Schon seit langem wird gefordert das Aktienrecht auf den Prüfstand zu stellen – dies umso mehr, als das Personengesellschaftsrecht durch das MoPeG erst kürzlich umfassend reformiert wurde. Der Gesetzgeber hat, auf diese Forderung bisher nur mit punktuellen Änderungen des Aktiengesetzes reagiert. Vorschläge zur Reform des Beschlussmängelrechts zur Belebung der Hauptversammlung oder zur Reform des Aufsichtsratsrechts wurden dagegen nicht in Angriff genommen.

Gesellschaftsrecht
Das deutsche Gesellschaftsrecht bietet Unternehmen diverse Rechtsformen, sich entsprechend der eigenen Bedürfnisse zu organisieren und am Markt zu präsentieren. Zu den bekanntesten nationalen Rechtsformen zählen die GbR, die OHG und KG sowie als Kapitalgesellschaften die AG und die GmbH. Darüber hinaus hat die Societas Europaea (SE) zunehmend an Bedeutung gewonnen und wird insbesondere von größeren Unternehmen aufgrund ihrer europäischen bzw. internationalen Ausrichtung wertgeschätzt.
Die Regierungskommission plant 2026, den Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) zu überarbeiten. Dabei soll der neue Kodex inhaltlich gestrafft werden. Der DCGK bildet die Grundlage für die jährliche Entsprechenserklärung börsennotierter deutscher Gesellschaften nach dem Aktiengesetz.
Mit der Gesellschaft mit gebundenem Vermögen (GmgV) soll ein rechtlicher Rahmen für Unternehmen geschaffen werden, bei denen nicht die Gewinninteressen der Mitglieder, sondern das Unternehmen im Mittelpunkt steht. Zentrales Merkmal ist die dauerhafte Bindung des Gesellschaftsvermögens: Gewinne dürfen nicht an die Mitglieder ausgeschüttet werden, sondern werden dauerhaft thesauriert. BMJV und BMF haben hierzu im Frühjahr 2026 ein Rahmenkonzept vorgelegt. Der BDI steht der Einführung einer eigenständigen GmgV kritisch gegenüber.
Mit der EU Inc. soll eine einheitliche europäische Gesellschaftsrechtsform geschaffen werden, die neben die 27 nationalen Rechtsformen tritt und in allen Mitgliedstaaten anerkannt wird. Vergleichbar ist die EU Inc. mit der deutschen GmbH, da Anteilseigner nicht für die Verbindlichkeiten der Gesellschaft haften. Der BDI unterstützt das Vorhaben.



