
Deutsch-kolumbianisches Wasserstoffprojekt: Delegationsbesuch stärkt bilaterale Zusammenarbeit
Vom 4. bis 8. Mai 2026 besuchte eine Delegation führender kolumbianischer Unternehmen aus dem Wasserstoffsektor Berlin und Hamburg. Die Reise fand im Rahmen des deutsch-kolumbianischen Projekts CatalHyst statt, das der BDI gemeinsam mit dem kolumbianischen Unternehmerverband ANDI umsetzt. Der intensive Austausch mit deutschen Stakeholdern machte deutlich: Eine vertiefte Zusammenarbeit im Wasserstoffbereich bietet großes Potenzial für beide Länder.
Kolumbien als Zukunftspartner im Wasserstoffsektor
Kolumbien verfügt über hervorragende Voraussetzungen für die Produktion von grünem Wasserstoff und seinen Derivaten – insbesondere dank seines großen Potenzials im Bereich erneuerbarer Energien. Bereits 2021 hat das Land als eines der ersten in Lateinamerika eine nationale Wasserstoffstrategie verabschiedet. Ihr zentrales Ziel ist die Dekarbonisierung der eigenen Wirtschaft. Perspektivisch kann jedoch auch der Export von grünem Wasserstoff und Derivaten nach Europa eine wichtige Rolle spielen.
CatalHyst: Aufbau einer nachhaltigen Wasserstoffwirtschaft in Kolumbien
Vor diesem Hintergrund haben der BDI und ANDI-Naturgas, die Wasserstoffkammer des kolumbianischen Unternehmerverbands ANDI, das vom BMZ geförderte Projekt CatalHyst ins Leben gerufen. Es unterstützt den Aufbau einer nachhaltigen Wasserstoffwirtschaft in den Regionen Bolívar, Atlántico und Valle del Cauca. Ein Fokus liegt dabei auf der Stärkung von ANDI als zentraler Anlaufstelle im nationalen Wasserstoffökosystem. Daneben stehen die Entwicklung konkreter Vorhaben sowie die Förderung der unternehmerischen Zusammenarbeit beider Länder im Vordergrund. Deutsche Unternehmen können dabei insbesondere ihr technologisches Know-how und ihre industrielle Erfahrung einbringen.
Austausch entlang der gesamten Wertschöpfungskette
Die Delegationsreise von Anfang Mai bot eine wichtige Plattform, um Kooperationsmöglichkeiten auszuloten und den Dialog zu vertiefen. Zu den teilnehmenden Unternehmen gehörten OPEX, Colibrí Energy, Ecopetrol, die kolumbianische Marine und Monómeros. Sie alle sind wichtige Akteure, die innovative Projekte im Bereich Wasserstoff durchführen.
Das Programm umfasste Perspektiven entlang der gesamten Wasserstoff-Wertschöpfungskette. Gespräche mit wichtigen Branchenakteuren, darunter Siemens Energy, Everllence, Shell und Salzgitter AG, boten wertvolle Einblicke in Dekarbonisierungsstrategien und jene Technologien, die die Energiewende vorantreiben. Bei Treffen mit der H2Global-Stiftung, der KfW, dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE), dem BDEW (Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V.), der Hamburg Port Authority (HPA) sowie der TÜV NORD GROUP standen Fragen zu Wasserstoffstrategien, regulatorische Rahmenbedingungen, Zertifizierungsfragen und Finanzierungsmechanismen im Mittelpunkt.
Der Austausch unterstrich das große Potenzial der deutsch-kolumbianischen Zusammenarbeit im Wasserstoffsektor. Zudem wurde deutlich, dass ein enger Dialog zwischen Wirtschaft, Politik und Institutionen entscheidend ist, um gemeinsame Projekte voranzubringen und nachhaltige Wertschöpfungsketten aufzubauen.

Deutsch-Kolumbianische Delegation in Berlin im Haus der Wirtschaft.
