
BDI-Quartalsbericht: Konjunkturelles Aufatmen reicht nicht. Langfristiges Wachstum braucht Strukturreformen.
BDI-Hauptgeschäftsführerin Tanja Gönner:
„Die Wachstumsaussichten für Deutschland hellen sich auf. Wir rechnen 2026 mit einem Wachstum des BIP von einem Prozent. Vor allem das starke Geschäft mit europäischen Partnern gibt der deutschen Wirtschaft Rückenwind.
Doch der positive Eindruck täuscht. Von einem breiten industriellen Aufschwung kann noch keine Rede sein. Staatliche Ausgaben für Infrastruktur und Verteidigung treiben das Wachstum, während die privaten Investitionen weiter schwach bleiben. Die privaten Ausrüstungsinvestitionen etwa stiegen im ersten Halbjahr lediglich um 0,8 Prozent, während die staatlichen Ausrüstungsinvestitionen um überdurchschnittliche 3,6 Prozent stiegen.
Die Auftragseingänge entwickeln sich zwar seit mehreren Quartalen positiv und die Auftragsbestände wachsen wieder. Großaufträge prägen dabei weiterhin das Bild. Zugleich liegt die Industrieproduktion im zweiten Quartal 1,2 Prozent unter dem Vorjahresniveau, die Kapazitätsauslastung liegt mit 78 Prozent immer noch um 5 Prozent unter dem langjährigen Mittel.
Umso wichtiger ist, dass die Bundesregierung handelt und die angekündigten Reformen umsetzt: Ohne Strukturreformen, die Wettbewerbsnachteile abbauen und das Wachstumspotenzial dauerhaft stärken, gibt es kein langfristiges Wachstum. Nur so entsteht ein überzeugendes Zukunftsversprechen, das Unternehmen ermutigt, zu investieren, Innovationen voranzutreiben und neue Wertschöpfung zu schaffen.“
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