Über 400 Milliarden Euro sind bis 2030 alleine im Strombereich notwendig, damit die Energiewende gelingt. Die Stromverbraucher müssen dies über ihren Strompreis schultern. Ein enormer Kraftakt für die Beteiligten.

Aktuelles zum Thema Stromerzeugung und Strommarkt
Kun­de­nan­la­gen: Auswirkun­gen der Entschei­dun­gen von Eu­GH und BGH? – Bürokratieflut ohne Nutzen ver­hin­dern

Die nach den Entscheidungen von EuGH und BGH derzeit bestehende große Unsicherheit hinsichtlich der Auslegung des Begriffs der Kundenanlage im Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) kann zu volks- und betriebswirtschaftlichen Schäden führen und verhindert dringend benötigte Investitionen am Standort Deutschland. Darüber hinaus stellt die derzeitige Situation auch ein nicht zu unterschätzendes gesamtgesellschaftliches Risiko dar. Das Zusammenspiel des Versorgungssystems könnte grundlegend gestört werden.

Eine Neuaus­rich­tung der deutschen En­ergiepoli­tik? Wirtschaftsmin­is­terin Re­iche legt En­ergiewende-Mon­i­tor­ing und 10-Punk­te-Plan vor

Der mit Spannung erwartete Energiewende-Monitoringbericht wurde in der vergangenen Woche vom BMWE vorgelegt. Hierauf basierend stellte Wirtschaftsministerin Reiche ihren „10-Punkte-Plan“ vor, der die Leitlinien für eine Neuausrichtung der Energiepolitik skizzieren soll. Beide Papiere greifen viele der Forderungen auf, die auch der BDI im Rahmen seiner Studie „Energiewende auf Kurs bringen“ vom März 2025 erhoben hatte.

Alles neu bei den Net­zent­gel­ten?

Die Bundesnetzagentur stellt die bisherige Netzentgeltsystematik grundlegend infrage. Dazu hat sie den AgNes-Prozess gestartet, in dem eine mit der Energiewende kompatible Netzentgeltsystematik entstehen soll. Zentrales Motiv ist die Erhöhung der Flexibilität zur effizienteren Nutzung der Netze, was bereits bei der Reform der Individuellen Netzentgelte als Ziel formuliert wurde. Im Folgenden finden Sie eine Übersicht zu den Grundlinien und zum Status Quo der Debatte.

Re­form der Net­zent­gelte: Syn­chro­ni­sa­tion der Bun­desnet­za­gen­tur-Vorhaben bleibt weit­er­hin drin­gend er­forder­lich

Zahlreiche Vorhaben zur Reform der Netzentgelte hat die Bundesnetzagentur angestoßen: Zu vermiedenen Netzentgelten sowie zu den Entgelten für singulär genutzte Betriebsmittel liegen jeweils Festlegungsentwürfe vor. Der Prozess zur allgemeinen Netzentgeltsystematik (AgNES-Prozess) wurde im Mai 2025 mit einem Diskussionspapier eingeleitet. Die Reform der Industrienetzentgelte, zu der im Juni 2024 Eckpunkte vorgelegt wurden, soll voraussichtlich nicht mehr separat erfolgen. Was insgesamt fehlt, ist ein übergreifender Fahrplan, welcher eine zeitliche und inhaltliche Synchronisation aller Reformvorhaben bündelt. Bereits in unserer BDI-Stellungnahme zu Industrienetzentgelten vom September 2024 hatten wir eine zeitliche und inhaltliche Synchronisation der Reformvorhaben der Bundesnetzagentur gefordert. Dies bleibt auch weiterhin dringend erforderlich.

Strom­mark­t­de­sign und Ka­paz­itätsmech­a­nis­mus - Glanz oder Grauen? Wie sehr die Strom­mark­t­de­bat­te ak­tuell po­lar­isiert

Deutschlands Stromsystem muss neu gedacht werden. Vor allem wachsende Volumina aus Erneuerbaren stellen das System vor neue Herausforderungen, denn: zuverlässig und kostengünstig soll es trotzdem bleiben. Dafür braucht es klug gesetzte Investitionsrahmen für Erneuerbare und steuerbare Kapazitäten, vorausschauende Regelungen für lokale Signale sowie nachfrageseitige Flexibilitätsoptionen, die gesamtwirtschaftlich Sinn machen.

Re­form der In­dus­trienet­zent­gelte darf die in­ter­na­tionale Wet­tbe­werb­s­fähigkeit der deutschen In­dus­trie nicht noch weit­er gefährden

Ende Juli 2024 hat die Bundesnetzagentur „Eckpunkte zur Fortentwicklung der Industrienetzentgelte im Elektrizitätsbereich“ veröffentlicht. Damit wurde ein längerfristiges Verfahren eröffnet. Die Neuregelung der Netzentgelte soll Ende 2025 stehen. Im Vordergrund der geplanten Reform steht das Anreizen von Flexibilität. Der BDI hat dazu Mitte September seine Stellungnahme an die Bundesnetzagentur geschickt.

Die En­ergiewende braucht ein sta­biles Fun­da­ment

Der BDI warnt gemeinsam mit weiteren Wirtschaftsverbänden und Gewerkschaften in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung davor, die deutsche Stromgebotszone aufzuteilen. Das würde die Transformation verlangsamen und unkalkulierbare volkswirtschaftliche Risiken bergen. Es gibt sinnvollere Wege als eine Stromgebotszonenteilung, um die Energiewende voranzutreiben und bundesweit gleichwertige Lebensverhältnisse zu fördern. Der größte Hebel liegt im Netzausbau.

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Kun­de­nan­la­gen: Auswirkun­gen der Entschei­dun­gen von Eu­GH und BGH? – Bürokratieflut ohne Nutzen ver­hin­dern

Die nach den Entscheidungen von EuGH und BGH derzeit bestehende große Unsicherheit hinsichtlich der Auslegung des Begriffs der Kundenanlage im Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) kann zu volks- und betriebswirtschaftlichen Schäden führen und verhindert dringend benötigte Investitionen am Standort Deutschland. Darüber hinaus stellt die derzeitige Situation auch ein nicht zu unterschätzendes gesamtgesellschaftliches Risiko dar. Das Zusammenspiel des Versorgungssystems könnte grundlegend gestört werden.

Ver­miedene Net­zent­gelte: Fes­tle­gungsen­twurf der Bun­desnet­za­gen­tur

Die Große Beschlusskammer Energie der Bundesnetzagentur (BNetzA) hat am 23. April 2025 den Entwurf einer Festlegung zur derzeitigen Vergütung für dezentrale Einspeisung (sog. vermiedene Netzentgelte) zur Konsultation gestellt. Das vorliegende Vorhaben der Bundesnetzagentur ist Teil des „Gesamtpaketes“ zur Reform der Netzentgelte. Der BDI hat im Rahmen der öffentlichen Konsultation zu den Eckpunkten der Bundesnetzagentur zu den sog. Industrienetzentgelten im September 2024 eine BDI-Position vorgelegt.

Strom­mark­t­de­sign und Ka­paz­itätsmech­a­nis­mus - Glanz oder Grauen? Wie sehr die Strom­mark­t­de­bat­te ak­tuell po­lar­isiert

Deutschlands Stromsystem muss neu gedacht werden. Vor allem wachsende Volumina aus Erneuerbaren stellen das System vor neue Herausforderungen, denn: zuverlässig und kostengünstig soll es trotzdem bleiben. Dafür braucht es klug gesetzte Investitionsrahmen für Erneuerbare und steuerbare Kapazitäten, vorausschauende Regelungen für lokale Signale sowie nachfrageseitige Flexibilitätsoptionen, die gesamtwirtschaftlich Sinn machen.

Re­form der In­dus­trienet­zent­gelte darf die in­ter­na­tionale Wet­tbe­werb­s­fähigkeit der deutschen In­dus­trie nicht noch weit­er gefährden

Ende Juli 2024 hat die Bundesnetzagentur „Eckpunkte zur Fortentwicklung der Industrienetzentgelte im Elektrizitätsbereich“ veröffentlicht. Damit wurde ein längerfristiges Verfahren eröffnet. Die Neuregelung der Netzentgelte soll Ende 2025 stehen. Im Vordergrund der geplanten Reform steht das Anreizen von Flexibilität. Der BDI hat dazu Mitte September seine Stellungnahme an die Bundesnetzagentur geschickt.

Net­zent­gelte – wie sollen diese in Zukun­ft aus­gestal­tet sein

„Netze. Effizient. Sicher. Transformiert“ so lautet der Titel des Eckpunktepapiers der Bundesnetzagentur zur Reform der Netzentgelte. Die Bundesnetzagentur macht damit einen Vorschlag zur Weiterentwicklung der Kosten- und Anreizregulierung im Strom- und Gasbereich. In einem späteren Prozess soll dann ein gesonderter Festlegungsprozess zur Netzentgeltbildung im engeren Sinne stattfinden

Mehr Un­ab­hängigkeit für die Bun­desnet­za­gen­tur

Die Bundesnetzagentur bekommt mehr Unabhängigkeit in Sachen Energieregulierung. Dies geht auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) aus dem Jahr 2021 zurück. Mit der Novelle des Energiewirtschaftsgesetzes wurde bei der Bundesnetzagentur eine „Große Beschlusskammer“ eingerichtet.