BDI zu Ergebnissen der Finanzkommission Gesundheit: GKV-Finanzen sind ein Effizienzproblem – kein Umverteilungsproblem
Holger Lösch, stellvertretender BDI-Hauptgeschäftsführer:
„Die aktuellen Vorschläge setzen nicht die richtigen Prioritäten. Statt struktureller Reformen drohen neue regulatorische Eingriffe und zusätzliche Belastungen für die Industrie. Das bremst Investitionen und schwächt genau die Innovationskraft, die wir für eine nachhaltige Stabilisierung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) brauchen.
Die Finanzlage der GKV ist vor allem ein Effizienzproblem. Es geht nicht um die Umverteilung knapper Mittel, sondern um mehr Produktivität, bessere Strukturen und einen effizienteren Mitteleinsatz. Wer jetzt nur an einzelnen Stellschrauben dreht, wird die Probleme nicht nachhaltig lösen. Im System liegen erhebliche, bislang ungenutzte Potenziale. Eine vom BDI beauftragte Studie von Prognos zeigt: Schon heute könnten durch den gezielten Einsatz von Innovationen jährlich rund 20 Milliarden Euro eingespart werden – bis 2045 sogar bis zu 47 Milliarden Euro. Moderne Medizintechnik, digitale Anwendungen und neue Therapieansätze verkürzen Behandlungen, vermeiden Komplikationen und machen die Versorgung insgesamt produktiver. Genau hier muss die Reform ansetzen.
Die industrielle Gesundheitswirtschaft ist ein zentraler Teil der Lösung für eine bessere und effizientere medizinische Versorgung. Gerade in wirtschaftlich und geopolitisch unsicheren Zeiten braucht Deutschland ein Gesundheitssystem, das leistungsfähig, resilient und innovationsgetrieben ist – und keines, das Innovationen ausbremst.“
