Pressemeldung

Deutsch-Brasilianische Wirtschaftstage: Strategische Partnerschaft ausbauen für Stärkung von Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit

Zum Auftakt der Deutsch-Brasilianischen Wirtschaftstage erklärt BDI-Präsident Peter Leibinger: „Strategische Zusammenarbeit mit einem verlässlichen Partner wie Brasilien fördert Resilienz und industrielle Stärke.“

„Der Ausbau der Partnerschaft mit Brasilien ist ein zentraler Baustein für die Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz der deutschen Wirtschaft. Gerade in Zeiten wachsender Unsicherheit zeigt sich: Resilienz entsteht in offenen Volkswirtschaften durch enge Partnerschaften und ein starkes industrielles Ökosystem. Vor dem Hintergrund wollen wir die strategische Zusammenarbeit mit Brasilien vertiefen und setzen dabei auf wirtschaftliche Offenheit, verlässliche Kooperation und regelbasierte Ordnung.

Das EU-Mercosur-Abkommen ist ein überfälliges Signal strategischer Handlungsfähigkeit gegenüber globalen Wettbewerbern wie China und den USA. Arbeiten Europa und die Mercosur-Staaten strategisch zusammen, können sie Wachstumschancen erschließen und außenwirtschaftliche Resilienz stärken. Die EU sollte die vorläufige Anwendbarkeit des Abkommens entschlossen und zügig anstreben, um für Unternehmen Verlässlichkeit und günstige Rahmenbedingungen zu sichern. Denn es eröffnen sich bis 2035 klare Wachstumsperspektiven: Für Exporte nach Brasilien wird eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 4,1 Prozent erwartet.

Brasilien und Deutschland können ein Beispiel geben für konkrete und erfolgreiche Diversifizierung: als Partner für die digitalen Transformation, erneuerbare Energien und strategische Rohstoffe. Um diese Potenziale voll auszuschöpfen, brauchen wir dringend ein Doppelbesteuerungsabkommen als wirksamen Hebel für mehr Investitionen. Deutsche Unternehmen mit Geschäft in Brasilien werden derzeit mit Doppelbesteuerung in Millionenhöhe belastet.“

Thomas Schmall, Vorsitzender des Lateinamerika-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft (LADW), ergänzt:
„Brasilien zählt zu den wichtigsten Investitionsstandorten für die deutsche Industrie im Ausland. Deutsche Unternehmen erwirtschaften dort mit 244 000 Mitarbeitenden jährlich fast 70 Milliarden Euro. Damit ist das Land bereits heute der viertgrößte Markt außerhalb Europas.

Die Voraussetzungen für eine engere Partnerschaft sind so gut wie selten zuvor. Jetzt ist der Moment, Potenzial in gemeinsames Wachstum zu überführen. Dafür brauchen wir wirtschaftsfreundlichere Rahmenbedingungen.“

Ansprechpartner

Andrea Stahl

Referentin Kommunikation
BDI e.V.