Effektiver Wirtschaftsschutz erfordert Prävention

Für den Wirtschaftsstandort Deutschland ist Sicherheit ein zentraler Wettbewerbsfaktor. Jedes zweite deutsche Unternehmen wurde in den vergangenen beiden Jahren Opfer von Spionage, Sabotage und Konkurrenzausspähung. „Wer die Bedrohung nicht kennt, wird auch nicht handeln“, sagt BDI-Präsident Dieter Kempf anlässlich der Wirtschaftsschutzkonferenz 2018.

Kriminalität gegen deutsche Unternehmen sorgt Studien zufolge für einen jährlichen Schaden in Höhe von 55 Milliarden Euro. Doch die Dunkelziffer ist hoch: Zwei Drittel aller betroffenen Unternehmen melden aus Sorge vor Reputationsverlust sicherheitsrelevante Vorfälle nicht. Der Schutz von Know-how, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Lieferketten und Produktionsstandorten gewinnt vor diesen stetig steigenden Zahlen eine immer größere Bedeutung. „Insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen steht im Schadensfall oftmals die Existenz auf dem Spiel – und auch große Player stecken das nicht so einfach weg“, so Kempf.

Deutsche Wirtschaft im Fadenkreuz

Viele deutsche Unternehmen sind technologische Marktführer und werden mit ihren innovativen Produkten zur Zielscheibe von Spionage und anderen Formen der Wirtschaftskriminalität. Die Sicherheitsherausforderungen, denen sich Unternehmen heute gegenüber sehen, sind vielfältig. So verursachte beispielsweise jeder dritte Falleiner Lieferkettenunterbrechung Kosten in Höhe von über einer Million Euro.

Erfolg durch Prävention: Faktor Mensch bleibt essentiell

Mit der voranschreitenden Digitalisierung nimmt zudem die Zahl möglicher Angriffsvektoren rapide zu. Die Entwicklung einer vertrauenswürdigen digitalen Sicherheitsarchitektur muss daher eine zentrale Aufgabe jedes Unternehmens sein. Das Beispiel des CEO-Frauds zeigt aber gleichzeitig, dass Schutz in entscheidendem Maße von den eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern abhängt. Im digitalen Zeitalter ist der Mensch das schwächste Glied der Sicherheitskette. „Wer die Bedrohung nicht kennt, wird auch nicht handeln – und wenn die Einsicht kommt, ist es meist zu spät“, schildert Kempf und fordert, die Schulung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für Sicherheitsaspekte zu priorisieren.

Wirtschaftsschutzkonferenz 2018: Mit Sicherheit in die Zukunft

Der Austausch mit anderen Unternehmen kann darüber hinaus ebenfalls einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung von Unternehmenssicherheit leisten. Mit dem Arbeitskreis Cybersicherheit und Wirtschaftsschutz tritt im BDI regelmäßig ein Gremium zusammen, in dem aktuelle Fragen der Unternehmenssicherheit diskutiert werden und ein belastbares Netzwerk für den Ernstfall geschaffen wird.

Als Gründungsmitglied der „Initiative Wirtschaftsschutz“ steht der BDI zudem im engen Dialog mit den Sicherheitsbehörden des Bundes. Mit der Wirtschaftsschutzkonferenz 2018, die am 4. September 2018 unter dem Motto „Mit Sicherheit in die Zukunft“ stattfindet, greift die Initiative aktuelle Fragen und Herausforderungen des Wirtschaftsschutzes auf und bietet ein Diskussionsforum für die betroffenen Akteure aus Staat, Wirtschaft und Wissenschaft. „Wenn wir auch zukünftig wettbewerbsfähig bleiben wollen, muss neben Forschung, Entwicklung und Produktion der Pfeiler Sicherheit eine feste Größe in unserer Unternehmenslandschaft werden“, fordert Kempf in seiner Eröffnungsrede der Wirtschaftsschutzkonferenz 2018.