Bundesnetzagentur errichtet Sicherheitsplattform Strom – Start Anfang 2026

Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat eine gesetzliche Verpflichtung gem. Energiesicherungsgesetz (EnSiG) und beabsichtigt ein Werkzeug zur Umsetzung von Lastreduktionsmaßnahmen über eine digitale Kommunikationsplattform aufzubauen. Dieses Werkzeug soll in Analogie zum Gasbereich für den Strombereich als Sicherheitsplattform Strom (SiPlaS) bezeichnet werden.

Ziel der Sicherheitsplattform Strom: Lastreduktionsprozesse sollen optimiert werden

Das Werkzeug soll Lastreduktionsprozesse effizient und abgestimmt optimieren. Dabei werden die regulatorischen Vorgaben des EnSiG und der Elektrizitätssicherungsverordnung (EltSV) sowie weiteren behördlichen Vorgaben und Verordnungen laut Bundesnetzagentur eingehalten. Mit der SiPlaS wird der präventive Aufbau eines Werkzeugs zur Koordinierung und Bearbeitung von bundesweiten Energiemangellagen angegangen.

Die SiPlaS ist eine Kommunikationsplattform, über die Stammdaten und Bewegungsdaten über die Lastabnahme für definierte Notfallzeitfenster von Verbrauchern geliefert werden sollen. Im Falle von Energiemangellagen können zur Systemstabilisierung und Aufrechterhaltung der öffentlichen Grundordnung, Lastreduktionen durch den Bundeslastverteiler Strom (gem. EnSiG die Bundesnetzagentur) mit Vorlauf von mindestens 24 Stunden angewiesen werden.

Laut Bundesnetzagentur bestehen ausdrücklich keine Anzeichen für eine mögliche Energiemangellage

Der Aufbau erfolgt laut BNetzA nicht aufgrund von Anzeichen für eine mögliche Energiemangellage, sondern soll die Bundesnetzagentur in der prozessualen Bearbeitung von vorgenannten potenziellen Krisenfällen unterstützen. Hierauf hat die Bundesnetzagentur auch dem BDI gegenüber nochmal ausdrücklich hingewiesen.

Adressaten zur Mitwirkung auf der zukünftigen Sicherheitsplattform Strom sind neben der Bundesnetzagentur und dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE), die betreffenden Netzbetreiber sowie Verbraucher (Lasten) mit einem absehbaren Jahresverbrauch an Strom von mindestens 10 GWh.

Die Sicherheitsplattform Strom ist eine Ergänzung der Bestandsprozesse für Lastreduktion von den Übertragungsnetzbetreibern. Im Rahmen der Vorstufe zur Lastreduktion (freiwillige Lastreduktion) gem. Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) und Abschaltkaskade gem. VDE AR-N-4140 existiert damit bereits ein ähnlicher Prozess. Die BNetzA hat die Amprion GmbH beauftragt, den Aufbau und dauerhaften Betrieb der Sicherheitsplattform Strom zu übernehmen.

Einbindung der potenziellen Teilnehmer soll über das Prozessdokument (Entwurf) der Bundesnetzagentur erfolgen

Die Einbindung in die Prozessabstimmung der potenziellen Teilnehmer soll über den Entwurf des BNetzA-Prozessdokumentes (LINK) erfolgen, welches zusammen mit den Übertragungs- und ausgewählten Verteilnetzbetreibern erstellt wurde. Ziel ist es, die Praxistauglichkeit der Prozesse unter Einbeziehung der potenziellen Teilnehmer sicherzustellen.

Die Bundesnetzagentur hat ein Prozessdokument im Rahmen einer Verbändeanhörung bis 12. Dezember 2025 zur Diskussion gestellt. Rückmeldungen sollten bis möglichst 12. Dezember 2025 an sicherheitsplattform-strom@  bnetza.  de; lastreduktion@  amprion.  net erfolgen.

Die Rückmeldungen werden laut Bundesnetzagentur vertraulich behandelt und mit den Prozessbeteiligten von den Übertragungsnetzbetreibern gemeinsam bearbeitet.

Nächste Schritte

Die Auswertung der Verbändeanhörung zum Prozessdokument (Entwurf) soll nun beginnen. Im Januar 2026 soll die Umsetzung starten. Ein „Miniumum Viable Product“ ist für Q4 2026 beabsichtigt.