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Deutschland braucht eine steuerliche Förderung von Forschung und Entwicklung

Andere Industriestaaten haben längst verinnerlicht, dass die Innovationskraft von Unternehmen und deren Mitarbeitern eine unverzichtbare Basis für Wertschöpfung und wirtschaftlichen Wohlstand bilden. Sie mühen sich deutlich stärker darum, industrielles Know-how und Fachkräfte innerhalb ihrer Landesgrenzen zu halten und neue Innovationsaktivitäten aufzubauen. Nach [OECD-Angaben](http://www.oecd-ilibrary.org/science-and-technology/oecd-science-technology-and-industry-scoreboard-2017/tax-subsidy-rates-on-r-amp-d-expenditures-2017_sti_scoreboard-2017-graph137-en "Öffnet externen Link in neuem Fenster") haben innerhalb der vergangenen zehn Jahre zahlreiche Industriestaaten ihre Investitionen in Forschung und Entwicklung (FuE) deutlich ausgedehnt und ziehen durch erhöhte Investitionsanreize das weltweite Innovationspotential der Unternehmen und die damit verbundenen gesamtwirtschaftlichen Effekte an.

Eine [Analyse verschiedener Innovations- und Wettbewerbsindikatoren](https://bdi.eu/publikation/news/steuerliche-rahmenbedingungen-fuer-forschung-und-entwicklung/ "Öffnet internen Link im aktuellen Fenster") des BDI und des Mitgliedsverbands ZVEI zeigt für Deutschland jedoch einen nachteiligen Trend im internationalen Standortvergleich. Seit Langem ist zu beobachten, dass der Finanzierungsanteil der öffentlichen Hand in Deutschland an privaten FuE-Aktivitäten konstant rückläufig ist: Waren es 18 Prozent in 1982, liegt dieser heute nur noch bei rund drei Prozent. Es zeigt sich, dass deutsche Unternehmen mit ihren Investitionen in Forschung und Entwicklung zunehmend auf sich allein gestellt sind.

Investitionsanreize für Innovationen schaffen

Eine Trendumkehr ist dringend notwendig. Die Bundesregierung hat in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart, dass „der Bund gemeinsam mit den Ländern und der Wirtschaft, bis 2025 mindestens 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für Forschung und Entwicklung“ aufwendet. Dieses Ziel ist ausdrücklich zu unterstützen, jedoch wird es nicht ohne starke Investitionsanreize für forschende Unternehmen erreichbar sein. Ein erster wichtiger Schritt wäre dafür eine steuerliche FuE-Förderung.

Denn die BDI/ZVEI-Auswertung von über 60 empirischen Untersuchungen zu inputorientierten steuerlichen FuE-Investitionsanreizen zwischen 2002 und 2016 zeigt, dass Unternehmen ihre FuE-Investitionen deutlich ausweiten, wenn die Kosten für FuE gesenkt werden. Eine Steuergutschrift, die die Schuld des Unternehmens vermindert, ist dabei besonders wirksam. Hier setzt der BDI mit seinen [Vorschlägen zur Ausgestaltung einer FuE-Förderung](https://bdi.eu/artikel/news/investitionsanreize-fuer-innovationen-durch-steuergutschrift/ "Öffnet internen Link im aktuellen Fenster") an.

Ansprechpartner

Cedric von der Hellen

Senior Referent Internationales, BDI e.V.