Nationale Luftfahrtstrategie: Strategie jetzt in konkrete Maßnahmen umsetzen
Holger Lösch, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des BDI, zur geplanten Verabschiedung der Nationalen Luftfahrtstrategie:
„Die Nationale Luftfahrtstrategie muss jetzt in konkrete Maßnahmen umgesetzt werden. Die Luftfahrtbranche kann ihren Beitrag zu Mobilität, Innovation, sicherheitspolitischer Resilienz nur leisten, wenn der Standort wettbewerbsfähig ist.
Die Standortkosten in Deutschland haben sich seit der Corona-Pandemie teils verdoppelt. Das schwächt Airlines und Flughäfen im internationalen Wettbewerb. Gleichzeitig belasten krisenbedingt hohe Kerosinkosten und geopolitische Konfliktherde wie der Iran-Konflikt Routen, Kapazitäten und Kosten im Luftverkehr zusätzlich. Das unterstreicht, wie strategisch bedeutsam resiliente Liefer- und Wertschöpfungsketten sowie eine wettbewerbsfähige Regulatorik sind.
Erforderlich sind weitere Entlastungen bei der Luftverkehrsteuer sowie den Luftsicherheits- und Flugsicherungsgebühren und ein konsequenter Abbau von Bürokratie und nationalen Sonderwegen. Nur so lässt sich die internationale Anbindung der exportorientierten deutschen Industrie sichern – mehr als ein Fünftel des Handels mit Nicht-EU-Staaten wird über den Luftweg abgewickelt.
Technologieführerschaft und Wertschöpfung in der zivilen und militärischen Luftfahrt erfordern langfristige, verlässliche Investitionen. Dafür braucht es eine kontinuierliche Forschungsförderung, einen stärkeren Wissens- und Technologietransfer zwischen zivilen und militärischen Anwendungen sowie resilientere und schnell skalierbare Lieferketten.
Die Bundesregierung sollte sich auf EU-Ebene für wettbewerbsneutrale Klimaschutzvorgaben im Luftverkehr einsetzen. Zugleich braucht es eine pragmatischere Regulierung, die Investitionen in nachhaltige Flugkraftstoffe wirksam anreizt.“
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