#PowerUpEurope: Für eine nachhaltige Mobilität, eine wettbewerbsfähige Logistik und globale Konnektivität
Leistungsfähige Verkehrssysteme sind essenziell für den wirtschaftlichen Erfolg der EU. Wettbewerbsfähigkeit und die Transformation zur Klimaneutralität erfordern zuverlässige Infrastrukturen, eine nachhaltige Energie- und Rohstoffversorgung, den Ausbau der Kreislaufwirtschaft und fortschreitende Digitalisierung. Bürokratieabbau, weniger Berichtspflichten und eine bessere Abstimmung zwischen den Ressorts sind unerlässlich, um Effizienz und Innovation zu fördern. Der BDI setzt dafür folgende Prioritäten:
Effiziente Schwergutlogistik für eine starke Industrie: VI GST sieht Reformbedarf bei Großraum- und Schwertransporten
Großraum- und Schwertransporte (GST) leisten einen beträchtlichen volkswirtschaftlichen Beitrag und sind für den Erhalt sowie die Transformation des Wirtschaftsstandorts Deutschland unverzichtbar. Aktuell behindern insbesondere vermeidbare Bürokratiehürden und Defizite in der Verkehrsinfrastruktur sowie der Digitalisierung diese so essenziellen Transporte.
#PowerUpEurope: Mobilität
Der wirtschaftliche Erfolg der Europäischen Union beruht auf leistungsfähigen Verkehrssystemen, die den Binnenmarkt ermöglichen und Arbeitsplätze schaffen. Mit fünf Prozent Anteil am Bruttoinlandsprodukt und zehn Millionen Beschäftigten ist der Verkehrssektor unverzichtbar. Krisen wie die Corona-Pandemie und der Ukraine-Krieg zeigen die Bedeutung stabiler Logistikketten. Der BDI bietet klare Handlungsempfehlungen für eine nachhaltige, sowie wettbewerbsfähige Mobilität.
Aufbau eines Initialnetzes für schwere Nutzfahrzeuge
Ein Initialnetz für öffentlich-zugängliche Ladeinfrastruktur an Hauptverkehrsachsen ist ein wichtiger Baustein, um den raschen Markthochlauf von elektrisch betriebenen schweren Nutzfahrzeugen abzusichern. Der BDI unterstützt den Ansatz der Bundesregierung und fordert dessen rasche Umsetzung. Ergänzend braucht es adäquate Maßnahmen in zwei Bereichen: für betriebliche Ladeinfrastruktur, einschließlich Fahrzeugförderung, sowie für Ladeinfrastruktur an Autohöfen, insbesondere für Netzanschlüsse.
Luftverkehrsteuer-Absenkungsverordnung 2024
Das Luftverkehrsteuergesetz sieht eine Anpassung der Luftverkehrsteuer an die Einnahmen aus der Versteigerung luftverkehrsbezogener Zertifikate im EU-ETS vor. Dieser Absenkungsmechanismus muss erhalten bleiben. Die Einnahmen aus der Luftverkehrsteuer müssen dem Klimaschutz im Luftverkehr zugutekommen. Perspektivisch sollte die Luftverkehrsteuer in eine europäische Klimaabgabe zur Finanzierung nachhaltiger Flugkraftstoffe weiterentwickelt werden.
Bilanzierung von Treibhausgasemissionen von Verkehrsdienstleistungen
Die Europäische Kommission plant mit der CountEmissions EU eine einheitliche Methodik für die Berechnung von Treibhausgasemissionen im Güter- und den Personenverkehr zu implementieren. Der BDI begrüßt diese Initiative. Damit CountEmissions EU Transparenz für Verkehrsdienstleister und ihre Kunden schaffen kann, braucht es wirksame Anreize, Technologieoffenheit sowie eine europäische und weltweite Harmonisierung in einem freiwilligen System.
Cybersicherheit im Bereich Luftsicherheit
Die europäische Cybersicherheitsarchitektur für den Luftverkehr und die sichere Lieferkette muss wirksam und praxisnah ausgestaltet sowie harmonisiert umgesetzt werden, um grenzüberschreitende Sicherheitsgewinne zu erzielen und die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie zu sichern. Damit das vom nationalen Gesetzgeber vorgeschlagene Umsetzungskonzept diese Ansprüche erfüllt, braucht es mehr Rechtssicherheit und Ressourceneffizienz.
Lkw-Fahrermangel: Wirtschaft braucht funktionierende Logistik
Lkw-Fahrer sind für die Wirtschaft und Gesellschaft von großer Bedeutung. Der BDI engagiert sich dafür, Zugangshürden für die Tätigkeit als Berufskraftfahrer zu senken, bürokratische Hemmnisse abzubauen sowie gemeinsam mit der Speditions- und Transportbranche und Politik einen attraktiveren Beruf zu schaffen und Nachwuchs zu gewinnen.
Russland-Ukraine-Krieg: Logistik
Die Situation in der nationalen und internationalen Logistik ist derzeit hoch angespannt. Der Krieg in der Ukraine, ausbleibende russische Gaslieferungen und durch die Corona-Pandemie bedingte Nachholeffekte verschärfen strukturelle Probleme in den Lieferketten. Knappe Transportkapazitäten in allen Verkehrsträgern führen zu einer unbefriedigenden Zuverlässigkeit, mangelnden Flexibilität und hohen Preisen.
Verlängerung der Gruppenfreistellungsverordnung für Seeschifffahrtskonsortien (GVO)
Die Verordnung über eine Gruppenfreistellung für Seeschifffahrtskonsortien (GVO) soll einen Beitrag zur Resilienz maritimer Lieferketten und der Leistungsfähigkeit der Seeschifffahrt leisten. Dieses Ziel verfehlt die GVO in ihrer gegenwärtigen Form: die Situation im internationalen Seeverkehr ist durch fehlende Transportkapazitäten und Qualitätsdefizite geprägt. Der BDI fordert daher eine Abschaffung oder umfassende Überarbeitung der Verordnung.
Neue Lösungen für nachhaltige Lieferketten
Gemeinsam mit seinem globalen Lieferantennetzwerk strebt die Robert Bosch GmbH eine hohe Nachhaltigkeit in den Lieferketten an. Bis 2030 will das Unternehmen den CO2-Ausstoß in seinen Wertschöpfungsketten (Scope 3) um 15 Prozent gegenüber 2018 reduzieren. Die Förderung alternativer Antriebe und Kraftstoffe nimmt hier eine Schlüsselrolle ein. Sven-Olaf Knorr, Director Purchasing & Logistics for Transportation Service, Robert Bosch geht im Interview u.a. auf den erneuerbaren Kraftstoff HVO100 ein.
Warum ein Umdenken hin zu nachhaltiger und ressourcenschonender Logistik notwendig ist
Logistik ist ein wesentlicher Motor für den Welthandel, das Wirtschaftswachstum und den individuellen Wohlstand – hat aber auch enorme Auswirkungen auf die Umwelt. Wie die Umstellung zu einem klimaneutralen Transportsektor und einer grünen Logistik gelingen kann und welche politischen Rahmenbedingungen dafür notwendig sind, erklärt Volker Ratzmann, Executive Vice President Corporate Public Affairs, Deutsche Post DHL Group.
Industrie macht Logistik klimaneutral
Die deutsche Wirtschaft ist auf dem Weg in Richtung CO2-Neutralität. Der Weg ist lang und herausfordernd, aber alternativlos: Wenn wir Industrieland bleiben wollen, muss es der Industrie gelingen, die fossile Basis, auf der sie in eineinhalb Jahrhunderten errichtet wurde, durch ein neues, ein dekarbonisiertes und regeneratives Fundament zu ersetzen. Die Herausforderung: Das Fundament muss bei laufendem Betrieb ersetzt werden – ohne, dass das Haus dabei einstürzt.
Lieferkettenstörungen in der internationalen Containerschifffahrt
Neunzig Prozent aller Waren und Güter weltweit werden über den Seeverkehr transportiert. Die Industrie ist auf die Lieferung von Rohstoffen, Komponenten sowie die Verschiffung ihrer Fertigprodukte angewiesen, die in Häfen umgeschlagen und zu Kunden transportiert werden. Ausfälle in den maritimen Lieferketten und Ereignisse wie die Blockade des Suezkanals oder pandemiebedingte Beeinträchtigungen in den Häfen können Produktionsprozesse empfindlich stören.
Globale Lieferketten unter Druck
Noch nie war die Welt so vernetzt wie heute – gesellschaftlich, politisch und wirtschaftlich. Globale Wirtschaftskreisläufe sorgen für ein größeres Warenangebot und günstige Preise, stellen aber auch hohe Anforderungen an Logistik und funktionierende Lieferketten. Ob Handelskonflikte, Pandemien, Rohstoffknappheit oder die Havarie eines Containerschiffes: Unternehmen müssen lernen, mit diesen Risiken umzugehen.
#WirMachen Mobilität: Empfehlungen für die 20. WP
Mobilität soll nachhaltig, ressourcenschonend und bezahlbar sein. Dafür bedarf es innovativer Technologien, leistungsfähiger Infrastrukturen und kluger politischer Instrumente. Entscheidungsträger in Bund, Ländern und Kommunen sind gefordert, die Rahmenbedingungen ür die Mobilität der Zukunft zu schaffen: technologieoffen sowie ökologisch, ökonomisch und sozial ausgewogen.
Covid-19 in Transport und Logistik
Die Verbreitung des Coronavirus zeigt bereits drastische Auswirkungen auf das Logistik- und Transportwesen. Eine Störung oder gar Unterbrechung der Güterströme und Lieferketten gefährdet nicht nur die Versorgung der Bevölkerung, sondern dürfte auch zu schweren wirtschaftlichen Schäden führen. Die Bundesregierung ist dringend aufgerufen, sich national sowie auf europäischer und internationaler Ebene für die Aufrechterhaltung des Waren- und Güterverkehrs einzusetzen.
EU-Verkehrspolitik zukunftsfähig gestalten
Die Gestaltung einer leistungsfähigen und nachhaltigen Verkehrsinfrastruktur für die Zukunft eines wettbewerbsgeprägten Verkehrsbinnenmarktes in Europa ist essentiell. Denn Lebensader für die stark vernetzte deutsche und europäische Industrie sind grenzüberschreitende Wertschöpfungsketten und verlässliche Logistikabläufe – als langfristige Basis für Wachstum und Wohlstand.
Export braucht Luftfracht
Waren und Dienstleistungen werden global gehandelt. Müssen in kurzer Zeit weite Strecken überwunden werden, ist das Flugzeug als Transportmittel oft alternativlos. Exportierende Unternehmen in Deutschland sind daher zwingend auf ein leistungsfähiges Luftverkehrssystem angewiesen. Dazu gehört ein reibungslos funktionierender Luftfrachttransport.
Für einen starken Luftverkehrsstandort
Über 30 Prozent unserer Exporte-Werte nach Übersee erfolgen per Luftfracht. Und viele Menschen wünschen sich Flugreisen zu Freunden und für den Urlaub. Als führende Exportnation braucht Deutschland eine effiziente Verknüpfung mit anderen Wirtschaftsregionen in der Welt. Dafür bedarf es einer durch den Bund koordinierten, strategisch geplanten Luftverkehrspolitik. Diese sollte den Luftverkehr nicht nur verteuern, sondern auch Innovationen im Sinne des Klimaschutzes fördern.