Rohstoffe sind das Fundament der industriellen Produktion in Deutschland. Sie werden entlang der gesamten Wertschöpfungskette eingesetzt und sind aus unserem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken: In einem Smartphone sind zum Beispiel über 60 verschiedene Rohstoffe verbaut. Für den Industriestandort Deutschland ist die sichere Versorgung mit Rohstoffen von größter Bedeutung.

Aktuelles zum Thema
Chi­na ver­schärft die Ex­portregeln für Sel­tene Er­den drama­tisch

Künftig brauchen auch Re-Exporte von Produkten mit chinesischen Seltenen Erden – etwa von Deutschland nach Frankreich – eine Genehmigung aus Peking. Für militärische Zwecke ist der Export komplett untersagt. Seltene Erden sind für unsere Industrie elementar, diese Rohstoffe stecken in Elektroautos, Haushaltsgeräten, aber auch Kampfjets.

Rohstof­fkongress: Mehr Rohstoff­sou­veränität wa­gen – wie wird un­sere Ver­sorgung re­silien­ter?

Beim Rohstoffkongress forderte BDI-Präsident Siegfried Russwurm, dass Deutschland endlich mehr in seine Rohstoffsicherheit investiert. Rohstoffe sind für die Zukunft Deutschlands als Industrieland und für unsere nationale Sicherheit unverzichtbar. Die Politik muss die heimische Förderung und Verarbeitung unterstützen, bestehende und neue Rohstoffkooperationen stärken sowie die Kreislaufwirtschaft ausbauen. Die Bedeutung von Rohstoffen muss in dem Köpfen von Politik und Gesellschaft ankommen.

Rohstoff­förderung in der Tief­see – Beitrag für mehr Ver­sorgungssicher­heit

Eines haben Energiewende, fortschreitende Digitalisierung und Infrastrukturausbau gemeinsam – für all diese Transformationsziele braucht es einen massiven Hochlauf klimaneutraler Technologien. Sie lassen den Bedarf nach kritischen Rohstoffen rasant wachsen, nicht nur hierzulande, sondern weltweit. Um den wachsenden Bedarf zu decken, kann Rohstoffförderung in der Tiefsee einen wichtigen Beitrag leisten.

Rohstof­fliefer­ket­ten – Ini­tia­tiv­en für mehr Trans­parenz und Nach­haltigkeit

Deutschland ist auf eine sichere und nachhaltige Versorgung mit Rohstoffen angewiesen. Die Abhängigkeit von rohstoffreichen Ländern nimmt weiter zu. Die deutsche Industrie unternimmt bereits freiwillig große Anstrengungen für einen verantwortungsvollen Rohstoffbezug. Viele strukturelle Herausforderungen vor Ort kann sie jedoch nicht allein lösen, sondern nur mit politischer Unterstützung.

Rohstof­fkongress: Deutsch­land braucht eine strate­gis­che Rohstoff­poli­tik

Zugang zu und Kontrolle über kritische Rohstoffe wird zur Voraussetzung, um auf den Leitmärkten der Zukunft eine entscheidende Rolle zu spielen. Für die deutsche Industrie sind Rohstoffe unverzichtbar, um die großen Transformationsvorhaben erfolgreich zu gestalten. Aber bis Ende dieser Dekade ist mit einer Metallkrise zu rechnen. Die Nachfrage steigt schneller als das Angebot ausgeweitet werden kann. Auch geopolitisch motivierte Handelseingriffe verringern die Chancen für eine zuverlässige Versorgung. Um Abhängigkeiten und Risiken zu reduzieren, braucht es eine strategische Rohstoffpolitik.

Heimis­che Rohstoffe – Schlüs­sel für Nach­haltigkeit und Ver­sorgungssicher­heit

Deutschland ist ein rohstoffreiches Land: Es verfügt über zahlreiche mineralische Rohstoffe wie Steine und Erden, Kies, Sand, Kalkstein, Gips und Salz. Die heimischen Rohstoffe sind eine unverzichtbare Säule für eine sichere und nachhaltige Rohstoffversorgung. Dabei ist jede Tonne heimischer Abbau ein Beitrag zum Klima- und Umweltschutz. Es braucht jedoch eine stärkere Anerkennung heimischer Rohstoffgewinnung – gesellschaftlich und politisch.

Rohstof­fver­sorgung nach­haltig und in­no­v­a­tiv gestal­ten

Eine nachhaltige, sichere und innovative Rohstoffversorgung ist für das Industrieland Deutschland unabdingbar und Kernanliegen des BDI-Ausschusses für Rohstoffpolitik. Der Ausschussvorsitzende Herwart Wilms betont: „Wir brauchen den strategischen Dreiklang aus heimischen Rohstoffen, internationaler Handelsfreiheit und echter Kreislaufwirtschaft, um unser industrielles Herz in Deutschland weiter schlagen lassen zu können.“

Covid-19-Pan­demie beein­trächtigt Rohstof­fver­sorgung

Die Covid-19-Pandemie führt bei der Versorgung mit Rohstoffen zu spürbaren Störungen. Laut der aktuellen BDI-Umfrage gehen fast 70 Prozent der befragten Unternehmen von mittel- bis langfristige Beeinträchtigungen aus – vor allem durch Unterbrechungen in den Lieferketten. Zur Erhöhung der Resilienz setzen die Unternehmen auf unternehmerische Lösungen wie die Lagerhaltung von Rohstoffen. Hierbei bedarf es jedoch stärkerer politischer Unterstützung, etwa durch Steuererleichterungen.

Ge­olo­giedatenge­setz nicht ver­fas­sungskon­form

Im Bundestag wird im März 2020 über das sogenannte Geologiedatengesetz beraten. Ein Rechtsgutachten untermauert nun die großen verfassungsrechtlichen Bedenken in Bezug auf die im Gesetzentwurf vorgesehene umfassende Veröffentlichung der Geologiedaten der Unternehmen.

Ansprechpartner

Anne Lauenroth

Senior Expert International Affairs

Dr. Stefan Steinicke

Senior Expert International Affairs, Federation of German Industries