
#PowerUpEurope: Für eine nachhaltige Mobilität, eine wettbewerbsfähige Logistik und globale Konnektivität
Europäische Perspektive auf Mobilität und Logistik
Für den Ausbau und die Finanzierung einer zuverlässigen und effizienten Verkehrsinfrastruktur sowie intermodaler Schnittstellen muss die Fazilität „Connecting Europe“ im nächsten langfristigen EU-Haushalt (2028-2035) deutlich aufgestockt werden. Die EU steht in der Verantwortung, die Potenziale des Mobilitätssektors für den Klimaschutz umfassend zu fördern. Dazu gilt es, das Fit-for-55-Paket konsequent zu überwachen, umzusetzen und bei Bedarf nachzujustieren sowie Digitalisierungspotenziale zu nutzen. Der Grundsatz der Technologieoffenheit muss beibehalten werden.
Straßenverkehr
Das Ziel der Defossilisierung des Straßenverkehrs erfordert den zügigen Markthochlauf alternativer Antriebe und erneuerbarer Kraftstoffe, um die ambitionierten CO2-Flottengrenzwerte des Fit-for-55-Pakets zu erreichen. Dies gelingt unter anderem durch den schnellen Ausbau der Lade- und Wasserstofftankinfrastrukturen. Zudem müssen klare CO2-Preissignale im Straßenverkehr über das neue EU-Emissionshandelssystem ETS 2 und eine CO2-orientierte Energiebesteuerung von Kraftstoffen gesetzt werden; hierfür sind neue Initiativen zur Überarbeitung der EU-Energiesteuerrichtlinie dringend erforderlich . Darüber hinaus sollte der Rechtsrahmen für Maße und Gewichte im Straßengüterverkehroptimiert werden, um zusätzliche Effizienzsteigerungen und CO2-Einsparungen im Transportsektor zu ermöglichen.
Die EU-Konnektivitätsinitiative Global Gateway sah bisher unzureichende Investitionen für alle Verkehrsträger vor. Ein verstärkter Investitionsschub für das resiliente Trans-European Road Network (TERN) sowie die Förderung CO2-armer, robuster und langlebiger Bauweisen sind daher dringend notwendig.
Schienenverkehr
In der neuen Legislaturperiode muss eine zuverlässige und hochwertige europäische Eisenbahninfrastruktur durch mehr Digitalisierung und Interoperabilität zur Priorität werden. Zudem sollte die Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit des kombinierten Verkehrs durch eine Modernisierung des Rechtsrahmens mit dem Fokus auf Standardisierung und Massentauglichkeit gestärkt werden.
Luftverkehr
In der Luftfahrt sollte die EU den Fokus auf die internationale Wettbewerbsfähigkeit Europas richten und Konnektivität sowie Souveränität sicherstellen. Ein entscheidender Schritt in Richtung Klimaschutz ist die Förderung bezahlbarer, nachhaltiger Flugkraftstoffe (SAF) durch Anreize, verlässliche Finanzierungsinstrumente und flexibler Regeln beim Inverkehrbringen. Gleichzeitig muss die führende Position der europäischen Luftverkehrsindustrie durch kontinuierliche Innovationen im Ökosystem für klimaneutrales Fliegen und den Ausbau alternativer Antriebsinfrastrukturen gesichert werden. Flugverkehrsmanagement und Luftsicherheitsregime sollten effizient gestaltet werden, um Lärmschutz und wirtschaftliche Interessen zu verbinden.
Seeverkehr
Nachdem die EU die Gelegenheit verpasst hat, die Ausweitung des ETS auf den Seeverkehr wettbewerbsneutral zu gestalten, sollten Maßnahmen zur Stärkung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit, zur Förderung klimaneutraler Schifffahrt und zur Sicherung der Verfügbarkeit erneuerbarer Kraftstoffe ergriffen werden. Außerdem ist es wichtig, die Resilienz maritimer Lieferketten und den Wettbewerb im Seefrachtmarkt aufrechtzuerhalten.
Ausführlichere Informationen sowie detaillierte Handlungsempfehlungen finden Sie in diesem Positionspapier.
Uta Maria Pfeiffer
