Abgehängt im Steuerwettlauf
Kann Deutschland steuerpolitisch im globalen Wettbewerb noch mithalten? Der BDI hat in einer neuen Studie die steuerpolitischen Rahmenbedingungen mit anderen wesentlichen Industriestaaten und internationalen Wettbewerbern verglichen. Dabei bestätigt sich: Die Steuergesetzgebung und steuerliche Prozesse stellen für die deutschen Unternehmen zunehmend einen Wettbewerbsnachteil dar.
Globale Mindeststeuer: BDI-Position bei Anhörung im Finanzausschuss bestätigt
Deutschland steht vor der Umsetzung des Mindeststeuergesetzes für Unternehmen mit einem Umsatz über 750 Millionen Euro. Weltweit sind 8.000 Konzerne betroffen, davon 600-800 in Deutschland. Ziel ist ein „Level-Playing-Field“ für eine faire Unternehmensbesteuerung. Die Bundesregierung beschloss Mitte August 2023 den Gesetzesentwurf zur Umsetzung der globalen Mindeststeuer gemäß EU-Richtlinie. Nach der Anhörung im Bundestag Anfang Oktober 2023 betont der BDI die Notwendigkeit einer wettbewerbsfähigen Umsetzung und legt dafür zehn konkrete Punkte vor.
Europäisches Nachhaltigkeitsreporting (CSRD)
Mit der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) droht ein europäischer Alleingang in der Nachhaltigkeitsberichterstattung, der den kapitalmarktorientierten Unternehmen doppelte Berichtspflichten aufbürdet und insbesondere die neu berichtspflichtigen Unternehmen durch die Detailtiefe und Komplexität der europäischen Berichtspflichten über die Maße belasten wird. Der BDI stellt die wesentlichen Kritikpunkte der deutschen Wirtschaft zusammen.
Mehr freier Handel – multilateral, ökologisch und fair
Die Globalisierung braucht eine wertegeleitete Dynamik. Laut Dieter Janecek, MdB und Sprecher der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, kann die EU zum Vorreiter einer fairen Handelspolitik werden, die ökonomische Vorteile intelligent mit globalen Umwelt- und Gerechtigkeitsthemen verknüpft.
Globaler Wachstumsausblick 01/2017
Die Weltwirtschaft wird 2017 deutlich anziehen. Die größten Impulse werden wohl ab dem Sommer durch die neue US-Administration unter Donald Trump gegeben. Der Dollar wird im Jahresverlauf um fünf bis zehn Prozent gegenüber den wichtigsten Weltwährungen aufwerten, während der Euroraum und Japan einen moderaten Impuls für die Nettoexporte und die Investitionstätigkeit erhalten werden. In wichtigen Schwellenländern wird hingegen die Verwundbarkeit gegenüber einer hohen Dollarverschuldung des privaten Sektors bei steigenden Zinsen in den USA und einem aufwertenden Dollar bedeutsamer.
Globaler Wachstumsausblick 06/2016
Die Weltwirtschaft driftet seitwärts. Rund drei Prozent reales Wachstum sind in diesem Jahr wahrscheinlich. Das entspricht lediglich dem Vorjahrestempo. Lateinamerika und die GUS-Staaten durchlaufen regionale Rezessionen, und Afrika südlich der Sahara weist eine schwache Entwicklung auf. Die Industrieproduktion, der Welthandel und die weltweiten ausländischen Direktinvestitionen dürften sich dieses Jahr nur sehr leicht erhöhen. Die Industrieproduktion wird sich wohl in diesem Jahr kaum vom schwachen Pfad (2015: 1,9 Prozent) erholen und schwacher wachsen als die Wirtschaftsleistung. Eventuell kann der Welthandel mengenmäßig wenigstens um drei Prozent wachsen. Ausländische Direktinvestitionen waren 2015 übernahmegetrieben. Für einen echten Trendwechsel hin zu realen Investitionen in neue Kapazitäten spricht wenig.