produktpalette; und Unternehmen können alle Arten von Vorprodukten aus aller Herren Länder beziehen.

Mit dem globalen Erfolg der deutschen Unternehmen wächst allerdings auch die Verantwortung der deutschen und europäischen Politik, weltweit für offene Märkte, freien Handel und für eine ordnungspolitische Ausgestaltung der Globalisierung einzutreten. Angesichts des weltweit zunehmenden Protektionismus und Nationalismus waren die politischen Herausforderungen seit Jahrzehnten nicht größer. Die Bundesregierung und die neue Europäische Kommission müssen sich dafür einsetzen, die ausstehende Reform der WTO voranzutreiben, internationale Gesprächsformate wie G7 oder G20 zu stärken und das politische Gewicht multilateraler Institutionen wie OECD oder UNCTAD zu erhöhen. Durch den Abschluss neuer Handels- und Investitionsabkommen müssen neue Märkte geöffnet werden. Außerdem müssen Beziehungen zu wichtigen Wirtschaftspartnern wie den USA, China und Russland auch gegen alle Widerstände verbessert und gefestigt werden.