
Bürokratie, hohe Kosten und zunehmende Regulierung setzen dem industriellen Mittelstand weiterhin zu. Eine aktuelle BDI-Umfrage unter 213 Unternehmen zeigt: Die Stimmung bleibt gedrückt, die Erwartungen an die kommenden Monate sind verhalten. Gleichzeitig machen die Ergebnisse deutlich, welche politischen Maßnahmen aus Sicht der Unternehmen jetzt Priorität haben müssen, um Wettbewerbsfähigkeit, Investitionen und Wachstum zu stärken.
Schlechte Einschätzung der wirtschaftlichen Lage: 80% der Unternehmen bewerten diese mit „befriedigend“ oder noch schlechter
Die meisten der Befragten schätzen die aktuelle Lage als „ausreichend“ ein (35%).

Frage: Wie schätzen Sie die aktuelle wirtschaftliche Lage Ihres Unternehmens ein?
Die Top 3 der Belastungen: Regulatorik, Arbeitskosten, Energiepreise
Vor allem zu viele Regularien belasten Mittelstand: Als besonders belastend werden zu hohe regulatorische Anforderungen, zu hohe Arbeitskosten und Sozialabgaben und zu hohe Energiepreisegenannt. Dies sind genau die gleichen „Top 3“ wie bei der letzten Umfrage 2023, was darauf hindeutet, dass spürbare Entlastungen in der Unternehmensrealität bisher nicht ankommen bzw. wahrgenommen werden.

Frage: Welche Faktoren belasten Ihr Unternehmen derzeit am stärksten in Deutschland?
Die Top 3 der Belastungen auf europäischer Ebene: Regulatorik, Energiepreise, Handelshemmnisse / Risiken
Zu viel Bürokratie auch in EU: Ein ähnliches Bild zeichnet sich mit Blick auf die europäische Ebene ab; die hohe Regulierungsdichte bzw. herausfordernden Berichtspflichten werden am häufigsten beklagt (genannt von knapp 77% der Unternehmen bei insgesamt drei Auswahlmöglichkeiten). An zweiter Stelle folgen die hohen Energiepreise in Deutschland gegenüber anderen Ländern in Europa (genannt von 63% Prozent).

Frage: Welche Hürden auf europäischer Ebene behindern Ihr Unternehmen aktuell am stärksten?
Bürokratiedschungel lichten hätte größten positiven Impact
Bürokratiedschungel lichten hätte größten Impact: Die zu hohe Bürokratie wird im Jahr 2026 an erster Stellebei den Herausforderungen genannt (2023 noch auf Platz 3). Demnach wird von den meisten Unternehmen ein spürbarer Bürokratieabbau bzw. einfachere Berichtspflichten auch als die politische Maßnahme, die kurzfristig den größten positiven Effekt auf die eigene Wettbewerbsfähigkeit hätte, bezeichnet.

Frage: Welche politische Maßnahme hätte kurzfristig den größten positiven Effekt auf die Wettbewerbsfähigkeit Ihres Unternehmens?
Der Blick in die Zukunft
Der Großteil der Unternehmen blickt eher verhalten in die Zukunft: 36% der Befragten erwarten eine Verschlechterung der Geschäftsentwicklung in den kommenden 6 Monaten. 54% der Unternehmen gehen davon aus, dass sich die Situation weder verbessern noch verschlechtern wird. Nur 10% der Mittelständler, die sich an der Umfrage beteiligt haben, erwarten eine Verbesserung der aktuellen Geschäftslage.
Mittelstand zögert und verschiebt Investitionen: Angesichts dieser ungewissen Zukunft haben die meisten Unternehmen aktuell keine weiteren Investitionen geplant bzw. dies noch nicht abschließend für sich entschieden (insgesamt 42%). Bei den 58% der Unternehmen, die auch in den kommenden 2-3 Jahren weitere Investitionen planen, liegt der Fokus insbesondere auf Deutschland (36%).