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»Wer führen will, muss verbinden.«

Wir alle spüren es: Die vertraute Weltordnung löst sich auf, eine neue ist noch nicht in Sicht. Technologische Umbrüche, Innovationen und geopolitische Veränderungen setzen Deutschlands und Europas Wirtschaft unter massiven Druck. In dieser Situation braucht es Führung und Orientierung. Wandel gestalten, bedeutet für mich: mit Kompass vorangehen, flexibel handeln, unabhängig und mutig statt kleinmütig. Dafür stehe ich an der Spitze des BDI, gemeinsam mit der gesamten deutschen Industrie.    

Unsere Stärke in Deutschland wurzelt in einer einzigartigen Unternehmenslandschaft aus Großindustrie, Mittelstand, großen und kleinen Familienunternehmen und Start-ups, die Tag für Tag zusammenarbeiten. Unsere Führungsaufgabe ist es, diese Vielfalt zu stärken, zu verbinden und gemeinsame Perspektiven zu entwickeln. 

Deutschland ist ein großartiges Land mit engagierten Ingenieurinnen und Ingenieuren, Mitarbeitenden in Produktion und Handwerk, Unternehmerinnen und Unternehmern und Millionen Menschen, die sich für andere einsetzen. Wir haben alle Chancen auf eine gute Zukunft – wenn wir uns ehrlich machen, anpacken und füreinander einstehen. Unsere Stärke war und ist unsere gemeinsame Kraft gerade dann, wenn es darauf ankommt. Jetzt kommt es darauf an. Gemeinsam – Wirtschaft, Politik und Gesellschaft – können und werden wir Deutschland und Europa stark machen: wirtschaftlich und technologisch souverän. Und unabhängig. Der BDI und ich persönlich arbeiten daran mit vollem Einsatz. 

Wie wollen wir diese Verantwortung gemeinsam wahrnehmen? 
Wer führen will, muss verbinden. 

Gestaltungskraft
Deutschland als Mitarchitekt der neuen geo-ökonomischen Ordnung

Deutschland steht inmitten tiefer technologischer, wirtschaftlicher und geopolitischer Veränderungen. Alte Ordnungen lösen sich auf – eine neue geoökonomische Ordnung entsteht.

Diese Neuordnung ist kein abstraktes Zukunftsszenario, sondern prägt bereits heute industrielle Entscheidungen. Globale Lieferketten werden neu bewertet, technologische Abhängigkeiten offen benannt, geopolitische Risiken in wirtschaftliche Kalkulationen integriert.

Tanja Gönner, Hauptgeschäftsführerin BDI

Verbindung
Europäische Souveränität entsteht aus wirtschaftlicher Stärke

Nicht die Exzellenz einzelner Unternehmen macht die industrielle Stärke aus, sondern die Fähigkeit, technologische, wirtschaftliche und wissenschaftliche Akteure intelligent zu verbinden. Studien zeigen: Industrielle Wertschöpfung entfaltet ihre größte Wirkung im Verbund.

Holger Lösch, Stellvertretender Hauptgeschäftsführer BDI

Handlungsfähigkeit
Transformation ist kein Projekt, sondern Normalzustand

Die Zukunft Europas hängt von unserer Fähigkeit ab, Innovation, Verteidigung und Demokratie gemeinsam und entschlossen voranzutreiben – durch enge industrielle Zusammenarbeit – durch mehr europäische Integration – durch die Stärkung des europäischen Binnenmarkts.

Wolfgang Niedermark, Mitglied der Hauptgeschäftsführung BDI

Dauerwandel

Transformation ist zu einer gesellschaftlichen Aufgabe geworden, die unseren Wohlstand sichern und mehren kann. Die Industrie trägt Verantwortung, diese Aufgabe anzupacken und voranzutreiben. Veränderung ist kein kurzfristiges Projekt, sie ist ein Dauerzustand. Klimawandel, demografische Entwicklung, Digitalisierung und sicherheitspolitische Anforderungen verändern Märkte und Produktionsweisen grundlegend. Innovation wird damit zur zentralen Quelle zukünftigen Wohlstands.

Leadership

Die Frage ist nicht, ob die deutsche Industrie führt, sondern wie sie in dieser neuen Ordnung vorangeht – für Deutschland und Europa. Führungsverantwortung ergibt sich aus Fähigkeit und Wirkung. Die deutsche Industrie verfügt über beides: technologische Exzellenz, hohe industrielle Wertschöpfungstiefe und internationale Vernetzung.

Fundament

Ein glaubwürdiger Führungsanspruch basiert auf wirtschaftlicher Stärke. Sie ermöglicht es, in einer veränderten Welt handlungsfähig zu bleiben und Souveränität und Resilienz zu sichern. Wirtschaftliche Stärke ist die Voraussetzung politischer Gestaltungsfähigkeit. Sie schafft Investitionsspielräume, ermöglicht technologische Entwicklung und erhöht die Fähigkeit, auf Krisen zu reagieren. Ohne industrielle Substanz bleibt strategische Autonomie eine Illusion.

Systemkompetenz

Wertschöpfung ist heute ein dynamisches, vernetztes Gewebe. Unternehmen, Technologien, Märkte und gesellschaftliche Erwartungen greifen eng ineinander. Die industrielle Realität hat sich grundlegend verändert. Produkte entstehen nicht mehr in isolierten Wertschöpfungsketten, sondern in komplexen Netzwerken aus Zulieferern, Plattformen, Dienstleistungen und digitalen Infrastrukturen.

Verbundkraft

Innovation und Transformation entstehen dort, wo sich Branchen-, Sektoren- und Technologien verbinden. Viele der entscheidenden Innovationen unserer Zeit entstehen an Schnittstellen: zwischen Energie und Industrie, zwischen Digitalisierung und Gesundheit, zwischen Mobilität und Infrastruktur.

Verlässlichkeit

Deutschland und Europa verfügen über ein stabiles, rechtssicheres Umfeld, das verlässliche Kooperation ermöglicht – ein entscheidender Standortvorteil in der globalen Konkurrenz. Rechtssicherheit, Verlässlichkeit und institutionelle Stabilität sind zentrale Voraussetzungen für langfristige industrielle Kooperation. Deutschland und Europa bieten hier ein Umfeld, das Vertrauen schafft – zwischen Unternehmen, Investoren und Staaten.

Zusammenhalt

Das internationale Umfeld ist volatil, unsicher, komplex und mehrdeutig. Veränderte weltweite Machtverhältnisse, hybride Bedrohungen und bewusst eingesetzte wirtschaftliche Abhängigkeiten verändern die Rahmenbedingungen für den Wirtschaftsstandort grundlegend.