Lieferketten unter Druck: Deutsche Industrie kämpft mit Resilienzlücken
Deutsche Lieferketten bleiben verwundbar: 92% der Unternehmen verzeichnen höhere Resilienzkosten, 68% planen Produktionsverlagerungen ins Ausland. Trotz erkannter Risiken fehlt es an umfassender Transformation. Die Studie zeigt, wie Protektionismus, Zölle und geopolitische Unsicherheit die Industrie belasten – und welche Strategien jetzt nötig sind, um Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.
Protektionismus als Konjunkturbremse
Nach einer erwarteten zyklischen Erholung des Wachstums im Euroraum haben sich die Wachstumsaussichten durch die neuen US-Importzölle und die Androhung von Gegenmaßnahmen abrupt eingetrübt. Insgesamt erwarten wir für den Euroraum ein Wachstum von 0,8 Prozent für das Jahr 2025. Die Wachstumskräfte im Euroraum sollten durch die Geldpolitik der EZB gestützt und durch eine aktivere Finanzpolitik in einigen Mitgliedstaaten mit erhöhtem Verteidigungs- und Infrastrukturbedarf befördert werden.
Die neue Chief Representative der BDI-Vertretung Peking stellt sich vor
Seit dem 1. August 2024 leitet Elisa Hörhager als Chief Representative die BDI-Vertretung in Peking. Im Video stellt sie sich vor und erklärt, wie sie die Interessen der deutschen Industrie in Peking vertreten will.
Supply Chain Pulse Check
Lieferketten unter Druck: die Situation entlang der Lieferketten hat sich stark gewandelt, doch die Belastung ist unverändert hoch. Die dritte Ausgabe des Supply Chain Pulse Check von Deloitte und BDI beleuchtet die Zukunft der Wertschöpfung. Vier Bereiche stehen dabei im Fokus: Lieferkette, Standort Deutschland, Produktion sowie Nachhaltigkeit und Zirkularität.
Standort Europa stärken
Die EU muss sich in den nächsten fünf Jahren in einem Umfeld mit einem verschärften globalen Standortwettbewerb und zunehmenden geopolitischen Verwerfungen neu orientieren. Diese Neuaufstellung kann Europa nur mit einer politischen Agenda meistern, die wirtschaftliche Stärke als notwendige Voraussetzung für Resilienz, stabile Arbeitsmärkte und Sozialsysteme, und für eine gelungene Digitalisierung sowie Klima- und Umweltschutz begreift.
Wertschöpfung im Wandel – Standort zunehmend unter Druck
Die neue Herbstumfrage unseres BDI/Deloitte - Supply Chain Pulse Check verdeutlicht nun auch in messbaren Zahlen den Druck auf den Unternehmensstandort Deutschland. Zudem enthält die zweite Auswertung Handlungsempfehlungen zu Verbesserungen der Standortbedingungen und der Erhöhung der Widerstandsfähigkeit internationaler Lieferketten.
Strategie für Wirtschaftssicherheit
Die Strategie für Wirtschaftssicherheit der Europäischen Kommission fokussiert sich derzeit stark auf Handelskontrollen. Um den Auswirkungen von Handelskontrollen vollumfänglich zu begegnen und mit dem Umbau ganzer Lieferketten chancenorientiert umzugehen, fordert der BDI eine positivere Ausrichtung der Strategie. Eine positivere Handelsagenda würde Handelskontrollen, deren Kosten und eine zur Diversifizierung europäischer Interdependenz dringend notwendige Marktöffnung integriert zusammendenken.
Die beste langfristige Hilfe für die Ukraine sind Investitionen
BDI-Präsident Siegfried Russwurm leitete die siebenköpfige Wirtschaftsdelegation, welche im April mit Vizekanzler Robert Habeck in die ukrainische Hauptstadt Kiew reiste. Außerdem beteiligt waren die Deutsche Industrie- und Handelskammer, der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft, Vertreter deutscher Investoren in der Ukraine sowie Banken und Energieunternehmen. Siegfried Russwurm fasst seine Eindrücke von der Reise zusammen.
BDI zur China-Reise von von der Leyen und Macron: Resilienz stärken, Kommunikation suchen
Zur China-Reise von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und des französischen Präsidenten Emmanuel Macron äußert sich BDI-Hauptgeschäftsführerin Tanja Gönner: „Es ist richtig und notwendig, dass Europa seine wirtschaftliche und technologische Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit stärkt, während es weiterhin Kommunikation und Austausch mit China sucht.“
Neustart der deutsch-afrikanischen Beziehungen
Afrika gewinnt für Deutschland rasant an strategischer und wirtschaftlicher Bedeutung. Der Kontinent ist ein „Muss“ für deutsche Unternehmen im Hinblick auf eine stärkere Diversifizierung und Reduktion von Abhängigkeiten – insbesondere von China. Wir brauchen deshalb einen Neustart der deutsch-afrikanischen Beziehungen. Notwendig sind innovative Ansätze und eine stärkere Nutzung von neuen Technologien.
U.S.-EU Trade and Technology Council: Signal für einen transatlantischen Schulterschluss
Mitte Mai 2022 fand das zweite Treffen des Handels- und Technologierates (U.S.-EU Trade and Technology Council, TTC) in Frankreich statt. Der TTC sendet das dringend benötigte starke Signal für einen transatlantischen Schulterschluss. Politischen Bekenntnissen müssen nun konkrete Taten folgen und die Arbeitsprogramme der zehn Arbeitsgruppen müssen mit Leben gefüllt werden.
Zukunft der Außenwirtschaftsförderung und der deutschen Exportwirtschaft
Deutschland benötigt eine Stärkung der eigenen Wettbewerbsfähigkeit, eine Diversifizierung von Absatz- und Beschaffungsmärkten und nachhaltige Lösungen für globale Herausforderungen. Eine starke, zukunftsgerichtete Außenwirtschaftsförderung muss dem Rechnung tragen. BDI und Bankenverband formulieren konkrete Vorschläge für eine strategisch und zukunftsgerichtete Exportkreditfinanzierung aus Sicht von Exporteuren und Finanzierern.
Entwurf für ein Gesetz zu dem umfassenden Wirtschafts- und Handelsabkommen (CETA)
Kanada ist ein wichtiger Wirtschaftspartner der EU und Deutschlands. Das Abkommen erleichtert erheblich den Zugang für europäische Unternehmen zum kanadischen Markt und fördert deutlich den bilateralen Wirtschaftsaustausch. Gerade im Systemwettbewerb mit Nichtmarktwirtschaften ist dies besonders wichtig. Daher ist die Bundesregierung gefordert, sich auf nationaler und europäischer Ebene für die zeitnahe Ratifizierung des CETA-Abkommens einzusetzen.
Zollverfahren: Schnellstraßen für den Warenhandel
Täglich exportieren und importieren deutsche Unternehmen Waren im Wert von mehreren Milliarden Euro. Damit ein Produkt aus nicht-europäischen Ländern nach Deutschland eingeführt werden kann, müssen Unternehmen allerdings zahlreiche Hürden nehmen. Auch im Ausland treffen deutsche Unternehmen auf erhebliche Barrieren. Damit der Handel auch in Zukunft Motor für Wachstum und Arbeitsplätze ist, müssen Zölle abgebaut und Zollverfahren modernisiert und digitalisiert werden.
Für einfache Ursprungsregeln: Zollsenkungen an den Außengrenzen nutzbar machen
Ursprungsregeln legen fest, wann eine Ware unter den präferenziellen Bedingungen eines Freihandelsabkommens (FTA) gehandelt werden kann. Sie sollen Handelsumlenkungen verhindern. Allerdings erhöhen sie die Komplexität von Handelsabkommen deutlich. Gerade kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) leiden unter den zusätzlichen bürokratischen Kosten. Ursprungsregeln sollten daher vereinfacht und harmonisiert werden.
Außenwirtschaftspolitische Zusammenarbeit mit Autokratien
Aktuell geht es in der Außenwirtschaftspolitik gegenüber autokratisch geführten Ländern um eine verantwortungsvolle Koexistenz von verschiedenen Systemen, die auf den Weltmärkten miteinander im Wettbewerb stehen, unterschiedliche Auffassungen zur Gesellschaftsordnung haben, aber auch kooperieren müssen. Der BDI unterstreicht hier das Bekenntnis zur weltweiten gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen.
17. AWV-Novelle
Antidumpingmaßnahmen der Europäischen Union
Die Antidumpingmaßnahmen der EU sind ein wichtiges Instrument, um europäische Produzenten vor unfairem Wettbewerb aus dem Ausland zu schützen. Es muss sichergestellt werden, dass ihre Anwendung den Regeln der Welthandelsorganisation entspricht und das Unionsinteresse widerspiegelt. Viele Ergebnisse der jüngsten Reform werden von den meisten Wirtschaftsbeteiligten positiv gesehen. Vor einer erneuten Reform sollte aber eine Analyse der Effektivität vorgenommen werden, die Konsultationen mit der der Wirtschaft einschließt.
Verschärfung Investitionskontrollen in Corona-Krise
Im Zuge der Covid-19-Krise wird europaweit diskutiert, ob staatliche Investitionskontrollen verschärft werden müssen, um einen gefürchteten „Ausverkauf der deutschen Wirtschaft“ zu verhindern. So könnten in der Folge von Übernahmen, Produktionskapazitäten aus Deutschland abwandern, die zur Bewältigung der Krise erforderlich sind. Der BDI hält jedoch in der aktuellen Situation an ihrer Position fest. Auch für die Dauer der Krise wird keine Verschärfung staatlicher Investitionskontrollen notwendig benötigt.